Meerschweinchen hat schreckliche angst, was kann ich dagegen tun?

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8 Antworten

Hallo LolaLoveXD,

alle meine Tiere stammen aus Tierheimen oder Meerschweinchenhilfen. Manchmal kenne ich ihre Vorgeschichte einigermaßen genau, manchmal weiß ich nur, dass sie ausgesetzt wurden oder todkrank abgegeben wurden oder vielleicht sogar beschlagnahmt wurden, etc..

Die Tiere haben in den allermeisten Fällen eine schlimme Zeit hinter sich und sind entsprechend traumatisiert und manchmal auch verhaltensgestört. Ich bin mir dessen bewusst und nehme auch ganz gezielt genau diese Tiere auf, damit sie wenigstens ihr restliches Leben in einer guten Umgebung verbringen dürfen.

Es ist ganz normal, dass es manchmal sehr lange dauert, bis ein Tier Vertrauen aufbaut. Ich erlebe häufig, dass die Tiere sehr schnell lernen, dass man von mir gefahrlos Fressen aus der Hand nehmen kann. Gleichzeitig sind es ja grundsätzlich sowieso Fluchttiere, dies um so mehr, wenn sie schlechte Erfahrungen gemacht haben.

Ich hatte auch schon Schweinchen, die nach sehr kurzer Zeit ausgesprochen zutraulich waren. Im Moment habe ich vier Schweinchen und alle vier sind Panikschweinchen.

Ein Männchen habe ich seit drei Jahren. Er weiß, dass er keine Angst haben muss. Er bleibt entspannt sitzen, wenn ich im Gehege hantiere, kommt auch neugierig her. Inzwischen nimmt er mir alles aus der Hand, das hat aber sehr lange gedauert (ca. 2 bis 3 Jahre). Anfassen geht gar nicht. Sehr selten darf ich ihm kurz über die Wange streichen, aber allermeistens macht er einen Sprung rückwärts, wenn sich meine Hand nähert.

Ein anderes Männchen (Fundtier, im Karton ausgesetzt) habe ich seit Dezember. Er hat schon am ersten Tag gebettelt und mir alles aus der Hand genommen. Anfassen geht auch hier gar nicht. Anfangs ist er bei Berührungen in Schockstarre verfallen, inzwischen hat er sich soweit normalisiert, dass er flüchtet. Beim wöchentlichen Rausnehmen hat er sich immer heftig gewunden und zugezwickt, gestern hat er das zum ersten Mal gelassen.

Ein Weibchen ("Spaß"-Tier aus einer Schaustellerfamilie) habe ich seit August. Sie ist sehr aufgeschlossen, aktiv und gesprächig, bettelt lautstark und hat mir von Anfang an alles aus der Hand genommen. Sie ist ausgesprochen aufmerksam, kommt neugierig und zutraulich auf mich zu. Gleichzeitig ist sie immer auf der Hut und ausgesprochen schreckhaft. Das kleinste Geräusch oder eine Bewegung, mit der sie nicht gerechnet hat, versetzt sie in wilde Panik und sie flüchtet zum nächsten Unterschlupf. Sie beobachtet ständig ihre Umgebung. Beim wöchentlichen Rausnehmen erleidet sie fast einen Herzkasper.

Das größte Panikschwein derzeit habe ich seit einem Jahr. Das 3-jährige Weibchen stammt aus einer Zuchtauflösung. Mit Menschen hatte sie gar keinen Kontakt, 2x tgl. wurde Futter reingeworfen. Sie hat wohl mit anderen Weibchen zusammengelebt, allerdings zeitweise auch immer wieder isoliert in einer Einzelbox (in ihrer Funktion als Gebärmaschine).

Dieses Zuchtschwein habe ich anfangs überhaupt nicht zu Gesicht bekommen, sie saß ausschließlich im Häuschen. Es ging einige Wochen so, dass sie nur kurz rauskam, um Futter ins Häuschen zu ziehen, wenn ich einige Meter entfernt war.

Viele Monate hat sie überwiegend apathisch mit geschlossenen Augen in ihrem Häuschen vor sich hingedämmert, ich war mehrfach mit ihr bei der Tierärztin, da ich immer wieder dachte, sie sei krank. Sie hat nicht im Geringsten reagiert, wenn es Futter gab. Alle anderen haben gequiekt, sie hat weitergeschlafen.

Von der Meerschweinchenhilfe, von der ich dieses Zuchtschwein habe, habe
ich übrigens erfahren, dass alle Schweinchen dieser Zuchtauflösung das beschriebene Verhalten aufweisen.

Ursprünglich wollte ich sie in einer 3er-Gruppe integrieren. Für die beiden anderen (Böckchen und Weibchen) war sie wie ein Wesen von einem anderen Stern. Sie hat sich untergeordnet und kam erst zum Fressen, wenn die beiden anderen fertig waren. Das andere Weibchen der Gruppe hat ihre Nähe gesucht und einen Pflegetick entwickelt. Das führt hier jetzt zu weit, es ging auf jeden Fall nicht gut.

Ich habe das Zuchtschwein mit dem älteren, ruhigen Böckchen vergesellschaftet und sie verstehen sich prima, machen alles zusammen. Inzwischen bleibt sie allermeistens entspannt draußen sitzen, wenn ich vorbeigehe. Sie passt immernoch genau auf und ist fluchtbereit, wenn ich im Gehege hantiere. Sie schläft immernoch relativ viel, ist aber neugierig geworden, interessiert sich für ihre Umgebung. Sie reagiert auf Futtergabe, nimmt mir alles aus der Hand, und letzte Woche ist sie zum ersten Mal mit einem dünnen Stimmchen mit eingefallen, als alle anderen laut um Futter gebettelt haben. Sie hat insgesamt in diesem Jahr eine riesengroße Entwicklung durchgemacht.

Kann ich ihr nicht irgendwie zeigen, das sie sich nicht sorgen muss und das ich ihr nichts schlechtes will?

Doch, das kannst Du. Zwinge sie zu nichts und respektiere ihre Sorge. Spreche ruhig mit ihr, mache langsame Bewegungen und komme ihr nicht zu nahe. Reiche ihr weiterhin das Futter aus der Hand, aber auch hier mit langsamen Bewegungen. Du musst einfach viel Geduld aufbringen.

Mir tut das so weh, mit anzusehen, wie viel angst sie manchmal vor mir oder anderen hat.

Ich verstehe Dich schon. Allerdings solltest Du Dir sagen, dass sie wahrscheinlich tatsächlich viel mitgemacht hat und ihre Angst daher rührt. Jetzt ist sie bei Dir untergekommen und Du kannst ihr in Zukunft ein beständiges und liebevolles Zuhause bieten, in dem sie keine Angst mehr zu haben braucht. Das muss sie aber erst noch lernen und das kann u. U. sehr lange dauern.

Evtl. hat Dein Schweinchen auch gar keine schlimme Vergangenheit hinter sich. Jedes Meerschweinchen ist auch ein Individuum und es dauert unterschiedlich lange, bis es Vertrauen aufbaut.

Es sind oftmals ganz, ganz kleine Schritte, Verhaltensänderungen. Freue Dich über jeden dieser kleinen Schritte, in denen sie sich Dir weiter anvertraut. Das ist einfach etwas ganz Großartiges.

Liebe Grüße, Goldsuppenhuhn.

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Kommentar von LolaLoveXD
01.05.2016, 19:45

Vielen vielen dank für deine Antwor, hat mir sehr gut geholfen, ich werde mich an deine Tipps halten, danke!:3

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Das ist komplett normales verhalten. Meerschweinchen sind einfach keine Kuscheltiere sondern reine Beobachtungstiere die man höchsten IM GEHEGE mal an der Nase kraulen kann wenn sie auf dem Boden sitzen und jederzeit weg können. Das Verhalten von deinem anderen Schweinchen missdeutest du auch komplett falsch. Das flach hinlegen heißt eigentlich das es panik hat und sich dir ergiebt und hofft nicht gefressen zu werden. Von daher lass deine beiden Meeris im Gehege (was hoffentlich mind. 2m² auf einer Ebene hat) und versuche sie maximal an der Nase oder den Ohren zu kraulen wenn sie im Gehege sitzen. Ansonsten füttere sie aus der Hand und beschränke dich wirklich aufs anschauen! Nur so werden sie "Handzahm" bzw. können vertrauen zu einem aufbauen.

Raus genommen werden sollten sie nur 1x die Woche zum TÜV und öfters nicht (außer es müssen Medikamente gegeben werden oder das Schwein muss gepäppelt werden)

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Kommentar von LolaLoveXD
01.05.2016, 09:36

So meinte ich das mit dem Flachlegen nicht^^' Einer springt mir oft in die hände, sobald ich meine Hand in den Stall halte, Strecken beinchen von sich und fressen ab und zu nebenbei etwas(sie könnten auch jederzeit von mir runter, da ich auf einer decke auf dem boden sitze). Sie haben keine ängstliche haltung mir gegenüber(bei meinen meerschweinchen hatte ich angst, sie hätten eine krankheit oder sowas, deshalb würden sie ihre Augen schliessen und so ruhig sein...davor waren sie alle lange zeit seehr krank und ich hab nächte lang durchgemacht, ihnen alle halbe stunden so brei zum essen gegeben und ne Bettflasche gemacht. die tierärztin meinte, soe würden mich eher als mutter ansehen, weil ich mich so sehr um meine kleinen gekümmert hatte) Zudem gibt mir jedes auch bescheid, wenn es wieder in den Stall möchte, auf was ich natürlich auch höre. Genau aus diesem Grund mach ich mir sorgen um das andere. Ich kenne diese angst und dieses ,,nicht vertrauen" einfach von allen nicht und möchte auch nicht, das sie sich so fühlt.

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lass sie erstmal in ruhe. wenn sie angst hat kannst du sie nicht einfach packen. das macht alles nur noch schlimmer. setzt dich in die nähe von den käfig und dreh dich von ihr weg. lies z.b. etwas. irgendwann kannst du dich immer mehr zu ihr hindrehen. nach noch längerer zeit kannst du dicht dem käfig nähern! Wenn du Futter und Wasser wechselt bewege dich ruhig und langsam!! Das ist sehr wichtig

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Also :
-die ersten zwei Wochen musst du dich neben das Gehege setzen und lesen
-wenn du das jeden Tag min.10min gemacht hast legst du (möglichst in deine Nähe etwas leckeres und liest wieder etwas vor
-wenn sie das Leckerbissen gefressen hat kannst du eine Hand mit einem Leckerbissen in Gehege legen und wieder vorlesen
-wenn das klappt kannst du sie versuchen mit dem Leckerbissen zu locken
-so wenn du das geschafft hast ist dein Meerscheinchen zahm anfassen und auf dem Arm nehmen mag kein Meerscheinchen

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Hallo,

Also erstmal ist es gut, das sie ein Häuschen hat :) Damit hat sie einen Rückzugsort, in dem sie sich sicher fühlt. Dennnoch sollte ein zweites Schweinchen her, denn Meerschweinen sollte man nicht alleine halten.

Zum eigentlichen: Es muss sich erst einmal an dich gewöhnen. Das kann, je nach Eigenschaft Wochen oder gar Monate dauern. Füttere es doch mal mit Eisbergsalat oder Gurken :) So merken sie oft, das du denen gutes tust :) Damit hatten auch meine vier die Scheu vor mir verloren! :)

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Kommentar von LolaLoveXD
01.05.2016, 02:22

Alleine ist sie auf jeden Fall nicht, das tut diesen Tierchen nicht gut, das weiss ich.:) Danke für deinen Tipp:3

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Das ist doch bei Meerschweinchen ganz normales Verhalten.

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Kommentar von LolaLoveXD
01.05.2016, 02:20

Mein anderes Meerschweinchen legt sich oft total flach, schliesst die Augen, genießt meine Streicheleinheiten, ist einfach Tiefenentspannt und so kenne ich es auch von meinen anderen. Das sie so ängstkich reagieren kenne ich von keinem Meerschweinchen, das ich bis jetzt hatte....'-'

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Kommentar von knox21
01.05.2016, 02:24

Es sind aber Fluchttiere und keine typischen Kuscheltiere. Das Tier verhält sich also seiner Natur entsprechend. Nicht jedes Meerschweinchen lässt sich so auf seinen Besitzer ein. Vielleicht wird es ja noch zutraulicher.

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Kommentar von LolaLoveXD
01.05.2016, 02:28

Ich hoffe. Danke:3

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1.Nimm sie nicht aus dem Käfig da sie es verschrecken könnte.
2.Geh eventuell zum Tierarzt.
3.Streichel sie ganz sanft.
Vielleicht hilft es etwas ^^ Viel Glück.

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Kommentar von LolaLoveXD
01.05.2016, 02:23

Danke:3

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Kommentar von MeeriLOVEEER
02.05.2016, 16:10

nein fass sie nicht an. das macht alles schlimmer! Tierarzt bringt da nichts. das ist reine Psychologie ließ meine antwort

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Lieb sein und viel streicheln

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