Medikamenten Missbrauch - was passiert?

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8 Antworten

Selbstschädigung ist kein Straftatbestand, von dem ich je gehört hätte.

Tabakkonsum und Alkoholmissbrauch sind ja auch selbstschädigende Verhaltensweisen, die nicht unter Strafe stehen, egal wie sehr man es übertreibt. Man darf sich auch mit dem Hammer auf die Hand hauen oder die Arme mit Rasierklingen aufschlitzen, oder so lange in ungeeigneten Schuhen herumlaufen, bis man Blasen an den Füßen bekommt.

Es gibt nur einige selbstschädigende oder risikoreiche Verhaltensweisen, wo man Schwierigkeiten mit der Unfallversicherung oder der Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen könnte, so dass diese Versicherungen den entstandenen Schaden nicht zahlen, wenn man grob fahrlässig oder absichtlich gehandelt hat.

Es gibt ja immer wieder einmal Fälle, wo jemand sich mit der Kettensäge Finger abgeschnitten hat und die Arbeitsunfähigkeitsversicherung dann von der Annahme ausgeht, dies sei absichtlich geschehen, um sich Versicherungsleistungen zu erschleichen. Das wäre dann ein Versicherungsbetrug.

Von Fällen, wo jemand sich mit Medikamenten seine Gesundheit ruiniert hat, um nicht mehr arbeiten zu brauchen, habe ich noch nicht gehört, aber es wäre ein interessantes Diskussionsthema:

Muss die Solidargemeinschaft der Versicherten für Einzelpersonen einstehen, die sich grob fahrlässig oder absichtlich Schäden zufügen mit dem Ziel, Versicherungsleistungen zu kassieren?

Wie weit die ärztliche Schweigepflicht greift, wenn es um die Aufdeckung von Straftaten geht, weiss ich nicht. Das wäre eine weitere interessante Frage.

Zu der Frage: Müssen Eltern die Strafe zahlen, wenn ihr minderjähriges Kind eine Straftat begangen hat und dafür zu einer Geldstrafe verurteilt worden ist? Mein laienhaftes Rechtsverständknis sagt dazu: Keine Strafe ohne Schuld. Eine Geldstrafe muss vom Straftäter selber bezahlt werden. Eltern können nur zur Verantwortung gezogen werden, wenn sie ihre Aufsichtspflicht vernachlässigt haben. Sie können dann zivilrechtlich auf Schadenersatz verklagt werden.

Tabakkonsum und Alkoholmissbrauch sind ja auch selbstschädigende Verhaltensweisen

Also wenn Du versuchst, mir die Laune am Rauchen und Saufen zu vermiesen - okay; aber letztendlich schließt das auch Motorradfahren und die meisten Sportarten ein...: NEIN DANKE!!!

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@Bevarian

Ich wollte dir keineswegs die Freude am Rauchen und Trinken vermiesen. Es ist nur objektiv so, dass regelmäßiger Tabakkonsum zu negativen Veränderungen im menschlichen Körper führt. Bei Alkohol kommt es auf die Dosis an. Nicht jeder Alkoholkonsum ist gleich ein Alkoholmissbrauch.

Wir leben in einem freien Land, und deshalb darf jeder selbst für sich abwägen, welche Risiken er mit seinem Verhalten auf sich nehmen möchte.

Nur wenn ein Raucher nach seiner ersten Herzoperation nicht mit dem Rauchen aufhört und daraufhin eine zweite, dritte und vierte Herzoperation erforderlich werden, sehe ich es als Nichtraucherin nicht ein, dass ich diesen Aufwand mit meinen Krankenkassenbeiträgen mitfinanzieren soll (nein ich fahre auch nicht Motorrad, spiele nicht Fußball und mache kein Bungee-Jumping, Paragliding oder Bergsteigen).

In der Praxis wäre es nur kaum möglich zu entscheiden, ob ein Mensch mit seinem Lebenswandel noch ausreichend vernünftig ist, oder ob er aufgrund seines Risikoverhaltens in die finanzielle Mitverantwortung gezogen werden sollte.

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Wenn jemand bewusst Medikamentenmissbrauch betreibt - und sich damit selbst schädigt - ist das per Gesetz - soweit ich weiss - kein Straftatbestand - kann also i.d.R. nicht bestraft werden !

Es könnte aber sein - dass er Probleme mit seiner KK bekommt - und die die Kosten für eine Behandlung ablehnt - die aufgrund des Missbrauchs erforderlich werden könnte !

Wenn eine andere Person in den Missbrauch involviert ist - und polizeilich ermittelt wird - kann auch die Schweigepflicht des Arztes aufgehoben werden !

hast mit sicherheit von eineige stars gehört die medikamente missbraucht haben, sie sind nicht mehr unter uns, also, dass kann passieren...für die eigene gesundheit ist jeder zuständig, keine gesundheitspolizei wird was überwachen und ggf. stafen austeilen...

Kommt drauf an, was für Medis. Nehme an du meinst Drogen. Konsum ist nicht strafbar, nur der Besitz....

Solltest du den Suizidversuch meinen: Der führt zu Aufenthalt in der Psychiatrie.

ich rede weder von drogen noch von einem suizidversuch

ich rede von medikamenten missbrauch, legale medikamente wie schmerzmittel, schlafmittel, abführmittel, beruhigungsmittel, aufputschmittel, psychopharmaka. es gibt genug leute die solche dinge nehmen, ohne dass sie einen suizidversuch als ziel haben

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Wenn jemand die Medikamente auf 1 Rezept auf seinen Namen - vom Arzt ausgestellt und in der Apotheke gekauft - einnimt, tut er es straffrei. Egal, wieviel er sich reinpfeift!

Ansonsten gehen Täter bis zu ihrem 14 Lebensjahr straffrei aus. (Ewtl Unterbringung in einer Klinik bzw. im Betreuten Wohnen, dies entscheidet das Jugendamt) Die Eltern können wegen Versäumung der Aufsichtspflicht angeklagt werden, dies muss aber vom Kläger( vom Jugendamt) bewiesen werden.

Über 14 wird man nach dem Jungendstrafrecht, über 18 nach dem Erwachsenenstrafrecht verurteilt. Und nicht nur der, der Medikamente illegal missbraucht!

Über die ärztliche Schweigepflicht geht alles hinaus, das ein Straftatbestand darstellt, oder das Leib und Leben anderer gefährdet!

In folgenden Fällen können Jugendliche und erwachsene Personen bestraft werden:

(§ 29 Betäubungsmittelgesetz:)

Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit ** Geldstrafe** wird bestraft, wer 1.Betäubungsmittel unerlaubt anbaut, herstellt, mit ihnen Handel treibt, sie, ohne Handel zu treiben, einführt, ausführt, veräußert, abgibt, sonst in den Verkehr bringt, erwirbt oder sich in sonstiger Weise verschafft.

3.Betäubungsmittel besitzt, ohne zugleich im Besitz einer schriftlichen Erlaubnis für den Erwerb zu sein. (= Kein an die Person verordnete Medi auf Rezept vom Arzt gewesen...)

6.b)verabreicht oder zum unmittelbaren Verbrauch überläßt. (= Jemand hat sie einfach jemandem gegeben, oder für ihn liegen lassen...)

9.unrichtige oder unvollständige Angaben macht, um für sich oder einen anderen oder für ein Tier die Verschreibung eines Betäubungsmittels zu erlangen (= Man den Doc beschwindelt um an das Zeug zu kommen...)

10.einem anderen eine Gelegenheit zum unbefugten Erwerb oder zur unbefugten Abgabe von Betäubungsmitteln verschafft oder gewährt, eine solche Gelegenheit öffentlich oder eigennützig mitteilt oder einen anderen zum unbefugten Verbrauch von Betäubungsmitteln verleitet, (= Man verschenkt sie, überredet einen dazu, oder dealt damit)

11.ohne Erlaubnis nach § 10a einem anderen eine Gelegenheit zum unbefugten Verbrauch von Betäubungsmitteln verschafft oder gewährt, oder wer eine außerhalb einer Einrichtung nach § 10a bestehende Gelegenheit zu einem solchen Verbrauch eigennützig oder öffentlich mitteilt, (=Man gibt es einfach jemandem, oder gibt ihm einen Tipp , wo das Zeug ohne Rezept zu bekommen ist)

12.öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3 des Strafgesetzbuches) dazu auffordert, Betäubungsmittel zu verbrauchen, die nicht zulässigerweise verschrieben worden sind, (= Z.B. Flugblätter und Preislisten der Dealer in der Disco, im Park u.s.w. verteilt)

13.Geldmittel oder andere Vermögensgegenstände einem anderen für eine rechtswidrige Tat nach Nummern 1, 5, 6, 7, 10, 11 oder 12 bereitstellt, = (Jemandem für das Verbreiten des Zeugs bzw ausstellen nicht notwendigen Rezept Geld gibt /Kurier oder Bestechung)

In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr. = Nichts mit Zahlen, ab in den Knast! Besonders schwerer Fall ist wenn: er damit gewerbsmäßig handelt, und/oder durch seine Handlungen die Gesundheit mehrerer Menschen gefährdet sind. (= Mama gibt Ritalin auch den 2 anderen nervenden Kindern, obwohl es für sie nicht verordnet wurde!)

Wenn es nur fahrlässig gewesen ist, dann ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe. (= Mama hat die Packung liegen gelassen, und die Kinder haben probiert)

Das Gericht kann von einer Bestrafung nach den Absätzen 1, 2 und 4 absehen, wenn der Täter die Betäubungsmittel lediglich zum Eigenverbrauch in geringer Menge anbaut, herstellt, einführt, ausführt, durchführt, erwirbt, sich in sonstiger Weise verschafft oder besitzt.= Es darf nicht viel bei ihm sein, und es darf außer ihm selber keiner zum Schaden gekommen sein.

Gruß: Isa`

Dies ist eine interessante juristische Abhandlung, geht aber an dem Punkt vorbei, den MissMango offiziell wissen wollte (siehe ihr Kommentar zur Antwort von Iceman2004).

Wenn also ein Kind oder Jugendlicher missbräuchlicherweise große Mengen an freiverkäuflichen Schmerzmitteln o.ä. konsumiert, und den Arzt darum bittet, den Eltern nichts davon zu verraten, muss dann der Arzt stillschweigen? Immerhin liegt dann keine Straftat vor, und das Kind gefährdet keine andere Person, sondern nur sich selbst?

Es sei denn, durch medikamentös bedingte eingeschränkte Fähigkeit des Kindes zur Teilnahme am Straßenverkehr erhöht sich die Unfallgefahr, so dass auch fremde Personen an Leib und Leben gefährdet werden könnten. Beispielsweise, wenn das Kind im Halbschlaf über die Straße torkelt, ein Auto will noch ausweichen, prallt aber gegen einen Laternenmast und der Fahrer stirbt. Muss der Arzt deswegen dem weiteren Medikamentenmissbrauch des Kindes prophylaktisch entgegenwirken und die Eltern informieren?

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@Paguangare

DANKE genau das war meine (wohl ein bisschen falsch ausgedrückte) frage! :)

und auch danke an blunt, ist zwar nicht genau das was ich meinte aber auch interessant zu wissen!

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@Paguangare

Für alle, die gelesene Texte nicht bzw nur schwer verstehen können :

Große Menge an Medikamenten missbräuchlich zu sich zu nehmen : Straftatsbestand. Gefährdet das Leben und die Gesundheit des Kindes / Jugendlichen, das /der noch nicht bzw beschränkt Geschäftsfähig ist. (=noch zu doof ist selber über Sinn oder Unsinn solcher Aktionen zu urteilen, weswegen es/er auch Erziehungsberechtigte/n hat :D!) .

Es wird "verraten"! Der Befund wird dokumentiert. (Aufnahmebogen muss bei jedem Patienten ausgefüllt werden, mit Durchschlag! : Wie ist es passiert? Was, wieviel genommen?Allgemeinzustand? Blutuntersuchung? Welche ärztl. Massnahmen waren notwendig.)

Info an das Jugendamt: Eltern haben ihre Aufsichtspflicht versäumt.

Das Kind/der Jugendliche ist von den Eltern (denen es scheinbar sch... egal ist, was es macht) gefährdet worden. Das Amt leitet dann alles an geeigneten Stellen weiter.

Jugendliche über 14 Jahren: das Gleiche + wenn er deswegen behandelt werden muss, wird es an die Polizei gemeldet = Straftat. Es sei denn er hat nur eine** geringe Menge** bei sich bzw konsumiert. Da muss die Polente aber ein Auge zudrücken, nur bei Mengen + Einmalig, die das Gericht auch nicht berücksichtigen würde. Den Eltern mitgeteilt wird es auf alle Fälle.

Lese auch im Absatz 4 im Fettgedruckten bzw im letzten Absatz (wenn Du kannst

:(...)

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@blunt

Lieber Blunt,

vielen Dank für die präzise Ausdeutung deiner ersten Antwort.

Deine Interpretation eines behandlungsbedürftigen Medikamentenmissbrauchs durch minderjährige Personen ist also grundsätzlich:

Wenn so etwas passiert, dann sind die Eltern schuld, weil sie ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Der medizinische Befund wird nicht nur dokumentiert, sondern auf jeden Fall den Eltern und dem Jugendamt zugeleitet. Wenn durch den Medikamentenmissbrauch das Leben oder die Gesundheit des Kindes gefährdet worden sind, haben die Eltern eine Straftat begangen und werden bei der Poizei angezeigt.

Ist es also völlig ausgeschlossen, dass die Eltern ihrer Aufsichtspflicht ganz normal nachkommen und das Kind trotzdem einen solchen Unsinn verzapft? Die Aufsichtspflicht bei einem älteren Kind oder Jugendlichen bedeutet doch nicht, dass man als Eltern ununterbrochen anwesend ist und alle Bewegungen beobachtet.

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solange es legale medikamente sind, bekommt man keine strafe.

was allerdings passiert, ist, dass die leber stark geschädigt wird und man immun gegen das medikament wird, d.h. irgendwann wirkt es nicht mehr und man muss auf stärkere medikamente umsteigen

Du kannst so viele Pillen schlucken wie du willst. Weshalb sollte das Strafbar sein? Anders ist es natürlich, wenn die Tabletten geklaut sind oder sonstiges.

Das einzige was passiert ist, dass deine Leber dich dafür hassen wird :D

Kommt auf das Medikament und die Beschaffung an!!

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