Medizinstudium als Autist?

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10 Antworten

Hallo Lisa,

das du dir mit 15 Gedanken darüber machst, wie und ob du ein Medizinstudium schaffen kannst, finde ich bewundernswert! Ich weiß nicht, wie stark sich dein Asperger äußert, daher ist eine pauschale Antwort, ob du das schaffst nicht möglich.

Am besten wird es sein so bald wie möglich, die Studienberatung der Universität zu besuchen, an der du studieren möchtest (oder die dir am nächsten ist) und dich dort beraten zu lassen. Oft ist eine Erstberatung auch telefonisch möglich. Nimm ruhig (d)eine Vertrauensperson mit, wenn du unsicher bist. Die Berater können dir sehr genau den Studienverlauf und Kursinhalte erklären und haben viel Erfahrung, was Probleme bereiten kann.

 Ein Psychologe o.ä. kann dich dann auf die für dich schwierigen Situationen im Studium gezielt vorbereiten.

Lass dir von niemandem einreden, dass du etwas nicht schaffen kannst! Vielleicht dauert manches etwas länger als bei nicht Aspergern, wahrscheinlich stellst du aber auch fest, das Dir einiges viel leichter fällt.



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Es gibt z.B. Christine Preißmann, sie ist Ärztin und ich meine Psychologin und selbst Asperger Autistin.
Sie hat auch viel zu Frauen und Mädchen mit Asperger geschrieben.

Versuch dich doch mal mit ihr in Verbindung zu setzen.

Als Asperger kannst du (fast) alles schaffen, was du willst.
Ich kenne Asperger Autisten in verschiedenen (auch sozialen) Berufen, die damit wunderbar klar kommen. Sie haben sich aus Interesse für ihren Beruf entschieden, sich mit den Anforderungen vertraut gemacht und sich dann ihren Traum "erkämpft".

Ich arbeite mit Asperger Autisten zusammen. Eine davon hat mir erzählt, dass es schon manchmal schwierig ist, aber, dass es sich für ihren Traumberuf gelohnt hat und auch immer noch lohnt manchmal auch unangenehme Situationen auszuhalten oder subjektiv mehr leisten zu müssen als andere um das gleiche Ziel zu erreichen.

Ich wünsche dir ganz viel Erfolg!

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Das Studium schaffen ist kein Problem, wenn man sich dahinter klemmt. Die Frage ist eher, ob ein Asperger ein guter Arzt ist. Immerhin haben Asperger ja mit Zwischenmenschlichen Probleme. 

Meiner Meinung nach, sollte das aber kein Problem sein. Er ist vielleicht kein guter Psychiater und kann auch nicht gut mit Patienten, aber es gibt ja auch Positionen, wo man weniger mit anderen Menschen zum tun hat. Und da bin ich mir ziemlich sicher, dass auch Asperger gute Chancen haben.

Du fragst jetzt, ob du das Studium schaffen kannst. Sicherlich gibt es viele Sachen, wo du dich überwinden musst und die dir einfach schwer fallen. Aber wenn du willst, kannst du das sicher schaffen. 

Ich habe gerade ein Artikel über eine Ärztin gefunden, die Asperger ist (https://www.thieme.de/viamedici/klinik-faecher-neurologie-1538/a/asperger-syndrom-3915.htm) du kannst ihn ja mal lesen.

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Hey Lisa, 

Ich bin 16, habe Asperger und wollte schon von klein auf wahnsinnig gerne Ärztin werden. 

Das Studium selbst erfolgreich zu absolvieren sollte eigentlich kein großes Problem sein. 

Allerdings ist die Arbeit als Arzt mit den Patienten fraglich, zumindest wenn du zwischenmenschliche Defizite hast. Allerdings haben (aus eigener Erfahrung) gerade Chirurgen eine etwas kühlere Art und eine spezielle Art, mit den Patienten umzugehen. Natürlich bei weitem wahrscheinlich nicht mal die hälfte, aber ich habe schon einige von dieser Sorte kennengelernt, die durchaus gute Ärzte waren. Des weiteren kann man auch in der Forschung arbeiten, oder als hygiene-Ärztin oder dozent arbeiten.

Also überlegs dir gut, aber patientenkpntakt ist nicht zwingend nimotwendig.

Liebe Grüße

Lara

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Kommentar von Wazzupp
29.05.2016, 15:10

Bist du denn auf dem Weg Ärztin zu werden oder hast du doch einen anderen Weg einschlagen müssen?

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Das Studium solltest du auch mit Autismus schaffen. Die Frage ist, ob du ein guter Arzt wärst. 

Wobei du auch da unendlich viele Möglichkeiten hast und bis dahin hast du noch ganz viel Zeit. 

Also glaube mehr an dich. Du wirst deinen Weg schon irgendwie gehen!

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M. E. lässt sich das nur individuell beantworten. Die Probleme dürften sich ja weniger im Verständnis der Naturwissenschaft als auf der Ebene der zwischenmenschlichen Beziehungen abspielen. Wenn Du Dich in der Lage siehst, kranke Menschen nicht nur als "funktionsgestörtes Präparat" zu betrachten sondern ihnen auch ein gewisses Maß an Empathie und Wärme zu geben, könnte das funktionieren. Aber das lässt sich nur klären, wenn man Dich kennt. Ansonsten wäre es immer noch möglich in einem weniger personenbezogenen Bereich wissenschaftlich zu arbeiten.

Das Asperger-Syndrom kann ja durchaus sehr unterschiedlich aussehen, daher kann ich Deine Frage nicht wirklich beantworten aber zumindest Hinweise geben, wie Du eine Lösung finden kannst.

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Kommentar von Wazzupp
21.05.2016, 17:12

Mir geht es vorallem um das Studium an sich. Die Zusammenarbeit mit den Kollegen, das "unterwürfig sein" vor den Ärzten, Ausbildern, Schwestern, ... welches ja doch um einiges schwerer ist als bei anderen Berufen, ...

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Kommentar von Wazzupp
21.05.2016, 17:26

Da habe ich leider anderes gehört... :/

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Ich bin keine Autotistin, stehe aber einigen Menschen mit Asperger nahe - von denen allerdings niemand Medizin studiert oder studiert hat.

Habe selbst studiert (nicht Medizin) und 20 Jahre im medizinischen Bereich im Krankenhaus gearbeitet, bevor ich mich beruflich umorientiert habe.

Nach meiner Einschätzung dürfte dir ein Medizinstudium nicht wesentlich mehr Probleme machen als ein anderes naturwissenschaftliches Studium.

Als fertiger Mediziner gibt es Arbeits- bzw. Fachbereiche, in denen es nicht auf direkten Kontakt mit Patienten, Kommunikationsstärke und Intuition ankommt, sondern auf wissenschaftliches Arbeiten. Ich kann mir vorstellen, dass du dich im Bereich der Medizin auf Bereiche spezialisieren kannst, die dir liegen.

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Kommentar von Wazzupp
21.05.2016, 17:17

Ich habe von vielen Aspekten des Medizinstudiums gehört, die mir sehr viel "Angst" gemacht haben... "Um den ersten Teil erfolgreich abzuschließen benötigt man ebenfalls ein insgesamt 90 Tage langes Krankenpflegepraktikum." - Ich habe noch nie ein Praktikum geschafft. Oder auch das Zusammenarbeiten mit den Kollegen, das Unterordnen vor Ärzten, Schwestern, .... und vieles mehr...

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Kommentar von Wazzupp
21.05.2016, 17:30

Dann müsste auf so einiges, nicht nur im Praktikum, Rücksicht genommen werden. Teamarbeit liegt mir absolut nicht, ich berühre nicht unbedingt gerne andere und mich lasse ich garnicht berühren, das wilde "Studentenleben" ist nicht meins und schon steht man als Außenseiter da, .... Und wo findet man eine Universität, Menschen, ..., die auf all das eingehen?

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Kommentar von Wazzupp
21.05.2016, 18:41

Das Problem ist, dass ich aus Erfahrung weiß, dass man als Außenseiter nicht sehr beliebt ist und einen Hänseleien das Leben ja nun mal nicht leichter machen. Andere sagen, man kann nicht einfach so alleine mernen. Und andere berühren muss man in so einem Kurs.

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ich weiß nicht, wie es bei Medizinern ist, aber ich habe mit Asperger-Studenten (Künstlerischer Bereich) zu tun gehabt.

Und die, die ich da kannte, hätten vermutlich auch ein Medizinstudium geschafft.  Was dir verwehrt sein wird, sind bestimmte Bereiche,. Als Allgemeinmediziner dürfte es schwer werden, aber es wird etliche Bereiche geben, wo du sehr gut klarkommen würdest.

Wende dich an eine Universität, an der Medizinstudium angeboten wird, und erkläre dort deine Situation, und bitte dort um Informationen.

Dort wird dir bestimmt besser geholfen als hier.

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Natürlich geht das

http://www.swr.de/swr1/bw/programm/leute/preissmann-christine-aerztin-ist-asperger-autistin/-/id=1895042/did=16516538/nid=1895042/w4kw7e/index.html


Christine Preißmann hat auch ein Buch geschrieben, "Leben in zwei Welten".

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Kommentar von Wazzupp
21.05.2016, 17:25

Doch wo findet man eine Universität, die diese ganzen Anforderungen auch erfüllt?

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Kommentar von Wazzupp
21.05.2016, 17:35

Hm :/ trotzdem danke!

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Was Chrstine Preißmann geschafft hat, das schaffst du auch!

http://www.spiegel.de/gesundheit/psychologie/autismus-menschen-mit-asperger-syndrom-berichten-ueber-ihren-alltag-a-877992-2.html

Christine Preißmann, 42, Asperger-Autistin, promovierte Ärztin für Allgemeinmedizin und Psychotherapie

Wo genau erwartest du Schwierigkeiten im Studium?

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Kommentar von Wazzupp
23.05.2016, 16:23

Bei der Teamarbeit, die Praktika (hatte bis jetzt immer Probleme...), das "Studentenleben" an dem ich so nicht teilnehmen kann und will und folglich zum Außenseiter werde (was ja an sich nicht schlimm ist, jedoch erleichtert das darauf folgende Mobbing/Hänselei das ganze ja nicht), die Anweisungen, welche zu schroff sein könnten (Stimmenlagen nehme ich sehr intensiv wahr, auch wenn der jemand grad nicht böse ist reagiere ich auf zu schroffe Stimmen sehr zurückschreckend) oder zu viele aufeinmal (2-3 Schritte kann ich im Kopf behalten, ab dem 4. vergesse ich den 1. Ich muss mir vieles notieren) Das wäre alles was mir grad einfällt. Und das ist ja leider doch eine Menge :/

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