Mehrbedarf wg. Kindergartenkosten - welcher Selbstbehalt?

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4 Antworten

Der "Mehrbedarf" ist von beiden Eltern zu tragen - im Verhältnis ihrer Einkommen zueinander.

Beim Mehrbedarf für minderjährige Kinder gilt ebenfalls der Selbstbehalt gegenüber minderjährigen Kindern, derzeit sind das 1080 Euro.

Du brauchst dich also nur am Mehrbedarf zu beteiligen, wenn dir nach Zahlung des "normalen" (laufenden) Unterhaltes noch mehr als der Selbstbehalt verbleibt.

Um zu berechnen, welchen Anteil jeder Elternteil vom Mehrbedarf zu tragen hat, werden beider "unterhaltsrelevante Einkommen" (UE) ins Verhältnis gesetzt. Bei dir gilt dann dein UE abzüglich des normalen Unterhaltes....

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Wenn Deine Tochter nur halbtags in den Kindergarten geht, ist das bereits mit dem Unterhalt gedeckt, da mußt du nichts zuzahlen.

Wenn sie ganztags geht, mußt Du die Hälfte des Betrages zahlen, um den der Ganztagesplatz den Halbtagsplatz übersteigt.

Du hast einen Selbstbehalt von 1080€ plus ggf. Kosten des Arbeitsweges.

Wenn Deine Miete zu hoch ist, kannst du dir eine günstigere Wohnung mieten oder ein WG-Zimmer.

Die Mutter kann das kostenlos über das Jugendamt berechnen lassen.

Du kannst zwar Absprachen mit der Mutter haben, diese sind aber sofort hinfällig wenn die Mutter Unterhalt nach Düsseldorfer Tabelle haben will.

Wenn sie beim Jugendamt eine kostenlose Beistandschaft einrichtet, dann enstehen für euch beide keine Kosten.

Das kann aber nur die Mutter einrichten, sie kann sich auch einen Anwalt nehmen, wenn sie das lieber möchte.

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Kommentar von IchundDu2015
08.02.2017, 20:20












Mehrbedarf bilden die Kosten des Kindergartenbesuches,
unabhängig davon, ob er halb- oder ganztags stattfindet. Er dient
nämlich in erster Linie erzieherischen Zwecken. Die anfallenden
Kosten sind in den Tabellen-Unterhaltsbeträgen nicht
enthalten, unabhängig von deren Höhe. Gleiches gilt für Aufwendungen der
Betreuung eines Kindes in einer anderen kindgerechten Einrichtung
(BGH, NJW 2009, 1816, unter Aufgabe seiner bisherigen Rspr., NJW 2007,
1969; NJW 2008, 2337; zum Kindergartenbeitrag als Mehrbedarf vgl.
auch OLG Stuttgart, NJW 1998, 3129; OLG Celle, FamRZ 2003, 323; zur Behandlung von Kinderbetreuungskosten vgl. Reinken, FPR 2008, 90).

Danke.

Ich glaube das spielt keine Rolle ob halbtags oder voll. Geht hier auch nur um den richtigen SB.

Also im Prinzip hab ich dan Pech wenn die Miete noch höher ist?

Berechnet das Jugendamt den Mehrbedarf auch?



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Kommentar von ichweisnix
08.02.2017, 21:36

Wenn Deine Miete zu hoch ist, kannst du dir eine günstigere Wohnung mieten oder ein WG-Zimmer.

Umgekehrt muß das Kind auch nicht unbedingt in den Kindergarten. Man kann beim Unterhaltsschuldner nicht höhere Anforderungen stellen als beim Unterhaltsberechtigten.

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Meine Miete ist leider auch über dem was so angegeben wird. Wie ist das da?

In Bezug auf den Mehrbedarf können sie dann einen erhöhten Selbstbehalt bzw. eigenen Mehrbedarf geltend machen, sofern die Miete angemessen ist. 700€-800€ + reale Wohnkosten sollten an sich kein Problem sein. Es kommt hier aber darauf an, in wieweit sich die Miete etwa durch einen Umzug reduzieren ließe. Wobei beim Mehrbedarf viel lockerer zu prüfen ist als etwa beim Mindestunterhalt.

Die Frage ist natürlich auch, ob das Kind in den Kindergarten gehen kann, wenn sie sich nicht an den Kosten beteiligen. Hier spielt es auch eine Rolle wovon die Mutter lebt.

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Hallo IchundDu,

grundsätzlich MUSST Du für die Halbtages-Kindergartenkosten nichts zusätzlich bezahlen wenn Du Deinen Kindesunterhalt bezahlst. Damit sind die Kosten abgedeckt.

Hier ist eine sehr hilfreiche Liste: http://www.unterhalt.net/kindesunterhalt/sonderbedarf.html

Alles was Du darüber bezahlst ist von Dir freiwillig und das kannst Du natürlich machen wie Du willst.

Zum Thema unterschiedlicher Selbstbehalt schau mal hier:

http://www.unterhalt.net/blog/unterhaltsrecht/selbstbehalt-beim-unterhalt.html

Es gibt unterschiedliche Selbstbehaltssummen, je nachdem wem gegenüber die Forderung besteht.

Kindesunterhalt 

Viele Grüße

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