Medezinrecht-Hodentoruison fall gewonnen?

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2 Antworten

Hallo Chris,

wenn man "Hodentorsion- Arztfehler" und "Urteil zu Hodentorsion" googelt, findet man ziemlich viel dazu; da sind auch Tipps, was man bei einem rechtlichen Vorgehen beachten soll. Ehrlich gesagt, wußte ich gar nicht, das es sowas gibt, aber wenn man so im Netz liest, scheint das relativ oft vorzukommen, da steht hauptsächlich bei jungen Männern zwischen 12 und 18 Jahren. Unmöglich, daß die Dich damals nicht richtig behandelt haben. Hoffentlich findest Du noch vergleichbares Material. Viel Glück !

Hodentorsion 2008: Außergerichtlicher Vergleich - Zahlung: 10.000 EUR

Mein Mandant (damals 13 Jahre) stellte sich am frühen Morgen in der Rettungsstelle vor.

Er gab an, dass er bereits seit über ½ Stunde starke Schmerzen im Bereich des linken Hodens hat. Der linke Hoden war geschwollen. Der behandelnde Arzt veranlasste weder eine Blutkontrolle noch unternahm er weitere diagnostische Maßnahmen. Er maß keine Temperatur etc. Er hob den Hoden lediglich an und stellte fest, dass dadurch mein Mandant eine Entlastung verspürte.

Er rezeptierte ein Antibiotikum und gab Schmerztabletten mit. Es wurde die Diagnose der Entzündung des Hodens gestellt. Eine Hodentorsion wurde ausgeschlossen.

Einen Tag später litt mein Mandant immer noch an starken Schmerzen. Diese nahmen stetig zu. Der linke Hoden war letztlich ca. dreimal größer als der rechte.

Mein Mandant stellte sich wiederum in der Rettungsstelle vor. Hier wurde er zur Urologie verwiesen. Jetzt wurde eine weitere Diagnostik, Sonographie, Ultraschall veranlasst. Es wurde die Hodentorsion festgestellt. Er wurde operiert. Es wurde zunächst der Hoden zurück gedreht. Mein Mandant lag ca. eine Woche stationär.

Später wurde der Hoden entfernt und eine Prothese eingesetzt. Der Hoden war wegen nicht mehr vorhandener Durchblutung nicht mehr zu retten gewesen.

Den Ärzten wurde diesseits vorgeworfen, dass sie nicht dem Facharztstandard entsprechend untersucht und diagnostiziert haben. Eine Hodentorsion ist kein unübliches Geschehen. Insbesondere hätte bei den klinischen Zeichen eine solche unbedingt abgeklärt werden müssen. Es waren hier gravierende Befunderhebungsfehler vorzuwerfen, da keinerlei diagnostische Maßnahmen stattgefunden haben.

Mein Mandant erhielt bei einer außergerichtlichen Einigung ein Schmerzensgeld in Höhe von 10.000 EUR.

http://www.anwalt-suchservice.de/presse/pressearchiv/pressearchiv2003/archiv2003_2343.htm

Ärzteversagen in der Klinik: 18.000 Euro für Verlust eines Hodens

Versäumt ein Arzt bei Verdacht auf Hodentorsion (Verdrehung des Hodens um die eigene Längsachse), eine sofortige Operation zu veranlassen, und verliert der Patient dadurch einen Hoden, so muss der Arzt Schmerzensgeld zahlen. Das berichtet der Anwalt-Suchservice (Service-Rufnummer 0180 - 52 54 555) und verweist auf einen Fall, den das Oberlandesgericht Köln zu entscheiden hatte.

Ein 15-jähriger Junge wurde mit heftigen Schmerzen im linken Unterbauch in Verbindung mit Übelkeit und Erbrechen in eine Klinik eingeliefert. Bei der Untersuchung wurde eine Hodentorsion zunächst ausge-schlossen. In der folgenden Nacht wurden die Schmerzen des Patienten jedoch schlimmer. Bei der Untersuchung am frühen Morgen wurde ein steinharter Knoten am unteren Hodenpol bemerkt. Jetzt stellte der Arzt die Verdachtsdiagnose einer Hodentorsion. Doch statt den Jungen, wie geboten, unverzüglich zu operieren oder als Notfall in eine Fachklinik zu überweisen, servierte man ihm erst einmal in aller Ruhe das Frühstück. Zwei Stunden später wurde er in eine andere Klinik, jedoch keine Fachklinik für solche Fälle, ver-bracht. Dort bestätigte ein Arzt die Diagnose einer Hodentorsion und empfahl die sofortige Vorstellung in einer Fachklinik. Erst gegen Mittag nahm man den Patienten in einer dritten Klinik als Notfall auf. Doch auch hier sahen die Ärzte keine Eile geboten. Es vergingen noch mehrere Stunden, bis die längst fällige Operation dann ganz gemütlich am Nachmittag begonnen wurde. Eine verhängnisvolle Entscheidung: Da die Blutzufuhr zum verdrehten Hoden stundenlang abgeschnitten war, konnte dieser nicht mehr gerettet werden. Als der Junge aus der Narkose erwachte, war ihm der abgestorbene Hoden entfernt worden. Entsetzt verlangte er später Schmerzensgeld von den zuständigen Ärzten, doch diese waren sich keiner Schuld bewusst und wiegelten ab. Der Fall ging vor Gericht.

Die Richter des OLG Köln (Urteil vom 23.01.2002, Az: 5 U 85/01) stellten sich ganz klar auf die Seite des jungen Patienten: Nach den Ausführungen eines Sachverständigen stehe fest, dass der Verdacht einer Hodentorsion durch eine sofortige OP abzuklären gewesen sei. Bei einem durch die Verdrehung verur-sachten Durchblutungsstopp sterbe der betroffene Hoden normalerweise bereits nach vier bis sechs Stunden ab und sei damit verloren. Die große Eile, die geboten war, habe der erstbehandelnde Arzt leichtfertig nicht beachtet. Wenn der Patient unverzüglich als Notfall in eine entsprechende Fachklinik verlegt worden wäre, hätte der Hoden gerettet werde

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wenn dein Anwalt nicht weiß, wie und wo er nach vergleichbaren Fällen suchen kann, solltest du unbedingt den Anwalt wechseln.

Zu deiner Krankengeschichte - das tut mir unendlich leid :-(

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Kommentar von Chris123998
13.10.2011, 15:30

Der anwalt hat 3 fälle...aber er meinte wir wenn wir auch noch was wiesen ist es besser...weil wir dann mehr haben. deswegen !

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