Mehr Stunden als erlaubt arbeiten?

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2 Antworten

Die "Obergrenze" von 15 Stunden pro Woche / 60 pro Monat ist für Nebentätigkeiten nur dann relevant, wenn Du aktuell im Leistungsbezug von Arbeitslosengeld ( ALG I ) stehst.

Übersteigt Deine tatsächliche Arbeitszeit diese Sollwerte, so giltst Du für die "Agentur für Arbeit" nicht mehr als erwerbslos und voll für die Arbeitsvermittlung verfügbar. Dann wird das ALG I eingestellt und der Anspruch ruht.

Beim Jobcenter ( ALG II ) gibt es diese "Obergrenze" nicht. Du musst dort lediglich Deine monatliche Verdienstbescheinigung vorlegen, wenn nicht anders verlangt.

Grundlegend musst Du bei der Anwesenheitszeit noch die Pausenzeiten abziehen, um die "Netto-Arbeitszeit" zu erhalten und berechnen. Allerdings kommst Du bei einem Minijob von 450 Euro mit dem Mindestlohn von 8,50 Euro gerade mal auf eine monatliche Arbeitszeit von 52,5 Stunden.

Aber hier gibt es dann eine zusätzliche Variable der "flexibilisierten Arbeitszeiteinteilung" in Verbindung mit einem Arbeitszeitkonto. Das bedeutet: sofern es vertraglich korrekt SO vereinbart wurde und z.B. eine pauschalisierte Monatsvergütung von 450 Euro angegeben ist, so ist es durchaus möglich, kurzfristig die monatliche Arbeitszeit auf bis zu 50 % der regulären Arbeitszeit anzuheben , wenn während der Beschäftigungsdauer oder spätestens binnen 12 Monaten dann ein Ausgleich in bezahlte Freizeit geleistet wird und somit das gemittelte Monatsentgelt nicht über 450 Euro, bzw. nicht über 5400 Euro pro Jahr hinausgeht.

Ein Beispiel :

 - vertraglich vereinbart sind 52,5 Stunden pro Monat und 450 Euro pauschale Vergütung bei flexibler Arbeitszeitverteilung.

 - Du bist befristet für 2 Monate eingestellt, dann kannst Du im ersten Monat bis zu 78,75 Stunden beschäftigt werden, dürftest im 2. Monat zum Ausgleich aber nur noch 26,25 Stunden eingesetzt werden.

 - Du bist befristet für 6 Monate eingestellt, dann muss die monatliche Arbeitszeit SO verteilt werden, dass das Stunden-Mittel aus diesen 6 Monaten wieder 52,5 ergibt. 

Siehe dazu auch hier :

https://www.minijob-zentrale.de/DE/0_Home/01_mj_im_gewerblichen_bereich/04_450_euro_minijob/08_flexible_arbeitszeitregelungen/node.html

Dann machst du keinen steuerbevorteilten 450 Euro-Job mehr,sondern gehst einer Teilzeitarbeit nach, die dann auch mit entsprechennde Steuern ud Abgaben belastet wird.

Das wäre auch schon bei 60 Std. im Monat so (= 510 Euro).


Aber laut meinem Chef arbeite ich ja auf 450€ Basis, hatte mich dafür auch beworben.. Wie spreche ich das am besten an? 

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@Jaeh85

Du verlierst die 450 -Euro-Eigenschaft, also die Steuer- und Abgabenvorteile, wenn du über das Jahr auf einen Verdienstbetrag von über 5400 Euro kommst und regelmäßig monatlich über die 450 Euro.

Geh zum Chef und teile ihm mit, dass du Gefahr läufst, die Mini-job-Eigenschaft zu verlieren, wenn er dir weiter soviele Stunden gibt.

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