Mathematik im Jahr 1946?

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4 Antworten

Ich habe mit meiner Oma auch viel über ihre Schulzeit geredet und wie das damals so war. 1929 geboren wurde sie in Berlin groß und machte 1945 ihr Abitur. Sie meinte in der damaligen Zeit war es ein großer Unterschied wo man groß wurde. sie wurde während des Krieges aus der Stadt geschickt wo sie bei Verwandten auf einem Bauernhof lebte. Schule war in Kriegszeiten einfach nicht das wichtigste. Sie wollte aber lernen und floh zurück in die Stadt ins Elternhaus und erlebte dann wie ihre ganze Nachbarschaft zerbombt wurde. Auch ihre Schule. Die Schüler bauten mit den Lehrern Barracken, die weder Heizungen noch fließend Wasser hatten. Sie meinte aber das war nicht das schlimmste. das schlimmste war, dass jeden morgen alle Schüler in einer Reihe aufgestellt wurden und der dünnste und kleinste einen Löffel Lebertran gegen Mangelernährung essen musste vor der ganzen Schule. Das war sie. Sie erlebte wie ihre Lieblingslehrer verschwanden und die die blieben nicht mehr wussten was sie überhaupt unterrichten durften. Meine Oma ist aber trotzdem ein sehr gebildeter Mensch. Sie studierte und wurde selbst Lehrerin und Studienrätin. 

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Es ist blanker Unsinn anzunehmen, dass in den 40er Jahren die Schüler in Mathematik nicht oder nur bis zu einer niedrigen Stufe ausgebildet worden seien. In den damals sogen. "höheren Schulen" (Oberrealschule, Realgymnasium)  wurde in den Oberstufen  umfassend höhere Mathematik gelehrt und das Fach war ganz wichtig im Abitur.  Nur: Die meisten, die sich nach der Schule beruflich mit Mathematik nicht zu befassen brauchten, haben das meiste schlicht vergessen.  In den damals "Volksschulen" genannten, mit den heutigen Hauptschulen vergleichbaren Schulen, die nach 8 Klassen endeten, wurde zwar keine höhere Mathematik gelehrt, aber alle Grundrechenarten, Geometrie und zumindest einfachste Grundbegriffe auch gehobener Mathematik. Auch das haben die Leute im Laufe ihres Lebens vergessen, die andere Berufe und Aufgaben hatten (von denen es in den Kriegs- und Nachkriegsjahren besonders viele gab, wie sich die heutige Jugend es überhaupt nicht mehr vorzustellen vermag). Allerdings ist auch daran zu erinnern, dass in der angefragten Zeit es noch erhebliche Unterschiede in der Unterrichtung von Jungen und Mädchen gab. Damals herrschte die Tendenz vor, dass Mädchen mit Mathematik, Technik und Naturwissenschaften nur wenig anzufangen wissen; sie wurden daher mehr in hauswirtschaftlchen Dingen ausgebildet (meistens in nach Geschlecht getrennten Klassen).

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mal ganz abgesehen vom Lehrplan:

meine Mutter hat mir erzählt:  sie hat 1946 das Abschlusszeugnis der Mittelschule bekommen, und zwar obwohl im Kriegsjahr 1945 und im Nachkriegsjahr 1946 fast der gesamte Unterricht ausgefallen war - sie hätte das Versäumte damals wohl gerne nachholen wollen, aber bekam diese Chance nicht - sie sagte man hat den Schülerinnen damals einfach die Abschluss-Zeugnisse in die Hand gedrückt and gesagt, sie sollen selber schauen wo sie bleiben, und sie fortgeschickt.  Ich weiss dass meine Mutter zeitlebens immer etwas unsicher war wegen dieser lückenhaften Schulbildung.

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Also die 4 Grundrechenarten hat man auch schon in den 20er Jahren gelernt. Ich glaube dass sich deine Oma einfach nur sehr lange nicht mehr damit beschäftigt hat, weil sie vielleicht andere Dinge sehr viel spannender findet.

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Kommentar von SiedlerProfi
12.11.2016, 22:26

und auch Rechnen mit negativen Zahlen? wi esah es mit der Mengenlehre an den Hauptschulen aus?

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