Max Weber - Kapitalismus

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2 Antworten

"Max Weber entdeckte im Calvinismus die ethischen Grundlagen für den neuzeitlichen Berufsmenschen. In dem steten Bemühen, Gnadengewissheit zu erlangen und GottesRuhm zu mehren, ordnete der Calvinist seine Lebensführung der Arbeit unter. Unddabei ging der Berufsmensch rational vor. Denn der Erfolg - und damit dieGnadengewissheit - war um so größer, je intelligenter und disziplinierter dieArbeit erledigt wurde. Doch was tun mit dem Reichtum, der leicht zum Luxuslebenverführt? Calvins Antwort: "Es ist nicht sündhaft, reich zu sein. Sondernin Sünde fällt nur, wer sich auf seinem Vermögen ausruht und es zurBefriedigung seiner lasterhaften Begierden missbraucht."

ZweiTugenden des modernen Berufsmenschen führten, so glaubte Weber, zum Geist desKapitalismus: der ungeheure Wille zur Arbeit und der asketische Konsumverzicht.Es formierte sich ein im Privatleben anspruchsloser Unternehmertyp heraus, der nichts anderes im Sinn hatte, als zu sparen und sein Kapital zu vergrößern."

http://www.zeit.de/1999/34/199934.biblio-serie.xml

Er stellte Beziehungen zwischen der evangelischen/reformierten Kirche und Kapitalismus her.

siehe hier:

Die Kritik wird jedoch trotz der begrenzten Perspektive des Werkes, die Weber durchaus bewusst war, auch häufig in Frage gestellt. Denn er differenziert in der Mitte seines Werkes ausdrücklich:

„Aber andererseits soll ganz und gar nicht eine so töricht-doktrinäre These verfochten werden, wie etwa die: daß der ‚kapitalistische Geist‘ […] nur als Ausfluß bestimmter Einflüsse der Reformation habe entstehen können oder wohl gar: daß der Kapitalismus als Wirtschaftssystem ein Erzeugnis der Reformation sei. Schon daß gewisse wichtige Formen kapitalistischen Geschäftsbetriebes notorisch erheblich älter sind als die Reformation, stände einer solchen Ansicht ein für allemal im Wege.“

Und gegen Ende des Werkes:

„[…] so kann es dennoch natürlich nicht die Absicht sein, an Stelle einer einseitig ‚materialistischen‘ eine ebenso einseitig spiritualistische kausale Kultur- und Geschichtsdeutung zu setzen. Beide sind gleich möglich, aber mit beiden ist, wenn sie nicht Vorarbeit, sondern Abschluss der Untersuchung zu sein beanspruchen, der historischen Wahrheit gleich wenig gedient.“

Weber behauptet kein Bestehen einer echten Kausalität zwischen Protestantismus und Kapitalismus, sondern eine Erhöhung der Wahrscheinlichkeit der Entstehung eines modernen Kapitalismus bei Zusammentreffen bzw. -wirken vonKapitalismus und Berufsethos bzw. innerweltlicher Askese.

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