Medizinstudium ohne Abitur?

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Prinzipiell ist es möglich und es gibt Personen, welche es geschafft haben, ohne Abitur einen Studienplatz für Humanmedizin zu erhalten. Das Ganze ist seit einer Änderung des Hochschulrahmengesetzes möglich und nennt sich "Hochschulzugang für beruflich qualifizierte Personen". Grundvoraussetzungen sind ein mittlerer schulischer Bildungsabschluss, eine erfolgreich abgeschlossene, dem jeweiligen Studiengang artverwandte, in diesem Falle also eine (notfall-)medizinische Berufsausbildung und eine gewisse praktische Berufserfahrung in dem jeweiligen Beruf. Die näheren Vorschriften werden soweit mir bekannt ist von den Ländern erlassen, jedes Bundesland hat nocheinmal ein eigenes Hochschulgesetz, deswegen heißt das Bundesgesetz auch Hochschulrahmengesetz, weil es eben nur einen Rahmem vorgibt und die abschließenden Regelungen den Ländern überlassen sind. Manche Länder fordern auch eine dreijährige Berufsausbildung und eine anschließende Berufserfahrung von mindestens zweijähriger Dauer. Soweit ich weiß, legt jede Hochschule selber fest, wie viele Studienplätze des jeweiligen Studienganges an "beruflich qualifizierte Personen" vergeben werden.

Das Latinum ist heutzutage generell keine Voraussetzung mehr für ein Studium, es gibt auch Abiturienten, die Latein abgewählt haben und die dennoch Medizin studieren. Alle notwendigen medizinischen Fachbegriffe, erlernen Medizinstudierende während ihres Studiums, die Hochschulen bieten dazu auch extra Kurse an und ich würde mal fest behaupten, dass man nach einer medizinischen Berufsausbildung wesentlich mehr Fachbegriffe kennt, als wenn man das Studium mit Abi macht.

Du musst dir "nur" überlegen, welche Berufsausbildung du machst. Rettungshelfer und Rettungssanitäter sind Qualifikationen im Rettungsdienst, jedoch keine anerkannten Berufsausbildungen und von der Dauer her auch weit unterhalb von zwei Jahren. Die einzige Berufsausbildung im Rettungsdienst ist der Notfallsanitäter, da gibt es jedoch wesentlich mehr Bewerber/innen als Ausbildungsplätze, sodass die Ausbildungsplätze nahezu ausschließlich an Rettungssanitäter/innen mit ein, zwei Jahren Beeufserfahrung und Fahrerlaubnis der Klasse C1 vergeben werden. Außerdem achten die Rettungsdienste verstärkt darauf, dass Ausbildungsplätze zum Notfallsanitäter gerade NICHT an Personen vergeben werden, die die Ausbildung als "Sprungbrett" zum Medizinstudium benutzen. Im Rettungsdienst herrscht Personalmangel, ausgebildete Fachkräfte (NotSan) will man daher im Rettungsdienst halten. Wenn dein Interessensschwerpunkt sowieso der Rettungsdienst/ die (präklinische) Notfallmedizin ist, dann solltest du dir aber sowieso überlegen, Notfallsanitäter zu werden und zu bleiben. Mit einem abgeschlossenen Medizinstudium, bliebe dir danach nur noch Notarzt, das macht jedoch heutzutage kein Arzt mehr als Hauptberuf sondern als "Zubrot", circa vier Notarztdienste pro Monat, den Großteil seiner Arbeit ist er also im Krankenhaus tätig.

Mfg

Ich bedanke mich herzlich für die informative Antwort ❤️. Hierbei werde ich dann beim Notfallsanitäter bleiben anstatt eines Medizin Studiums.

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@Niinjju

Freut mich, wenn ich dir habe helfen können und danke für die Auszeichnung als "hilfreichste Antwort"!. Mfg

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Hallo,

wie du bereits geschrieben hast ist über die berufliche Qualifikation eine Zulassung zum Studium möglich.

Dazu benötigt man eine abgeschlossene Berufsausbildung, die fachlich zum Studium passt, sowie mindestens drei Jahre Berufserfahrung.

Die Anzahl an Studienplätzen, die über diese Quote vergeben werden, ist geringer als die Anzahl der Studienplätze, die über die normale Abiturquote vergeben werden.

Die Anzahl an Studienplätzen, die über diese Quote vergeben werden

In den meisten Fällen existiert eine solche Quote nicht einmal.

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Wozu fragst du denn, wenn du eigentlich gar keine realistische Antwort haben willst?

Du kannst ja den Weg beschreiten, den du da beschrieben hast

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