Mehr Mathestoff in anderen Ländern?

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5 Antworten

Die deutsche Regierung ist mit ihrer Bildungspolitik Jahr für Jahr bestrebt, das die Bildung schlechter und schlechter wird.

Was die Schüler in den 1950-er bis 1970-er in Mathematik gelernt haben, das lernen wir heute schon lange lange nicht mehr.

Das zeigen die extremen Durchfallquoten und Abbrecherquoten im Mathematikstudium. Die Dozenten der Unis, die in den 1970-er Jahren ihr Abitur hatten, nehmen keine Rücksicht, dass wir lange nicht über dieses Wissen verfügen.

Und so fallen bei den Klausuren 80% bis 90% der Studenten durch. An der H. H. Uni in Düsseldorf machen pro halbes Jahr keine 5 Studenten den Master.

Aber auch die BWL-er und andere Studenten haben extreme Probleme in Mathe, nicht weil die super dumm sind, sonder weil die Regierung immer mehr Stoff aus dem Abitur herausnimmt, in Mathe.

Mathe regt nämlich sehr das Denken an und wir sollen nicht denken, sondern einfach dumm handeln.

ehrlich gesagt ist Schulmathe mindestens ein ganzes Jahrhundert in der Vergangenheit stehen geblieben. Nicht einmal das, was in den 50er entdeckt wurde, einer Zeit einer positiven Explosion an wissenschaftlichen und mathematischen Kenntnissen, wird gelehrt. Das Paradigma ist völlig veraltet—bspw. beschäftigt man sich mit Objekten, aber in Mathe beschäftigen wir uns seit mind. 1 Jh viel häufiger mit den Räumen. In Mathe geht es um einen kritischen, technischen Umgang mit idealisierten, abstrakten Strukturen, um Beweise und Konstruktionen. In Schulen geht es um Zahlen, Statistik und das Lösen von langweiligen DGLs, LGS. Höchstens lernt man die Verfahren (auswendig), diese aber interessiert keinen Mathematiker: wir wollen diese herleiten, und die Ausführung (die Sklavenarbeit) größtenteils (bis auf Input, Output und Algorithmusdesign) einem Automaten überlassen, was eh in Wirklichkeit geschieht. Schulen glauben ernsthaft, dass, wenn ein Schüler bspw. das Gaußverfahren kann, dass er lineare AnaIysis versteht, usw. Da täuscht man sich gewaltig.

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@kreisfoermig

  Welche Schule lässt denn mehr wie zwei Unbekannte zu? Und wenn du schon DGL bemühst: Ich habe hier schon die Frage gelesen, warum bei einer beschleunigten Bewegung nicht gelte " v = s / t "  Mit ( unanschaulichen ) Räumen höherer Dimension kannst du dich in der Schule gleich gar nicht befassen.

   Rein vom Schwierigkeitsgrad ist gar nicht möglich, die neuere Matematik des 20. Jhs. zu präsentieren.

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Ich habe vor langer Zeit mal erzählt bekommen, dass es in Frankreich zum Beispiel angeblich größtenteils nur Schulen gibt wo Schüler quasi den ganzen Tag sind.

Die machen erst mal ganz normal morgens und Nachmittags ihre Schulstunden, machen dann nach dem Unterricht oder während des Unterrichts (weiß ich nicht mehr ganz genau) ihre Hausaufgaben in der Schule, wahrscheinlich vom Lehrer begleitet, haben dann eventuell noch Freizeitaktivitäten wie Sport, Heimwerken, Basteln und ähnliches (weiß ich nicht mehr ganz genau was mir erzählt wurde), und gehen dann erst nach Hause.

Also die sind da echt von morgens bis abends in der Schule.

Wenn die Hausaufgaben gemacht werden, während der Lehrer direkt und sofort angesprochen werden kann, dann kann ich mir schon vorstellen, dass das Vorteile hat, eventuell auch Nachteile, kann ich nicht beurteilen.

Ich könnte mir vorstellen, dass bei so viel Unterrichtsstunden automatisch mehr durchgenommen wird, und da der Lehrer omnipräsent ist, und quasi ständig und immer angesprochen werden kann, kann sich das Tempo auch erhöhen.

In einer anderen Antwort wurde Südkorea erwähnt, dazu habe ich diese Webseite gefunden :

http://www.sueddeutsche.de/bildung/abitur-in-suedkorea-stunden-am-tag-lernen-1.1226457

So ähnlich ist es dort auch an den Unis. Bei der Bearbeitung der Übungszettel sind mehrere Lehrer dabei, um helfen zu können.

Die Deutschen müssen die Zettel alleine zu Hause bearbeiten, Hilfe gibt es nur gegen viel Geld, ab 30€ die Stunde.

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@tommy40629

 Natürlich könntet ihr euch zusammen setzen und in Gruppen arbeiten; das macht bloß niemand. Während in der Schule die Klasse den Primus zum Abschreiben erpresst, kriegst du, wenn du dich bei den Kommilitonen nach Aufgaben oder Lehrstoff erkundigst, die Standardantwort

   " Das hab ich auch noch nicht verstanden ... "

   Der will einfach vermeiden - for better or worse - dass du ihm die Zeit stiehlst ...

   Ich selbst machte da eine witzige Erfahrung. Warum nenne ich mich Gilgamesch? Weil ich der ===> Wanderer ferner Wege bin.

   Es gibt da eine Scherzaufgabe; beinahe schon ein ===> Zen ===> Koan. Einen Wettlauf zwischen Hase und Igel frei nach den Gebrüdern Grimm. Jede Weihnachten lag diese kleine Knobelei bei ===> Werner Martienssen aus. Als ich davon erfuhr, war ich Besucher einer Schülervorlesung von Martienssen; ich war Kl. 12. Noch den selben Abend um 23h habe ich es gelöst. Und das ist ein " Alleinstellungsmerkmal. "

   Erst im Betrieb erfuhr ich rein zufällig, diese Igelaufgabe habe sich ein Prof beim CERN ausgedacht ( Namen kann ich mir leider nie merken. ) Dieser Prof nun beanspruche Urheberrecht auf die Aufgabe; jegliche Weitergabe der Lösung durch Profs bzw. Assistenten sei strikt untersagt. Dies erst mal als Antwort auf deine Frage.

   In der großen Gilgameschnacht des SWR Hörfunks ( 19h - 24h ) fragt der Chefredakteur

  " Was ist ein Wanderer ferner Wege? Wir wissen es nicht ... "

   Der hat ja auch noch nie mit diesem Igelreferat vor der 12mc gestanden. Und ich nahm noch Wetten an; holt er ihn ein? Studienrat " Streusel " war total durchgeschwitzt - er hatte jegliche Überlegenheit verloren; jenes Improvisationstalent, das man von einem Matematiker erwartet bei der Auseinandersetzung mit einem ihm gänzlich neuen Stoff. Insgeheim hoffte er, ich würde mich verrechnen ...

   Später hatte ich übrigens einen Kollegen, übrigens auch Matematiker, der fand in 5 min einen höchst genialen Ansatz - na bitte geht doch ... ( Sein Modell gestattete sogar eine anschauliche Begründung für die korrekte Lösung. )

   Dann im ersten Semester machte ich die Erfahrung, dass sich meine Kommilitonen gebärdeten wie die Kinderlein. Z:B. machten unsere Assistenten mit uns eine kleine Wanderung; so ' ne Art " Semesterabschlusskneipe " Jeder hätte sein Bierchen zischen können - allein die Damen, die Studentinnen, vereitelten es. Denen ging der Aasch mit Grundeis; wenn sie alkoholisiert sind, könnten sie  die Kontrolle verlieren und gegenüber den Assistenten unangenehm in Erscheinung treten. Und so kam es zu dem absurden Vorfall, dass ich von zehn Dämlichkeiten eingekreist war, denen keine andere konstruktive Beschäftigung einfiel, als mich zu nötigen, mit ihnen um die nächste Tasse Kaffee zu würfeln ...

  Studenten unter sich; niemand wollte glänzen. Keiner formulierte Paradoxien; niemand hatte ein Rätselbuch mitgebracht. Und schon gar niemand wäre auf die Idee verfallen, hey wie ist das jetzt mit dem Igel? Ich hätte da eine Idee; was habt ihr? Wisst ihr, wovon dieser CERN Mensch lebt? Von der mangelnden ZIVLCOURAGE der Kommilitonen.

   Und das in Anbetracht der dazumal in den ===> 68-er Jahren so beliebten ===> K-Gruppen; da gab es welche, die allen Ernstes behaupteten, von ===> Mao müsse man lernen und alle Aufgaben im " Kollektiv " bewältigen ...

   Genau so mein Übungsleiter war " Walter " Der war eh kein großes Licht. Wie die kleinen Kinderlein bettelten meine Kommilitonen, bitte bitte sagen Sie uns; was kommt bei dem Igel raus? Ja schön; er hatte mal was GELESEN . Aber mit der eigentlichen Frage beschäftigt hatte er sich nicht; und so konnte denn seine Antwort verkehrter nicht sein. Sollte er sich Tatsache bei seinen Kollegen erkundigt haben, so werden die ihm die Standardantwort gegeben haben

   " Ich hab mich auch noch nicht damit beschäftigt ... "

   Unter den leistungsstarken Studenten ragten gewisse Originale hervor; echtes Urgestein. Ich gehörte mit Sicherheit dazu; und dann gab es da noch den Matematiker " Reinhold "  Z.B. wenn der von 7h - 19h Prüfungen vorberitt ( kommt von " Reiten " )  dann zog er sich eine Tafel Schok rein, rauchte eine Brasil, wieder eine Schok, wieder eine Brasil - usw.

   Der wurde später Vertriebsberater für Pampers. Das hörte sich dann so an:

  " Mein Vater sagte; ' mit deiner V W Rostlaube kannst du unmöglich zu dem Vorstellungsgespräch. Nimm meinen Rolls; das wirkt gleich seriös.  '

   Fragt mein Chef

   ' Was ist Ihre Lieblingsautomarke? '

   ' Rolls '  , log ich.

   ' Meine auch. Ihren hab ich schon auf dem Parkplatz gesehen; Sie sind eingestellt. ' "

   Aber noch befinden wir uns im ersten Semester; es sind wie gesagt die unruhigen 68-er Jahre. Beinahe wäre die Revolution ausgebrochen; auf Walter traf jenes Loriotwort zu

  " Wenn er nich wollte, dann wollte er nich oder konnte nich. "

   " Er konnte nich? Haaach wie unangenehm ... "

  Da entwickelte Reinhold wieder mal Führungsqualitäten.

   ( max Zeichen; Schluss folgt. )

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@tommy40629

Da entwickelte Reinhold wieder mal Führungsqualitäten.

  " Walter halt die Klappe; du hast keine Ahnung. Die anderen gebt endlich ruhe; das hält ja kein Schwein aus.

   Und jetzt zu dir Alfons. Nach Vorne ! Los dalli !! Rechnen !!! "

   Reinhold wollte einfach nur Fez. Und die anderen auch. Und ich wollte den Zampano machen; mal wieder allen zeigen, dass sie keine Ahnung haben.

  Aber immer noch war Walter mein Assistent.  Hände ringend beanspruchte der auf einmal, meinen Prolog zu sprechen. Und so kam es zu folgender Groteske; leider ist Spoerls Feuerzangenbowle nicht im Stande, sein starkes Lispeln angemessen wieder zu geben:

  " Differenziern kann jeeder. Intekriern is Klückßßache. Unn bei dene DGL; gelle. Da duutmer doch als de Nachbar frage; du geppmer maa en Ansatz, damittisch weiß, was raus kommt.

   Weil bei dene DGL ; gell. Da duun mir Ihne so Existenzsätze beipringe; also die Lösunge; gell. Dass die existiern. Weil die Existenzbeweise; gell. Die duun mir Sie nachher in die Prüfung abfrage.

  Aber wiemer die Lösungen findet, das sagemir Ihnen nischt, weil das giept es nischt ... "

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Mir ist keine Statistik darüber bekannt, die die unterschiedlichen Matheniveaus vergleicht.

Dennoch meine ich liegt es daran, dass Menschen die neu nach Deutschland gekommen sind ( Austauschprogramm etc.) noch starke Probleme beim Verständnis der deutschen Sprache haben. Da liegt es nahe, dass man sich eher auf den naturwissenschaftlichen Zweig konzentriert wie z.B. Mathe. Denn dieser ist einem am vertrautesten.

Dazu sollte man natürlich Schulsystem, Bundesland und das Herkunftsland der Schüler kennen.

Wenn sie Koreaner, Japaner oder Chinesen sind dann aufjedenfall.

Ich glaube bei einigen osteuropäischen Ländern auch. Ich kenne Ukrainer, die an Schulen in Deutschland und der Ukraine gearbeitet haben, die meinen, nicht nur in Mathe sondern anderen Fächern sei das Niveau hier niedriger.

Ich denke, in Deutschland könnte man definitiv ein hohes Niveau anbieten. Das Talent ist da. Aber ich glaube, die Schulen und Lehrer seien ziemlich gefesselt. Es wirkt, als würde sich das Bildungsministerium weniger für die Qualität interessieren und mehr für Statistiken, Konkurrenz und das Behandeln des Stroms an Schülern vom Abi nach Uni, etc. Aus systematischen Gründen dann kümmern so viele Schüler nur um die Note & das Bestehen, dass jegliche Abweichung ins echte Lernen wird mit Wut begegnet wird, als Täten die Lehrer was Verkehrtes, Kinder nicht wie Automaten zu erziehen, um ihnen robustes selbstständiges Denken beizubringen.

Na ja, so einfach ist das alles nicht, aber da sind ein paar Faktoren vorhanden, die zu systematischen Problemen führen, die im Endeffekt m E dafür sorgen, dass Fächer wie Mathe zu einem scheinbar niedrigeren Niveau gelehrt wird, auch wenn viele Lehrer das Gegenteil anbieten könnten.

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