medizin studieren ohne arzt zu werden?

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6 Antworten

Nach dem Medizin Studium bist du ein Arzt. Aber du kannst dann auch jede andere Beschäftigung ausüben. In der Forschung / Pharmafirmen arbeiten viele Ärzte.

Das Medizinstudium ist in der Tat sehr stark auf die Patientenversorgung ausgelegt, Forschung lernt man nur am Rande.

Die naturwissenschaftlichen Grundlagen wie Chemie, Physik, Biochemie etc. werden in den ersten 2 Jahren (gegenüber den "reinen Naturwissenschaften" deutlich weniger umfangreich) gelehrt, nebenbei gibt es aber auch noch die speziell- medizinischen Fächer wie Anatomie und Physiologie.

Die 4 Jahre nach dem Physikum sind dann geprägt durch klinische Fächer und das Praktische Jahr im Krankenhaus. In der Zeit kann man bereits eine Doktorarbeit schreiben, diese ist aber in der Regel nicht mit einer naturwissenschaftlichen Arbeit vergleichbar (die wird nach dem Studium über mehrere Jahre angefertigt).

Natürlich kann man auf Basis des Medizinstudiums mit Promotion Forschung betreiben, jedoch in erster Linie als Arzt an einer Uniklinik. Dort muss man dann neben der Patientenversorgung und Lehre forschen, das findet häufig in der Freizeit statt. Forschungsstellen in Vollzeit gibt es auch, diese sind aber vergleichsweise selten. 

Wenn du also eher an der Forschung (experimentell?!) interessiert bist, würde ich zu einem anderen naturwissenschaftlichen Studium wie Biologie o.ä. raten. Auch gegen einen "Patchwork- Studiengang" wie Medizintechnik, Biomedical engineering etc. spricht aus meiner Sicht nichts, wenn das deine Interessen doch relativ genau abdeckt. Mit halben Sachen hat das nichts zu tun ( ist ja genauso ein anerkannter Master- Studiengang).

Außerdem finde ich es von einem gesellschaftlichen Standpunkt aus sinnvoller, Studienplätze für Medizin an Leute zu vergeben, die an der Arbeit als Arzt interessiert sind, da Naturwissenschaftler hervorragende Forscher, aber eben keine Ärzte in der Patientenversorgung werden können.

Die meisten Ärzte in der Forschung praktizieren auch.

Mediziner die sich ausschließlich auf die Forschung ohne Patienten-Kontakt konzentrieren sind sehr selten auch weil für die meisten Forschungsgebiete und Studien Patienten benötigt werden.

Es gibt auch Fachärzte in Forschungsfeldern, z. B. Laboratoriumsmedizin. Als alternative Studiengänge würden sich Medizintechnik oder molekulare Medizin anbieten.

Helpme00 01.05.2016, 22:24

ja davon habe ich gehört, aber ich wollte statt so einem "Patchwork studiengang" wie medizintechnik lieber etwas pures studieren. entweder maschinenbau oder medizin. nicht so halbe sachen, wenn du verstehst, was ich meine :)

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Kristall08 01.05.2016, 23:31
@Helpme00

Korrigiere deine Vorstellungen. Sie sind nicht richtig. ;)

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Hm,

dazu müsstest du eine richtige, naturwissenschaftliche Doktorarbeit machen. Diese dauern 3-4 Jahre, vollzeit. Und dir dann nach der Promotion eine Postdoc Stelle im richtigen Bereich suchen.

October

Hallo,

ich bin zwar noch lange nicht soweit, dass ich mich da ernsthaft mit beschäftigen bräuchte, deshalb habe ich noch nicht so ernsthaft nachgeforscht, aber ich habe später eventuell mal vor, Molekulare Biomedizin zu studieren. Der Studiengang ist meines Wissens nach weniger auf die Arbeit mit Patienten ausgelegt und mehr auf Vorbereitung auf Forschung. Er wird unter anderem in Bonn angeboten: 

Studiengang Molekulare Biomedizin - Universität Bonn

Ich hoffe, ich konnte ein bisschen weiterhelfen :)

LG

JaninaCS

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