Medikamentenlogistik - Darf die Angehörige Tabletten stellen, die ich dann verabreichen soll?

4 Antworten

Das Altenpflegeheim ist für das Wohlergehen (sprich Grund- und Behandlungspflege nach den aktuellen Standards in der Pflege) der Bewohnerin zuständig und kann dafür gar nicht aus der Haftung genommen werden. 

Im Klartext: Wenn die Angehörige die Medis falsch stellt und Ihr die dann verabreicht, dann seid Ihr für die (negativen) Folgen verantwortlich. 

Ich denke, das müsste Eure PDL und  die Heimleitung auch wissen.

PS: Die "Haftungsfreistellung" kassiert jedes Gericht in den ersten Verhandlungsminuten.

Danke für deine Antwort :-)

So sehe ich das auch.

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Dass eine Angehörige die Medis stellt die ihr dann verabreichen sollt, ist doch schon sehrungewöhnlich.

Wenn du eine examinierte Fachkraft bist, solltest du auf jeden Fall die Anzahl der Medikamente nachzählen. Und sicherlich kennst du auch die gängisten Medikamente in Form, Farbe und Größe. Auch darauf solltest du achten.

Dass ihr euch dagegen rechtlich abgesichert habt ist soweit Ok.

Diese Haftungsfreistellung ist das Papier nicht Wert  befreit nicht vor Strafe, denn ihr steht weiterhin in der Verantwortung diese Medis zu kontrolliern.

Stellt die Angehörige die Medis falsch, oder gibt nicht verordnete dazu, so bist du als austeilende  immer in der Verantwortung.

Das ist die sogenannte Durchführungsverantwortung.

Kannst du die Verabreichung der Medis ohne bedenken in der Doku abzeichen?

Ich würde es nicht machen.

Denn käme es wegen der von den Angehörigen gestellten Medis zu komplikationen,  würdest du, bzw die Personen die die Medigabe abgezeichnet haben, gekrallt werden, trotz dieser  Haftungsfreistellung
und gefragt werden:

haben sie die Medikamente nicht kontrolliert und einfach so ungesehen verabreicht? Na dann prost.

Will das deine Einrichtung, willst du das??

Deshalb der Angehörigen klipp und klar sagen: hier im Hause stellen wir aus rechtlichen Gründen  ( Durchführungsverantwortung) die Medikamente selbst und verabreichen diese auch.

Läst sich die Angehörige darauf nicht ein, so muss sie die Medikamente selbst verabreichen. Und wenn sie deshalb 5 x am Tag ins Heim kommen muss. Das ist dann ihr Problem.

Alles andere geht nach hinten los.

Grüße von einer PDL


Arbeitet ihr nicht mit den hausarzt zusammen? Fragt ihn wg. Dem arztbrief. Denn ihr müsst ja nachweisen was verabrreicht wird, wenn der mdk vor der tür steht oder die heimaufsicht! Ruft bei der heimaufsicht an und fragt nach was ihr machen könnt. Diese geben euch dazu Auskunft.  Lasst euch eine Bescheinigung von der ang.geben, dass sie die volle Verantwortung übernimmt und lasst sie unterschreiben.

Haftungsfreistellung wurde vom RA aufgesetzt!

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@hamlet89

Würdet trotzdem nochmal bei der heimaufsicht anrufen und fragen ob das reicht. Bei uns war dies immer ausreichend :) alles gute

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