Maschinenbau studieren? Wer studiert Maschinenbau / hat Maschinenbau studiert?

...komplette Frage anzeigen

1 Antwort

Deine Frage ist sehr unspezifisch gestellt. Aber ich versuch's mal.

Verdienst

Du kannst nach dem Studium arbeitslos sein und gar nichts verdienen oder Vorstand eines großen Unternehmens werden (wie z. B. Wiedeking) und 150Mio/Jahr kassieren. Dazwischen ist alles möglich.

Was man verdient ist schließlich Verhandlungssache sofern du keinen Tarifvertrag abschließt. Was ich verdiene, geht niemanden etwas an. Staufenbiel (Quelle), das Job- und Karriereportal veröffentlicht regelmäßig die durchschnittlich in Deutschland gezahlten Gehälter verschiedenster Berufsgruppen. Aktuell liegt der Durchschnitt der Einstiegsgehälter bei

◦   53.000€ Jahresgehalt für promovierte Ingenieure,
◦   45.700€ für Hochschulabsolventen,
◦   44.800€ für Uni-Absolventen und
◦   41.000€ für Ingenieure mit Bachelor-Abschluss.

Das sind, wie geschrieben, Durchschnittsgehälter, und die Bandbreite ist sehr groß, da es sehr vom Unternehmen abhängt, was man verdient. Ist das Unternehmen groß und bekannt, wird mehr gezahlt, ist es klein und unbedeutend, weniger (grob geurteilt. Ausnahmen gibt es immer). Ich rate dir, dich einfach mal auf eine Stellenanzeige telefonisch zu melden und nachzufragen. Du landest meist bei einer Dame aus der Personalabteilung (wenn es ein bedeutendes Unternehmen ist). Sie wird zwar anfangs rumdrucksen, aber ich habe es damals jedesmal geschafft, ihr zu entlocken, was man für die Stelle bereit ist zu zahlen. Quelle: http://www.staufenbiel.de/ratgeber-service/gehalt/einstiegsgehalt/ingenieure.htm...

Tätigkeiten

Der Beruf ist vielfältig. Es kommt darauf an, was man für einen Job hat. Es gibt Maschinenbauingenieure beim TÜV, in Unternehmen in der Entwicklung, in der Konstruktion, in der Qualitätssicherung, in der Geschäftsführung, in der Disposition, im After Sales Management, im Vertrieb, uvm. Selbst der Leiter des kriminaltechnischen Instituts in Berlin ist ein Maschinenbau-Ingenieur. "MaschBauer" gibt es überall, wo etwas hergestellt wird. Ob es ein Kuli ist oder ein Atomkraftwerk.

Ich bin seit 1999 Maschinenbauingenieur und habe seit dem unterschiedlichste Aufgaben und somit unterschiedlichste Arbeitsalltage gehabt. Es gibt nicht den typischen Arbeitsalltag eines Maschinenbauingenieurs sondern der ist individuell sehr unterschiedlich. Es kann sogar sein, dass du gar nichts mit Technik zu tun hast; wenn du z. B. ins gehobene Management einer Fa. aufsteigst. Das wird dann zwar entsprechend vergütet, ist aber nicht jedermanns Sache.

Spaß bei der Arbeit

Also, ich habe für mich meinen Traumjob gefunden und bin sehr zufrieden.

Studium

Ich habe Maschinenbau (Vertiefungsrichtung: Werkstoff- u. Kraftfahrzeugtechnik) studiert und noch mit (dem "alten") Diplom abgeschlossen. Ich habe 4 Jahre gebraucht (also Regelzeit) und fand es jetzt nicht so sehr schwierig. Ich muss sogar dazusagen, dass ich von Natur aus sehr faul bin. Ich habe selten viel pauken müssen. Andere Kommilitonen von mir haben regelmäßig und oft gelernt. Aber da waren auch welche dabei, die ich für - na sagen wir mal - eingeschränkt intelligent gehalten habe. Selbst die haben das Studium geschafft.

Mittlerweile bin ich davon überzeugt, dass jeder das Studium schafft, wenn er entweder intelligent ist oder eingeschränkt intelligent, dafür aber fleißig. Bei mir war das größte Problem die Mathematik (1 x durchgefallen). Die Aufgaben in den Klausuren waren zeitlich kaum zu schaffen, wenn man lange nachdenken musste. Dies kann man ausgleichen, wenn man die Aufgaben stumpf trainiert.

Ein Kumpel von mir hat sich zur gleichen Zeit in Wirtschaftsingenieurwesen (WI) eingeschrieben und es auch geschafft. Im Grundstudium (bis zum Vordiplom) haben wir viele Vorlesungen zusammen besucht. In den Klausuren haben wir uns dann auch oft getroffen, wobei es für die WI Studis entschärfte Klausuren gab.

Also: Mache dir keine Sorgen! Nicht alle MaschBauer sind Intelligenzbestien. Unter diesen gibt es auch Pflaumen. Man muss nicht wahnsinnig schlau sein, um das Studium zu schaffen. Was du brauchst, ist Motivation, Ausdauer/Durchhaltevermögen und (wenn du minder intelligent bist, auch noch) Fleiß. Ansonsten braucht du nicht einmal diesen. Ich habe es auch geschafft und halte mich für durchschnittlich intelligent.

annamkd 20.11.2012, 20:25

DANKE für so viel Mühe! Du hast mir das Studium jetzt echt schmackhaft gemacht und sehr viele positive Punkte aufgezählt. Zudem auch noch meine größte Angst genommen! Das hört sich alles sehr interessant an. Ich weiß nicht, ob ich das schon erwähnt habe, aber ich bin weiblich und stelle mir natürlich die Frage, ob man als Frau eher bessere oder schlechtere Chancen auf ein eine Arbeitsstelle nach dem Studium hat. In so einem Männerberuf sind doch sicher gerne auch mal Frauen gesehen oder denke ich da falsch?

Noch eine Frage, was macht es für einen Unterschied, ob ich auf einer Uni studiere oder auf einer Fachhochschule?

Vielen vielen Dank. :)

0
kosy3 20.11.2012, 21:11
@annamkd

An einer Universität studierst du wissenschaftlich, an einer Fachhochschule praxisorientiert. Es kommt darauf an, was du später vorhast.

  • Strebst du nach Karriere, gehobenem Management und Führungsverantwortung? Willst du viel Geld verdienen? Ist dir die Nähe zur Technik weniger wichtig? Dann studiere an einer Uni!

  • Ist dir Karriere nicht ganz so wichtig, sondern eher Familie und frühe Feierabende? Suchst du die Nähe zur Technik? Ist dir Führungsverantwortung und Geld nicht so wichtig? Dann studiere an einer Fachhochschule.

Seit Bologna hat sich viel geändert. Zu meiner Zeit gab es noch das TH-Diplom und das FH-Diplom. Die Äquivalente sind - glaube ich - nun Master und Bachelor.

Wie deine Chancen als Frau sind, vermag ich nicht zu beurteilen, zumal z. Z. in der Presse wieder viel bzgl. Gender-Mainstream und Frauenquote diskutiert wird. Sollte eine Frauenquote auf Druck der EU durchgesetzt werden, sieht es in den sog. MINT-Fächern für Frauen wohl besonders gut aus, weil sie dort stark unterrepräsentiert sind.

Ob Frauen dort grundsätzlich gern gesehen werden, kann ich nicht sagen. Was mich persönlich anbetrifft, habe ich das Glück, dass ich einen Job habe, in dem ich mich gar nicht mit Leuten unterhalten muss, die nicht studiert haben. Von daher lege ich ab Teamleiterebene und aufwärts Wert auf Leistung. Bei allem, was darunter ist - und da denke ich wie ein ganz gewöhnlicher Mann - darf es auch mal 'was Hübsches sein.

0

Was möchtest Du wissen?