Medizin studieren (Österreich, Deutschland)?

7 Antworten

Über den reinen NC (Bestenquote) werden auch in Deutschland nur 20 % der Plätze vergeben. 60 % werden über das Auswahlverfahren der Hochschule (AdH) vergeben und nochmal 20 % über die Wartezeitquote.

Die AdH sind größtenteils unterschiedlich aufgebaut und bestehen meist aus einer Kombination aus NC, einschlägige Berufserfahrung, TMS (freiwillig), HAM-Nat (pflicht in Hamburg, Berlin und Magdeburg) und einem Auswahlgespräch.
Die Unis basteln sich aus diesen Bausteinen ihr Auswahlverfahren zusammen. Es nutzen also nicht alle Unis alle Werkzeuge und dann auch noch in anderer Gewichtung.

Die Dritte Möglichkeit ist die angesprochene Wartezeitquote. Zu diesem Wintersemester benötigte man mehr als 14 Wartesemester oder 14 Wartesemester und einen Notenschnitt von 2,3.

Es wird sich allerdings in absehbarer Zeit einiges ändern, da das Bundesverfassungsgericht das Zulassungsverfahren in Teilen für verfassungswidrig hält. Von daher muss man abwarten wie sich das entwickelt. Es geht wohl auch in die Richtung, dass die Abiturnote eher weniger Gewicht bekommt und standardisierte Testverfahren mehr Gewicht bekommen. Die Wartezeit wird in der bisherigen Form auch wegfallen.

In Österreich kommt übrigens auch nicht jeder ins Medizinstudium. Dort muss man eben einen Test machen. Auch dort sind deutlich mehr Bewerber als Plätze vorhanden.

Es gibt mehr Studieninteressenten als Studienplätze - die Nachfrage ist höher als das Angebot. Daher steigen die Preise und der Preis für einen Studienplatz ist nun mal der Notendurchschnitt. Es wird jedoch darüber nachgedacht, die Studienplätze nach anderen Kriterien zu vergeben. Möglich wäre eine Art Prüfung, um die Plätze auf die "besten" Studenten zu verteilen. Wobei man natürlich noch irgendwie festlegen müßte, wann ein Student fürs Studium der Medizin gut geeignet zu sein scheint.

Was möchtest Du wissen?