Mehrsprachiges Erziehen von Kindern

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Das Ergebnis basiert auf 8 Abstimmungen

Ja, weil 87%
Nein, weil 12%

15 Antworten

INTELLIGENTE Kinder schaffen das - andere werden nur verwirrt und beherschen beide Sprachen nicht.

Sorry, ich wurde mitten in der Antwort unterbrochen:

"beherrschen" muss es natürlich heißen.

Viele Kinder in mehrsprachigen Länrern wie z.B. LUX, Belgien, Schweiz wachsen mehrsprachig auf, aber eigentlich IMMER ist EINE Sprache diejenige, die man wirklich "kann(auch schriftlich) ". Man sollte m.E. also darauf achten, dass diese EINE Sprache auch wirklich beherrscht wird und die andere eben "Nr. 2" ist. Das Beispiel vieler türkischer Kinder in Deutschland zeigt, dass oft in BEIDEN Sprachen nur "geradebrecht" wird.

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Die Frage kann man nicht mit JA und NEIN beantworten, weil sie von den Grundbedingungen abhängt.

Ideale Voraussetzungen für eine erfolgreiche zweisprachige Erziehung sind * wenn die Eltern unterschiedliche Muttersprachen haben, * wenn der jeweils andere die Muttersprache des anderen versteht (damit der Sprache-A - Sprecher auch versteht, wenn Kind und Sprache-B - Sprecher sich gerade unterhalten oder, noch wichtiger, das Kind in Sprache B mit ihm spricht), * wenn die Eltern dann nur in der Muttersprache mit ihrem Kind sprechen.

Kinder haben dann oft Sprachpräferenzen, die auch wechseln können, oder sie sprechen nur in bestimmten Situationen eine bestimmte Sprache.

Problem der "vielen türkischen Kinder" (Beispiel von Bswss), dass weder die Muttersprache noch die Zweitsprache noch richtig beherrscht werden (auch schon von der Elterngeneration) und/oder dauernd die Sprache gewechselt wird, also Mischmasch gesprochen wird.

Eine klare Trennung der Sprachen beim Sprachangebot ist wichtig.

Was ich für wenig sinnvoll halte, sind irgendwelche Kurse; sinnvoll dagegen einen bilinguale Kindergarten, in dem eine oder mehrere Erzieherinnen nur in ihrer Muttersprache sprechen.

Abraten würde ich auch (da fällt mir nämlich grad ein Kind aus dem Kindergarten ein) von einer einsprachigen Erziehung in einer (jetzt auf Deutschland als Lebensmittelpunkt) nichtdeutschen Sprache, wenn deutsch beherrscht wird. Das Kind hat in seinem ersten Lebensjahr nur russisch gehört, sollte deutsch dann in der Krippe lernen. Hat es auch, aber es hat einen recht starken Akzent (für mich zumindest). Die Mutter ist zwar auch Russin, kann aber perfekt deutsch. Es wurde trotzdem nicht zweisprachig erzogen. Das verstehe ich nicht - gerade wenn Deutschland doch der Lebensmittelpunkt ist und die Familie auch sehr gut integriert ist. Aber das ist ein anderes Thema.

Ja, weil

Wir erziehen unsere Tochter zweisprachig englisch/deutsch (ich spreche mit ihr englisch, wie es mein Vater - der seinerzeit aus England hierherkam - mit mir gemacht hat) und ich würde es auf jeden Fall noch einmal machen.

Man sagt, die zweite Sprache ist immer die Schwerste, danach wird es einfacher... wenn man also von Kindheit an schon zwei Sprachen spricht und dann an der Schule eine neue bekommt, ist es schon die dritte und man hat m.E. einen Vorteil gegenüber einsprachig aufgewachsenen Kindern, für die es die zweite Sprache ist.

Wir trennen die Sprachen konsequent nach Personen (ich spreche nur englisch mit ihr, meine Frau nur deutsch) und ich halte das persönlich für die beste Methode. Wenn man je nach Situation unterschiedliche Sprachen mit dem Kind spricht, kann ich mir vorstellen, dass es für das Kind schwieriger ist, die auseinanderzuhalten.

Jetzt hat unsere Tochter den Vorteil, dass ihre zweite Sprache eine weit verbreitete ist (Englisch), aber ich denke, dass es immer nützlich ist, zweisprachig aufzuwachsen, auch, wenn die zweite Sprache nicht so viel gesprochen ist - etwa (in Deutschland) kirgisisch oder afghanisch. Einfach die Tatsache, mit zwei Sprachen aufzuwachsen, hilft bei der Entwicklung der Sprache, denke ich.

Als Buch würde ich empfehlen "Bilingual Children - from birth to teens" von George Saunders. Da spricht er von dem Thema zweisprachige Kinder allgemein unter verschiedenen Gesichtspunkten, nimmt aber viele Beispiele aus seiner eigenen Familie: er, englischer Muttersprachler, spricht nur deutsch mit seinen drei Kindern (und sie mit ihm).

Leider ist das Buch recht schwierig zu bekommen. Leichter verfügbar ist anscheinend die frühere Version "Bilingual Children - Guidance for the Family"; dort war seine Tochter (glaube ich) gerade erst geboren und sprach noch nicht, und seine beiden Söhne waren noch nicht so alt, sodass ein bisschen weniger (Erfahrungs-)Material aus seiner Familie dabei ist. Ich kenne aber nur die spätere Ausgabe.

Viel Erfolg!

Hallo,

unter folgendem Link findet sich, wie ich meine, ein ganz interessanter Artikel zum Thema zweisprachige Erziehung:

eltern.de/kleinkind/erziehung/zweisprachig-erziehen-1.html

Ich bin grundsätzlich auch für eine bilinguale Erziehung und bilinguale Kindergärten und Schulen, denn bekanntlich wird das Gehirn in den ersten 5 Lebensjahren gestaltet.

Wer schon einmal im fremdsprachlichen Bereich mit Kleinkindern zusammengearbeitet - nicht gelernt, gedrillt, gepaukt, sondern gespielt, gesungen, geturnt, gebastelt, gemalt, gereimt, erzählt, gekocht - hat, weiß dass Kleinkinder wahre Sprachgenies sind.

Kinder saugen Wörter (Redewendungen, Tonfall, Sprache) wie ein Schwamm auf, während Erwachsene sich Vokabeln 'einhämmern' müssen. Im Gegensatz zu Erwachsenen kennen Kinder keine falsche Scheu, reden wie ihnen der Schnabel gewachsen ist, haben keine Angst davor etwas falsch zu machen, sich eine Blöße zu geben.

Schade, dass dieses Potential in Deutschland erst so (zu!!!) spät genutzt wird. Skandinavien und andere unserer europäischen Nachbarländer sind uns hier um Nasenlängen voraus.

Schade auch, dass man sich in Deutschland auf diesem Gebiet so schwer tut, hitzig über das Für und Wider diskutiert und sich mit Händen und Füßen gegen den frühen Erwerb einer Zweitsprache wehrt.

Auch drei Sprachen sind kein Problem. Meine Freundin ist gebürtige Ungarin, lebte 25 Jahre in Australien und kam dann nach Deutschland (vor ca. 30 Jahren), wo sie ihren deutschen Mann geheiratet hat. Sie spricht fließend ungarisch und englisch, außerdem Deutsch, ihr Mann spricht Deutsch und durch jahrelange Aufenthalte in England und Amerika sehr gut englisch.

Ihre Tochter (heute 25) ist dreisprachig - wenn man den bayerische Dialekt dazuzählt, 4sprachig - aufgewachsen, d.h. spricht fließend englisch, deutsch, ungarisch (und bayerisch). Die Mutter hat mit ihr von klein an nur ungarisch und englisch gesprochen, der Vater in der Hauptsache englisch. Deutsch hat die Tochter von den deutschen Großeltern, in Kindergarten/Schule, über Radio und Fernsehen, im Alltag gelernt.

Wo man bei der Anzahl der Sprachen die Grenze zieht oder ziehen sollte, ist generell nicht zu sagen. Das kommt sicherlich auch auf den Einzelfall an.

Bei BR3 hat man z.B. Anfang November 2011 erfolgreich ein Kind (7 Jahre) in Bayern gesucht, das 4 Sprachen spricht. (siehe: http://www.br.de/radio/bayern3/sendungen/fruehaufdreher/bayern-3-fruehaufdreher---unglaublich-aber-wahr-2-aufgabe100.html)

:-) AstridDerPu

Abstimmen kann ich hier nicht, aber kurz meine Erfahrung schildern. Meine Frau und ich sind beide deutsch, ich hatte ursprünglich auch vor, meine Kinder zweisprachig (Deutsch + Englisch) zu erziehen, jedoch ist das an zwei Faktoren gescheitert :

Erstens spreche und verstehe ich zwar vergleichsweise gut Englisch, allerdings bin ich doch in Sorge ob ich als Nicht-Muttersprachler die notwendige Fähigkeit besitze, einem Kleinkind verständlich eine fremde (weitere) Sprache zu erklären. Im praktischen Alltag kommen genug Situationen auf in denen man kreativ werden muss, den auch Kinder stellen sehr kreative Fragen...

Zweitens hatte ich keinen Plan wie sich das sinnvoll gestalten / anfangen ließe. Wann ist der richtige Zeitpunkt dafür? Womit fängt man an? Wie konsequent muss man die Fremdsprache im Alltag anwenden? Reicht es einfach nur zu "üben" oder muss je ein Elternteil immer in einer Sprache mit den Kindern sprechen? Wie viel ist "gut", so dass keine der beiden Sprachen zu kurz kommt? Gescheitert ist es letztlich auch am Zeitfaktor, denn ich bin den ganzen Tag über in der Arbeit und sehe unsere Kids einfach recht selten. Meine Frau spricht zwar Englisch, aber (sagt sie selbst) nicht sicher genug um es einem Kind zu erklären.

Rein praktisch halte ich es für eine enorme Bereicherung für Kinder wenn sie mit zwei Sprachen aufwachsen, ich denke aber es macht nur dann Sinn wenn die Eltern eben auch wirklich zwei Muttersprachen haben. So oder so gibt es sicher einige Schwierigkeiten bei der Umsetzung im Alltag, aber wer es schafft, Glückwunsch! :-)

nur zu! ich bereue es, das meine tochter die zweite sprache nicht erlernt hat! nach 3-4 jahren kann man nicht mehr zurück - es soll parallell passieren! sonst wird die 2. sprache, wie Fremdsprache später!

Ja, weil

Hallo,

ich würde mein Kind mehrsprachig erziehen, wenn ich die Möglichkeit hätte, weil Kinder im Alter bis zu 6 Jahren spielend schnell Sprachen lernen.

Ja, weil

Ja!

Das ist das Beste Geschenk, das Du Deinen Kind(ern) geben kannst. Es ist mit so viel Mühe und Arbeit verbunden, eine Fremdsprache zu erlernen. Wenn man schon eine Fremdsprache "geschenkt" bekommt ist das super.

Die Leute, die ich kenne, die auch zweisprachig aufgewachsen sind, hatten mal eine Phase, wo beide Sprachen etwas schlechter waren. Es wurde einfach das Wort genutzt, welches schneller einfiel. Es kam schon vor, dass im Kindergarten in Irland nach einem Löffel gefragt wurde, weil das Wort "spoon" gerade nicht einfiel.

Ebenfalls ist erwiesen, dass sich das Gehirn derart entwickelt, dass das Erlernen weiterer Sprachen später leichter fällt.

Fazit: Auf jeden Fall zweisprachig aufwachsen lassen!

Ja, weil

ich bin zweisprachig ausfgewachsen, weil meine ma lange in usa gelebt hat, und es hat mir gut getan, habe nie in englisch lernen müssen, und abi mit englisch-lk hat es mir leicht gemacht

es gab hier schon oft fragen in der richtung, daß kinder probleme mit deutsch in kita und schule hatten. dabei kam oft heraus, daß teilweise drei sprachen zuhause gesprochen wurden. das hat oft zur folge, daß sich ein kind in keiner sprache richtig "zuhause" fühlt.

wenn konsquent ein elternteil deutsch und einer in seiner heimatsprache mit dem kind spricht, kann es durchaus funktionieren. mehr als zwei sprachen gleichzeitig halte ich für wenig sinnvoll.

Ja, weil

Wähle die sprachen Weise, Grundsätzlich unheimlich toll. Deine Kinder werden es dir danken .Nur wichtig ist so früh anzufangen, dass sie es für selbstverständlich halten. Mit 3-4jahren kanns schon zu spät sein;)

Ich wurde auch zweisprachig erzogen. Schweizerdeutsch und Niederländisch, ich konnte sehr gut schweizerdeutsch, aber schlecht niederländisch. Als ich in der Schule Deutsch lernte hatte ich sehr grosse Schwierigkeiten, da mein Vater mit mir nicht wirklich niederländisch sprach, sondern ein Gemisch aus Schweizerdeutsch, Deutsch und Niederländisch. Heute mache ich noch sehr oft Fallfehler. Ich würde es nicht machen.

Ja, weil

Aufjedenfall Sinnvoll. Es schadet NIE mehrere Sprachen zu sprechen, da die gesamte Welt immer internationaler wird.

Ja, weil

für die kinder ist das kein Problem, eher n Vorteil, Tante: deutsch, Onkel: Amerikaner, Kinder: deutsch- englisch erzogen, macht ihnen spaß uns zu verstehen und so echt cool

Nein, weil

nur, wenn die eltern verschieden sprachig sind

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