medizinstudent/in?

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4 Antworten

stress und leistungsdruck sind dein täglicher begleiter in diesem studium. in wie weit sich das auf jeden einzelnen auswirkt ist unterschiedlich. die VK ist geprägt von lernen, lernen und nochmals lernen. es ist trocken, zäh und aufwendig. oft erscheint einem der umfang in einigen fächern, gerade am anfang des studiums, als übermäßig oder teilweise unnötig. aber von semester zu semester greifen die einzelnen fächer mehr ineinander über und nichts erscheint einem mehr überflüssig - deshalb: gleich zu beginn vollgas geben und immer am ball bleiben.

freizeit ist natürlich noch drin, muss aber gut strukturiert werden. die prüfungen sind hart, aber sowohl machbar als auch unabdingbar. in den einzelnen fächern variieren die anforderungen jedoch von uni zu uni recht stark. der eine kämpft mit der histo an uni A, der andere dafür mit der biochemie an uni B. daran sollte sich die wahl der hochschule jedoch nicht orientieren, denn geschenkt kriegt man die scheine nirgendwo. es fängt erst so richtig an "spaß" zu machen, wenn sich das punktuelle wissen zu einem immer schärferen gesamtbild fügt.

für das studium habe ich mich entschieden, weil ich großes interesse an den naturwissenschaften habe und besonders an dem spektralen verständnis des menschlichen seins. wissenschaftliches, pragmatisches arbeiten machen sicherlich den löwenanteil am arztsein aus, aber die menschliche, emotionale komponente spielt auch eine große rolle. ich bin mit meiner arbeit im krankenhaus (und nicht als arzt einer privaten praxis) sehr zufrieden und möchte diesen weg auch vorerst auf unbestimmte zeit beibehalten. in einem großen krankenhaus lernt man doch sehr viel mehr von der patienten- und krankheitswelt kennen und begleitet die patienten (und auch die angehörigen) länger als ich das aus den arztpraxen kenne. jedoch herrscht dort auch ein anderes wettbewerbswesen. ich empfinde das jedoch mehr als motivation, nicht als eine last.

das studium im allgemeinen ist nach den ersten, manchmal ernüchternden erfahrungen, ein sehr schönes studium. in höheren semestern als tutor, also als studentischer lehrer zu arbeiten, hat großen spaß gemacht. man rekapituliert, ist direkt an der lehre der jüngeren kollegen beteiligt und kann dann auf eine weise unterstützen, wie es professoren nun mal nicht können.... und nebenbei verdient man auch ein bissl geld. die doktorarbeit ist eine, je nach arbeit, zeitaufwendige und nervenintensive aufgabe, aber natürlich ein meilenstein wenn man es erfolgreich hinter sich gebracht hat.

anschluss an die kollegen zu finden war überhaupt nicht schwer, auch dann nicht, wenn man aus völlig verschiedenen ecken deutschlands zusammengewürfelt wurde. der stress und die anforderungen verbinden und freundschaften aus dieser zeit halten meiner erfahrung nach auch dann noch an, wenn sich die wege nach dem studium räumlich wieder trennen.

also falls du diesen weg einschlagen möchtest, kann ich dir nur den rat geben, das von anfang an richtig ernst zu nehmen, denn mit dem erfolg kommt die langzeitmotivation und nicht zuletzt der erfolg im wirken nach der zulassung. von rückschlägen darf man sich nicht gleich unterkriegen lassen. ohren anlegen und nase in den wind strecken wenns mal stürmisch wird.

alles gute

PDman 31.03.2012, 10:20

danke für die äußerst ausführliche antwort :)

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Ich studiere zwar nicht Medizin (aber was vergleichbares), und kenne auch viele Medizinstudenten. Hier, was ich alles so mitbekommen habe:

  1. Um allein zugelassen zu werden, brauchst du einen richtig guten Abischnitt, sofern du nicht 5 Jahre auf den Studienplatz warten willst. letztes Jahr lag der NC in Folge des doppelten Abiturjahrgangs bei 1,1. (je nach Bundesland)

  2. Das anspruchvollste überhaupt am Studiengang ist das Auswendiglernen, wozu man auch recht wenig Zeit hat. Wenn dir sowas überhaupt nicht liegt, solltest du lieber die Finger davon lassen.

  3. Allgemein haben Studenten, die ein naturwissenschaftlichen Studienfach studieren, weniger Freizeit da sie z.B. in den Ferien Praktika haben oder Klausuren schreiben müssen. Das sollte dir bewusst sein (natürlich gibt es Leute, die es wunderbar hinkriegen, jedes Wochenende Feiern zu gehen, aber trotzdem alle Klausuren auf Anhieb bestehen...). Außerdem besteht die Chance, durch irgendwelche Klausuren zu rasseln und Semester ranhängen zu müssen (Keine Sorge, jeder fällt mal durch eine Klausur).

  4. Du solltest dich allgemein für die Thematik interessieren und gerne mit Menschen arbeiten.

  5. Fächern wie Mathe und Chemie soltest du nicht abgeneigt sein. Natürlich behandelt man sie nicht so intensiv wie z.B. ein Mathestudent, aber in den ersten Semestern werden meist nur die Grundlagen beigebracht.

Naja, ansonsten kann ich dir nur sagen, dass das Studium ANSICH nicht schwer ist, da du ja meist nur stumpf auswendig lernst und auch nicht großartig hinterfragen musst, sofern du nicht in die Forschung gehen willst. Phsyiker und Chemiker haben deutlich mehr zu tun. Anspruchsvoll wird es halt nur durch den Zeitdruck, Stress, Praktika etc. Google mal mit Begriffen wie "Medizinstudium schwer?". In vielen Foren gibt es dazu Diskussionen.

ClA89 30.03.2012, 20:08

dein letzter absatz stimmt nicht, es ist ein verbreiteter Irrtum zu glauben im Medizinstudium muss man nur auswendig lernen. Man muss auswendig lernen und verstehen/nachvollziehen in gleichem Maße. In machen Fächern wie Anatomie überwiegt vlt das auswendiglernen aber das hilft dir in (patho)physiologie nicht mehr soviel. Teilweise ist es auch so, dass du um bestimmte Aspekte zu begreifen (Bsp. Aminosäurestoffwechsel)du einfach die zugehörigen sachen (aminosäuren mit eigenschaften etc.) wissen musst, sonst verstehst du nicht wieso du harnstoffzyklusdefekte so oder so behandelst. Das Physiker und Chemiker mehr zu tun haben finde ich nicht. Medizin ist viel aufweniger. Ich hab Studienerfahrung in Medizin und Naturwissenschaften.

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Ich selbst studiere zwar kein Medizin, habe aber Umgang mit MedizinstudentInnen. Das Studium ist sehr anstrengend, die haben kaum Freizeit. Die meisten machen es so: 1 Tag Party, 1 Tag aukatern, 14 Tage lernen. Ansonsten sind die Inhalte auch sehr anspruchsvoll, und man muss sehr, sehr viel auswendig lernen. Gute Gründe, warum die anderen Medizin studieren, kenne ich wenige. Die meisten studieren das, weil sie einerseits die passenden Noten haben (dieses Argument habe ich wirklich mal gehört, da möchte ich nicht Patient), andererseits wollen einige auch die Praxis ihrer Eltern übernehmen. Seltener sind die Argumente "aus Leidenschaft" bzw. aus Überzeugung. Die meisten wollen nach dem Studium eine Praxis übernehmen und als niedergelassene Ärzte praktizieren. Die wenigsten wollens ins Krankenhaus. Eigene überlegen auch ins Ausland zu gehen.

SanoVX 30.03.2012, 18:37

sehr viel auswendig lernen

Das Medizinstudium hat mehr mit Verständnis zu tun, ansonsten kann du gleich einpacken!

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moepeinszwo 30.03.2012, 19:48
@SanoVX

Also um Verständnis gehts eindeutig nicht! Wer an den Kausalitäten scheitert hat keine Chance.

Die Herausforderung besteht in der Fülle an Details die in den verschiedenen Prüfungen abgefragt werden.

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Ist eigentlich ein sehr angenehmes Studium, vorausgesetzt Du kannst viel auswendig lernen und hast ein gutes Gedächtnis !

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