Medien - Angst statt Fakten?

8 Antworten

Na ja, neben Fakten gibt es immer moralische Grundwerte. Jemanden zu verunglimpfen, Misstrauen gegen ganze Bevölkerungsgruppen zu sähen (wie es einige Parteien implizieren) widerspricht diesen Werten. Man kann sagen, Männer vergewaltigen öfter als Frauen. Aber deshalb zu implizieren, dass man jeden Mann als potentiellen Vergewaltiger ansehen könnte, wäre gefährlich und würde massives Misstrauen und Hass säen. Während also die Grundaussage korrekt wäre, wäre die Implikation ablehenswert und man müsste dagegen angehen. Die Grenzen zwischen "Fakten, über die wir reden müssen" und "Fakten, die ein falsches Menschenbild implizieren und Hass/ Angst/ Misstrauen säen" ist oft sehr schmal und wird nicht zu jeder Zeit von allen gleich gesehen. Grundtentenz sollte Offenheit und Toleranz sein, über alles andere sollte man erst mal zurückhaltend reden, weil es oft Fakten gibt, die man nicht kennt und fehlinterpretiert. (Einfaches Beispiel: Bestimmte Ausländer sind nicht "dreckig" oder "asozial", sondern kennen einfach eine geteilte Treppenhausreinigung im Mehrfamilienhaus/ Treppenhausdienst nicht. Nimmt man nur die Fakten "die putzen nie", kann man sie sehr negativ interpretieren - "die halten sich für was Besseres, legen keinen Wert auf Sauberkeit". Fragt man nach und differenziert, ergibt sich ein anderes Bild (Hausordnung nicht verstanden, Unsicherheit über das Vorgehen beim Putzen usw.)). Diese Differenzierung fehlt oft bei Beiträgen, die als polemisch/ polarisierend angesehen werden. Die Aussage "statischstisch gibt es mit dieser Bevölkerungsgruppe oft die und die Probleme" kann von einigen interpretiert werden als "wir müssen diese Bevölkerungsgruppe massiv beschränken, sonst versteht sie es nicht" und schon hat man extreme Intoleranz aufgrud von "Fakten".

Ich glaube du kennst die Bedeutung des Wortes Fakten nicht.

Fakten sind nicht interpretierfähig, Fakten sind Tatsachen. Zahlen sind Fakten, Größen und Längen sind Fakten, Geschehnisse sind Fakten.

Dann zu deiner eigenartigen Auffassung der Aufgabe der Medien. Wir leben nicht in der DDR und auch nicht in Nordkorea. Öffentlich-Rechtliche Medien, die vom Volk bezahlt werden, dürfen keine Tendenz haben. Es darf nicht die geringste Wertung, insbesondere keine politische Wertung seitens der Medien vorgenommen werden. Es dürfen nur Fakten und Informationen geliefert werden. So sind Medien in einem freien Land gedacht, die heutigen Medien weichen davon natürlich deutlich ab.

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@Lidemso

Fakten sind schon interpretierbar. Oft bringt doch erst Hintergrundwissen Verständnis. Wie war denn das mit der Frage "warum haben die ganzen Flüchtlinge ein Iphone?" Das war ein Fakt (viele hatten ein Iphone, ein Iphone ist teuer, nicht jeder kann sich das leisten). Der eine sagte frustriert, dass er kein solches Handy hätte und folgerte, Flüchtligne würden besonders viel Geld bekommen. Oder er glaubte, dass nur arme Menschen Asylstatus bräuchten und folgerte, diese Menschen hätten sich unrechtmäßig um Asyl bemüht. Später kamen dann zum gleichen Fakt andere Sichtweisen und Hintergrundinfos hinzu über Kosten der Flucht und Kommunikation mit Familienmitgliedern. Der Fakt blieb immer gleich, aber man konnte ihn sehr unterschiedlich verstehen und unterschiedliches Schlüsse ziehen (von "diese Schmarotzer" über "na ja, Flüchtlinge müssen nicht zwingend arm sein" bis hin zu "wenn ich in der Situation wäre, würde ich auch mit Freunden und Familie im Heimatland oder auf der Flucht Kontakt halten wollen").

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@Tasha

Ja, du verstehst die Bedeutung des Wortes "Fakten" nicht.

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@Lidemso

Warum sollen Fakten nicht "interpretierfähig" sein? Warum soll das, was vermeintlich als "Fakten" angepriesen wird, nicht in Frage gestellt werden können?

Wenn in der neuen Kriminalitätsstatistik von einem starken Rückgang der Kriminalität die Rede ist, wird man doch darüber diskutieren dürfen? Wenn die Jahresdurchschnittstemperaturen steigen, muss man sich fragen, welche Ursachen es dafür gibt und welche Konsequenzen daraus zu ziehen sind. Wenn die Arbeitslosenzahlen laut Statistik auf dem historisch tiefsten Stand sind, erscheint es sinnvoll sich die Methode der Datenerhebung einmal genauer anzusehen. Das gleiche gilt für alle "Fakten".

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@barfussjim

Und sehr wohl ist es Aufgabe der Medien von Dritten präsentierte Zahlen, Statistiken, Daten, Längen und Größen zu überprüfen, zu interpretieren und zu hinterfragen und nicht unkommentiert nachzubeten.

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@W4hrheitsf1nder
Hier wissen einige nicht was Fakten sind. 

Ja, der Fragesteller zum Beispiel. Denn

präsentierte Zahlen, Statistiken, Daten, Längen und Größen zu überprüfen, zu interpretieren und zu hinterfragen 

ist auch genau das, was Sarrazin in seinem Buch macht. Wenn dem nicht so wäre, dann hätte das Buch sehr viel weniger Fließtext.

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@Lidemso

Gottlob hast du den letzten Satz angefügt. Ich dachte schon, du würdest hier ein Loblied auf die neutralen Medien singen.....

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Die Spur des Geldes, dann schaust schon, wer da warum etwa von ich gibt.
Zeitungsverlage sind keine Altruisten, ondern gewöhnliche Unternehmen.
Sarrazyn wurde Multimillionär, mit eben einem Verlag, der eine Schriften verkaufte.

Die AfD reitet die gleiche Nummer ab, bestehend aus Wahlkampkostenerstattung, Parteienfinanzierung, Abgeornetendiäten und Parteispenden.
Funktioniertdem Wesen nach, völlig gleich was in Parteiprogrammen geschrieben steht oder sonstig geäußert wird.
Nichts weniger als der "Tanz ums goldene Kalb".

In der Politik gibt es keine Emotionen.
Diese werden von den Medien bedient und verstärkt.
Damit Wahrnehmung erzielt, je nachdem was man der Masse unterbacken will. Man nennt das auch "eine Sau durchs Dorf treiben".

Ich weiß nicht, was du unter "Hetze" verstehst, das ist doch wohl eher der Inhalt von Sarrazins Buch und nicht die mediale Reaktion darauf.

Ich habe gerade probeweise den Titel des Buches bei Google eingegeben, ergänzt mit den Namen bekannter Medien (Spiegel, Zeit, FAZ u. a.). Die dort veröffentlichten Rezensionen und Artikel sind kritische Auseinandersetzungen mit Gegenargumente, "Hetze" kann ich da nicht erkennen.

Warum werden in den ach so "politisch korrekten" Medien, wenn es um Ausländer geht, ständig Frauen mit Kopftücher oder gar Burkas gezeigt?

Ich habe letztens gelesen, daß nur 1/4 der Immigranten Türken oder Moslems sind.

Selbst von den Türken tragen längst nicht alle Kopftuch oder gar Burka.

Aber trotzdem werden bei so Symbolbildern, wenn es z.B. heißt "wir haben mehr Einwanderung" fast nur Kopftuchbilder gezeigt.

Im Artikel stellt sich dann z.B. heraus, daß es viele Migranten aus Polen sind.

Auch von den syrischen Flüchtlingen sind ja längst nicht alle strengreligiös.

Im Gegenzug darf man aber die Bezeichnung "Zigeuner" angeblich nicht mehr verwenden, ein Begriff mit dem ich aufgewachsen bin und ich kenne selber Zigeuner die sich als solche bezeichnen und die würden mir eher eins auf die Schniß hauen, wenn ich sie als "Sinti und Roma" bezeichnen würde, statt zu sagen "wow da will einer unsere Gefühle nicht verletzen"

Gibt ja noch mehr Zigeunerstämme als nur die Sinti und die Roma.

Aber woher kommt diese Doppelmoral? Was soll das?

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