Masochismus als Ablassventil für Depressionen/Mobbing?

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6 Antworten

Ja, das gibt es sogar sehr häufig. Es gibt einige Menschen mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung, die SM als SVV-Ersatz benutzen. Aber ich denke, das kann bei jedem psychisch labilen Menschen vorkommen, der den Drang hat, bestraft zu werden.

Warum Masochismus und kein Sadismus? Weil gemobbte Menschen sich meist selbst die Schuld an allem geben. Man muss ja wohl ein schlechter Mensch sein, wenn man fertig gemacht hat. Man hat das sicher alles verdient. Das Selbstbewusstsein bröckelt extrem und irgendwann glaubt man das, was die anderen Menschen - die Mobber - sagen. Dadurch kommt dann auch der Drang, sich selbst zu bestrafen oder eben durch andere bestraft zu werden. Und es ist doch "toll", wenn man dann jemanden hat, der einen quält. Das zeigt ja nur, dass man es ganz offensichtlich wirklich verdient hat.

Zumindest denke ich das. Ich wurde auch lange Zeit gemobbt und habe mich auch viele Jahre geritzt. Ich hatte solche Gedankengänge, wie oben geschrieben. Und ich bin devot/masochistisch und muss selber höllisch aufpassen, dass ich das nicht für meinen Selbsthass missbrauche.

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  • Es ist Fakt, dass Menschen mit psychischen Problemen statistisch signifkant häufiger auch in die Richtung Sado-Maso tendieren. Ganz egal, welche Ursachen das nun hat, es ist so.
  • Psychische Problemfelder treten ohnehin sehr oft gehäuft auf und eine deviante Sexualität ist durchaus auch eine Facette psychischer Störungen. Es gibt nur wenige Menschen mit SM-Neigung, die keinerlei anderen psychischen Probleme haben. 
  • Masochismus als Reaktion auf Mobbing und Depressionen ist nicht selten. Sehr viele depressive Patienten haben submissiv-masochistische Tendenzen und erleben dann ihre Erniedrigung als quasi selbstgewählt und einvernehmlich und fühlen sich mehr Herr der Lage. 
  • Gerade angesichts der Szene-Forderung bei BDSM von "consensual, sane and safe" fragt man sich daher, wie oft überhaupt "sane" wirklich der Fall ist. Gerade Depressionen sind ernstzunehmende Krankheitsbilder und der Betroffene ist weit davon entfernt, in diesem Zustand wirklich einvernehmlich handeln zu können, ohne sich selbst weiter zu schaden.
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Ich denke, dass es bei jedem Bdsmler variiert. Ich bin selbst devote Masochistin und finde mich Beispielsweise, trotz einer sehr traumatischen Vergangenheit voller schmerzhaften Erlebnissen und starker Selbstverletzung, in keiner der geschriebenen Antworten wieder. Jedoch ist es, wie schon gesagt wurde, auffällig häufig der Fall, das devote Frauen/Männer viele innere und/oder äußere Narben mit sich tragen.

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Im Grunde ist Masochismus bzw. Sadomasochismus (SM) ein weltweit stark verbreiteter Fetisch. Ich würde bei deiner geschilderten Situation eigentlich auch eher zu Sadismus als "Druckablassventil" tendieren, jedoch wundert es mich, dass es bei dir (wie du im letztes Satz selbst erkannt hast) Masochismus ist.

Wie ich das jetzt als laienhafter "Psychologe" interpretieren würde ist, dass du dich zu dieser schlimmen Zeit nach "kontrollierter" Demütigung gesehnt hast und eben Herr der Dinge über alles sein wolltest, was dir widerfährt.

Allgemein betrachtet ist Masochismus bzw. Sadismus in jedem Menschen tief verwurzelt und desshalb leben viele eben dies als Fetisch aus (was auch völlig normal ist, wie fast jeder Fetisch).

Die geschilderte Situation habe ich in vielen variierenden Fassungen (auch hier) schon oft gelesen und sowas scheint damit auch oft Hand in Hand einher zu gehen.

Deine Vergangenheit liegt hinter dir und ich wünsche dir viel Glück für die Zukunft!

LG

 

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Ja ganz klar warum das Mobbing mit SM Hand in Hand geht, weil man als gemobbter nur die Ohnmacht kennt, Ohne-Macht!

Erniedrigung, da nimmt man das alte Muster des Mobbings auf und nimmt es auch mit in die Sexualität rein. Man muss sich von diesem Runtermachen "lassen" wollen, was man nur kennt auch Mal lösen können.

Es gibt bei Mobbing Opfer also beide Varianten.

Bei SM geht es darum, dass man nun endlich die Macht ausleben möchte und auch endlich einmal dominieren möchte. Ich weiß wovon ich rede, ich wurde 15 Jahre extrem gemobbt. 

Aber wenn man an sich arbeitet und es einem bewusst wird, vergeht das.

Depression, ist ein von irgendetwas hinuntergedrückt werden, SM war hierbei das Ventil.

Das sagt doch schon alles. Deshalb ist für mich SM auch komplett krank oder eine psychische Störung, von wegen Neigung...gähn. 

Ich kenne jemanden mit dem gleichen Schicksal von mir, der steht jetzt auf SM, hat extreme psychische Probleme, 15 Jahre auch Mobbing hinter sich, noch Drogen genommen, mittlerweile wieder clean...ist das perfekte Beispiel. Auch ansonsten an Manipulation und Falschheit ist dieser Mann nicht zu überbieten.

Daher weiß ich aus persönlicher Erfahrung, selbst wenn welche sagen, sie hatten eine schöne Kindheit irgendwann muss einmal etwas geschehen sein, was SM auslöste und dann fing's an, dass muss gar nicht mehr bewusst sein. Es ist leider so, aber ich finde es zum Teil erschreckend, wieviele Leute nun in dieser Szene herumgeistern und es für normal finden ohne überhaupt einmal daran gedacht zu haben, dass da wirklich ein ernstes Problem dahinter steckt. Tja, jedem das Seine!

Liebe Grüße!



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ich glaub, sexualität an sich ist ein ganz gutes ablassventil. ich glaube allerdings nicht, dass jemand, den es anturnt jemand anders zu kontrollieren, durch mobbing zum masochisten wird.

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