Mathematik im Studium - verzweifelt. Eure Strategie bei Mathematik zum Lernen?

3 Antworten

Mathematik, auch die Studiums-Mathematik, ist im Grunde nicht schwer und durchaus machbar für jeden, der ein Abitur schafft. [...] Mathematik lag mir noch nie, von alleine ohne lernen habe ich kaum etwas verstanden. Im Gegensatz zu früher bin ich jedoch mittlerweile stur und lerne so lange bis ich etwas verstehe weil ich das Studium unbedingt schaffen möchte.

Leider ganz schlechte Grundbedingungen. Es deutlich ruhiger angehen zu lassen und nicht einfach auf gut Glück Prüfungen probieren, ist da eine gute Entscheidung.

Eine Grundsätzliche Frage - gibt es jemanden unter Euch, der nach langer Zeit wieder Mathematik lernen "musste"?

Trifft auf mich - zum Glück - nicht zu, aber gibt es natürlich genug.

Ist Mathematik wirklich ein "natural" Fach oder kann man es mit viel Zeit und Übung vielleicht doch beherrschen, auch wenn man keine natürliche "Begabung" hat?

Mag sein, dass es dem einen leichter fällt als dem anderen, aber dieses "Andere können's einfach so, ohne irgendwas zu tun"-Szenario ist einfach (bis auf einen zu vernachlässigenden Anteil) Irrsinn und manchmal auch eine Ausrede. Ich studiere Mathe und kenne wirklich 1A Kommilitonen mit 1,0 fast überall und Stipendium und so weiter, aber kein Einziger von denen lernt unterdurchschnittlich lange. Alle, die ich von dem Typ kenne, lernen bis zur Vergasung.

Ich habe jetzt ein halbes Jahr Zeit, werde auch aufgrund dessen wahrscheinlich halbtags arbeiten und nicht mehr Vollzeit wie es eigentlich geplant war. Wie würdet Ihr vorgehen? Bei Brüchen, Gleichungen usw. anfangen oder sollte man sich die "Basics" schenken?

Das hängt extrem davon ab, wovon die Prüfung handelt. "Mathematik, Finanzmathematik und Statistik" ist zu ungenau. Hast du ein Script? Das könnten Standardaufgaben sein, die man mit Stochastik aus der Schule gut hinkriegt bis hin zu stochastischen und statistischen Modellen mit Inhalten der W-Theorie, auf dessen Wissensstand du von deinem Niveau in einem halben Jahr nicht mal mit täglichem Lernen ohne Job kommen kannst. Also wie gut sind dir die Inhalte bekannt, die abgefragt werden?

Mathematik, auch die Studiums-Mathematik, ist im Grunde nicht schwer und durchaus machbar für jeden, der ein Abitur schafft.

Die Schlüssel zur Mathematik sind:

  1. Jemand, der wirklich gut und langsam erklären kann

  2. Viel eigene Übung

Vielleicht findest Du einen Studenten, der sehr fit in Mathe ist und pädagogische Fähigkeiten hat, zur Nachhilfe.

Danke.

Würdest Du zur Sicherheit mit den Basics anfangen?

Abitur habe ich leider nicht gemacht. Ich habe die Berechtigung über den Fachwirt erhalten.

Mein Selbstvertrauen in Mathematik ist aufgrund der Schulzeit (durchgehend Note 4-5) leider nicht das höchste.

Wobei ich auch zugeben muss, dass ich früher ziemlich faul war, vielleicht auch ein Grund.

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@vandit84

Die Frage ist, was man unter Basics versteht.

Was sitzen muß, ist natürlich das Lösen von linearen und quadratischen Gleichungen. Weiterhin die Potenzgesetze.

Logarithmus und Integralrechnung ist kaum gefragt, die Geometrie und Vektorrechnung auch nicht.

Grundlagen in Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistik sind wichtig.

Mit Funktionen muß man umgehen können, z.B. Nullstellen, Extremwerte und Ableitungen berechnen.

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Mathematik, auch die Studiums-Mathematik, ist im Grunde nicht schwer und durchaus machbar für jeden, der ein Abitur schafft.

Glaubst du, dass die 70 % Abbrecher zum Spaß abbrechen?

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@Drainage

Ich denke er spricht nicht vom Mathematikstudium sondern von der Mathematik in den Studiengängen in denen sie eher als "notwendiges Übel" behandelt wird. Da sollte es eigentlich wirklich jeder mit ein wenig Arbeit schaffen, der das Abi gepackt hat.

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Hallo,

leider ist das in Mathematik wohl häufig der Fall - in der Schule mag man es nicht, kann es nicht (was beides miteinander zusammen hängt), wurde vermutlich irgendwo abgehängt und hat den Anschluss nicht mehr gefunden, aber es ist ja "nur" die doofe Mathematik, die man im Leben sicher nicht mehr braucht - man will ja nicht Mathe studieren. Klingt das in etwa bekannt? ^^

Viele fallen dann etwas (arg) auf die Schnauze, weil Mathematik eben doch in so vielen Studiengängen mehr oder weniger vorkommt. Dann gibt es drei Möglichkeiten:

  • Aufgeben
  • Gerade das nötigste Lernen und nach dem Motto "4 gewinnt" irgendwie durchwursteln
  • Sich mit viel Arbeit die Grundlagen aneignen und versuchen, das Zeug trotzdem zu verstehen

Ich finds gut dass du die dritte Möglichkeit versuchst und versuch mal ein paar Tips zu geben. Im Voraus: Ich gehör zu den Leuten, die immer schon Spaß an Mathematik hatten und denen das Meiste auch relativ einfach fällt (auch ich habe in Ana / LA sehr viele Fragezeichen gehabt^^).

Ist Mathematik wirklich ein "natural" Fach

Habe ich mir immer wieder Gedanken drüber gemacht. Meiner Meinung nach ist es das grundsätzlich schon, allerdings nicht so sehr, wie es immer dargestellt wird. Menschen mit entsprechender Begabung lernen das Ganze natürlich sehr viel schneller, haben mehr Spaß dabei und bringen auch meist bessere Leistungen. Dennoch liegt das Problem bei den meisten Menschen meiner Meinung nach nicht nur am fehlenden Talent, sondern vor allem an der falschen Einstellung: Wer immer sagt "Ich kann das nicht und ich brauch das sowieso nie" hat auch keine Chance es zu lernen. Eine Einstellung "Ich will das jetzt lernen" hilft hier sicher sehr weiter.

Letztendlich ist die Mathematik eben komplett logisch. Einiges davon erschließt sich einem sicher erst wenn man sich mehr damit beschäftigt (Potenz-/Ableitungs-/ sonstige Gesetze und Rechenregeln - in der Schule und den meisten Studiengänge muss man die so hinnehmen, erst im Mathestudium wird das alles wirklich bewiesen und hergeleitet), aber letztendlich ist Mathematik einfach pure Logik. Wer daran wenig Interesse und Begabung hat, kann sich meiner Meinung nach aber auch auf einen anderen Teil berufen: Gerade in den Studiengängen mit Mathe als "notwendiges Übel" (BWL etc) wird normalerweise kein kreativer Einsatz der schönsten Sätze verlangt, sondern stumpfes runterrechnen. Und das sind Dinge, die (fast) jeder durch genügend Übung erlernen können sollte.

Wie würdet Ihr vorgehen?

Nicht als Einzelkämpfer. Suche dir andere Leute. Das kann ein Nachhilfelehrer sein, das können Mitstudierende sein, mit denen du zusammen lernst. Besuche wenn angeboten die Tutorien dazu an deiner Universität. Versuch die Theorie so weit wie möglich zu verstehen. Und dann übe, übe, übe. Wenn dir eine Formel einfach nicht klar wird, du einfach nicht verstehst, warum du das so machen musst - dann rechne 10, 20, 100 Aufgaben dazu - evtl verstehst du es immer noch nicht, aber für die Klausur sollte es reichen.

Bei Brüchen, Gleichungen usw. anfangen oder sollte man sich die "Basics" schenken?

Wenn die Basics nicht sitzen geht das komplizierte schlecht. Das ist eine der Sachen die meiner Meinung nach die Mathematik so "schwer" machen - wenn ich in der 7., 8. Klasse nichts verstanden habe, habe ich auch in der 9., 10. etc keine Chance, weil alles aufeinander aufbaut. Such dir am Besten einen Nachhilfelehrer - Idealerweise entweder ein Profi oder ein Student für Lehramt Mathematik. Besprech mit diesem Explizit was du kannst, wo du noch Schwierigkeiten hast, erstellt einen Plan wie ihr das alles nachholt. Das wird viel Arbeit und viel Übung brauchen und je nach Lösung vermutlich auch eine Stange Geld kosten, sollte aber die effektivste Lösung sein. Alles im Selbststudium nachzuholen wird schwierig, wenn du die richtigen Bücher findest aber eventuell auch möglich. Eine Kombination (Selbststudium aus Büchern und jede Woche ein Treffen mit einem Nachhilfelehrer zum klären von Fragen) wird wohl letztendlich der beste Kompromiss sein. Sobald du beim komplexeren Stoff (dem eures Studiums) angekommen bist, treff dich mit Kommilitonen zum gemeinsamen Lernen und Üben - immer noch der Beste weg.

Leider ist in deinem Fall genau das eingetreten, was ich bei diesem Weg ("kurze" Schulzeit, Ausbildung, dadurch die Hochschulreife) immer befürchte: Klar kennst du dich in deinem Beruf aus - aber ein Studium verlangt so viel mehr Theorie als eine Ausbildung, dass da Lücken da sein müssen - immerhin macht man in der Zeit des Abiturs ja auch nicht nichts, irgendein Unterschied muss da ja da sein.

Mir geht tatsächlich der Platz aus, daher bleibt mir nur noch zu sagen:

Ich hoffe sehr dass du ein Beispiel wirst, in dem es dennoch funktioniert und wünsche dir viel Erfolg und Durchhaltevermögen. Letztendlich wird auch in der Mathematik nur mit Wasser gekocht ;)

mfg
Ennte

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