Maßnahmen zur Steigerung Autarkie eines Wohnhauses?

4 Antworten

Hallo,

gute Idee. Die wichtigste Info hast Du aber nicht gegeben: Welche Heizung ist momentan installiert? Welche Wärmeübertrager? Gasanschluss? Wasserschutzgebiet?

Und: Wie soll die ehemalige Werkstatt genutzt werden?

Ansonsten: Wenn der Tank schon da ist und als Regenwasserspeicher genutzt werden kann, dann ist das gar keine Frage. Hier schauen, dass dann die Fläche (auch die renaturierte) neu berechnet wird für die Entwässerungsabgabe.

Kein Wasserschutzgebiet, kein Gasanschluss möglich. Derzeit befindet sich eine alte Ölheizung (Bj 81) im Keller. Danke für den Tipp mit der Abgabe!

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@DelBiero

Kein Gas. Dann fällt ein BHKW wohl weg, die kenne ich nur mit Gas betrieben. Große Wärmepumpe wäre da wohl dann die beste Lösung. Ob mit Bohrung (teuer), Brunnen oder Ringgraben musst Du Dir ausrechnen (lassen).

Problem wird halt hier sein, dass die Heizkörper nicht passen. Hier musst Du also entweder nachträglich Fußboden/Wandheizung verlegen oder geeignete Flachheizkörper (seriell) montieren. 

Wichtig: Es gibt eine Menge Fördermittel, nicht nur von der BAFA, sondern auch von der KfW, evtl. noch vom Kreis, den Gemeinden … Da auch ein Energieberater bezuschusst wird, wäre das vielleicht eine Überlegung.

Von Solarthermie würde ich auch abraten. Solarvoltaik wurde ja schon angesprochen. Bei Einspeisung kommt halt immer die Geschichte mit Gewerbe etc. dazu. Muss man sich überlegen, ob der Aufwand lohnt. Immerhin werden Speicherbatterien immer günstiger. Und evtl. kann man sich dann ein E-Auto überlegen, das man kostenlos „tanken“ kann. 

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@tinalisatina

Die Wohnungen werden ohnehin mitsaniert, da wäre die Art der Heizung kein Hindernis. Danke für die Hinweise! Beim Thema Solarstrom stoße ich immerwieder auf cloudlösungen, die scheinen gerade sehr im Trend zu sein. Sprich: man speißt seinen Strom ins Netz ein, dieser wird aber nicht vergütet sondern auf einer virtuellen Bank gespeichert von welcher man ihn Nachts o.ä. abrufen kann. Kostet natürlich... Kann soetwas sinnvoll sein?

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@DelBiero

Ja, das kenne ich z.B. von Viessmann ViShare. Das kann lukrativ sein, um wirklich ein hohes Autarkilevel zu haben.

Da muss man aber genau schauen, wie viel Strom man erzeugt und verbraucht. Das ist bei mehreren Wohnung möglicherweise schwierig. Aber das mal durchrechnen kann interessant sein.

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Wenn alles neu gemacht werden soll, könnte eine Wärmepumpenheizung sinnvoll sein. Entweder durch die klassische Erdwärme oder auch durch die Abwasserwärme.

Wenn Geld eine untergeordnete Rolle spielt, kann man auch über eine Eisspeicherheizung nachdenken.

Mit dem Thema Solarthermie kann man sich auch mal beschäftigen. Bei einer großen Dachfläche kann so etwas durchaus Sinn machen.

Ehemalige KFZ-Werkstatt mit Tankstelle

Bleibt zu hoffen, dass es keine Altlasten im Boden gibt....

Zum Glück wurden umfassende Proben genommen und Gutachten erstellt. Ferner gibt es einen Vertrag indem sich ARAL verpflichtet alle Altlasten auf ihre kosten zu beseitigen.

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Bei der Grundstücksfläche und auch dem Vorhaben, bereits versiegelte Flächen zu "entsiegeln", wäre als bislang noch nicht so bekannte Idee der Ringgrabenkollektor zu nennen: http://www.bosy-online.de/Ringgrabenkollektor.htm

Er erspart dir die Erdbohrung, benötigt aber ein wenig Fläche. Und was interessant ist, wer einigermaßen geschickt ist, kann mit ein wenig Schützenhilfe den selber bauen. Dazu ist es allerdings zwingend notwendig, dass man den Wärmebedarf und die benötigten Vorlauftemperaturen kennt und notfalls durch Dämmung eindämmt. (schönes Wortspiel ;-) ). Das gilt übrigens grundsätzlich für einen Einsatz einer Wärmepumpe. Da du den Garten ja neu anlegen willst, bietet sich das durchaus an.

Zum Kollektor noch eine Solewärmepumpe, wie man sie für eine Erdwärmesonde nutzt, und Thema erledigt.

Photovoltaik ist absolute Pflicht, es sei denn, die Ausrichtung des Daches und eine Beschattung sprechen komplett dagegen. Dann bitte auch keine zusätzliche Solarthermie, die kostet nur unnötig Geld und frisst Dachfläche. Denn die im Sommer erzeugte Wärme musst du wegwerfen, was unterm Strich meist die aus Sicht der Kosten pro kWh schlechteste Variante ergibt. Den Solarstrom kannst du ja verkaufen, die solare Wärme meistens nicht.

Oder du hast einen Swimmingpool vor Augen, aber den hast du ja nicht erwähnt.

Ein eigener Brunnen wird meist nicht genehmigt und wenn, so bezahlst du ja für das Abwasser so oder so. Das Frischwasser ist typisch billig, aber die Aufbereitung des Abwassers nicht.

Grauwasser wäre denkbar, der Tank ist ja bereist gebrauchsfertig vorhanden, das ist eine Geldfrage oder du bist Enthusiast. Dann mach es doch einfach.

Oh! Das klingt sehr interresant! Fläche habe ich genug zur verfügung denke ich (nach dem "entsiegeln" stehen ca 1200qm Gartenfläche zur Verfügung). Zudem habe ich einen Nachbarn mit Baggerbetrieb und einen Verwandten mit einem Installationsbetrieb..

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@DelBiero

Für den Ringgraben gibt es noch ein kleines Tool, da kann man vorab schon selber abschätzen, was benötigt würde: https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html

Im Forum https://www.haustechnikdialog.de/Forum/46/Haustechnikforum?showOverview=true sitzen dann auch viele, die damit Erfahrungen haben. Die Threads dazu: https://www.haustechnikdialog.de/Suche/RInggrabenkollektor

Aber - er ist keine Wunderwaffe und ohne eigenes Dazutun wird das kaum gelingen, denn diese Methode ist bei den gängigen Installateuren wenig bekannt.

Wir haben auch damit geliebäugelt, aber es war zu spät, Auffahrt und einige Außenanlagen waren schon fertig. Außerdem war unser Wärmebedarf zu niedrig und die typischen Wärmepumpen konnten vor drei Jahren noch nicht so weit ihre Leistung herunter modulieren. Das hätte uns nichts genutzt.

Wir haben jetzt eine kleine und genau passende Luftwasserwärmepumpe, bei dir aber ist ja noch alles offen.

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Vom BHKW rate ich ab, sobald es um Stromeinspeisung geht, bist du in den Fängen des Teufels bzgl. Abrechnung/Steuern. Wenn möglich, Photovoltaik + Pufferbatterien + Wärmepumpe, neben den üblichen Maßnahmen.

Ob sich "Brauchwasser" im Haus lohnt ... immer hin müsste ein komplettes Zuleitungssystem verlegt werden

Vermutlich hast du recht... Bei uns ist das Wasser ohnehin sehr günstig. 72€ Jahresgebühr, 100m^3 inklusive. Jeder weitere 1m^3 kostet 0,80€.

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