Martingalind ind der dressur?

7 Antworten

Das Martingal löst dein Problem aber nicht. Dein Pferd wird sich weiterhin verkrampfen. Mit Zwang, nichts anderes ist es wie du es verwenden willst, gegen bereits bestehenden Druck anzukämpfen ist sowas von.... Schwachsinnig.

Investiere das Geld viel besser in vernünftigen Reitunterricht, das ist deutlich sinnvoller als jeder Hilflosigkeitszügel der Welt. Egal, ob man Turniere reitet oder nicht, es sollte dir doch am Herzen liegen, dein Pferd gesunderhaltend zu reiten. Und das sollte absolute Basis für das Freizeitreiten sein!

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – über 20 Jahre Reiterfahrung und 2 eigene Pferde

Bevor man zu irgendwelchen Hilfsmitteln greift , sollte man

  • die Ursache des Pferdeverhaltens ergründen
  • die Wirkungsweise der Hilfsmittel genau kennen

Mit wilkürlichem Rat fremder Leute aus dem Internet ist die da leider nicht wirklich geholfen. Da braucht man Fachleute vor Ort. Zunächst sollte mal der Tierarzt befragt werden, ob das Pferd vielleicht aus wegen gesundheitlichen Problemen den Rücken wegdrückt. Wenn dies nicht der Fall ist, sondern einfach das reiterliche Können fehlt, um dem Pferd den Weg in die Tiefe zu zeigen, wäre qualifizierter Reitunterricht (und eventuell etwas professioneller Beritt für das Pferd) das erste Mittel der Wahl.
Der Reitunterricht kann eventuell durch einen Hilfszügel unterstützt werden, aber da würden sich gegebenenfalls eher Dreiecker anbieten, denn es ist ganz schlecht, den Kopf durch die Hebelwirkung mit der Hand runter zu ziehen.

Sorry, liebe Mitstreiter, aber das Martingal scheint immer noch ein Mysterium der Reiterei zu sein. Hier noch einmal die Fakten:

  1. Ein Martingal dient nicht dazu, zu verhindern, daß das Pferd sich nicht in die Zügel tritt. Im Gegenteil - die Seitenarme des Martingals fallen ebenfalls herunter und führen den Zügel damit (durch die Schwerkraft bedingt) genau vor die Hufe. Ohne Martingal "flattern" die Zügel dann meist seitlich. Bei geschlossenen Zügeln mag das noch gehen, bei Westernzügeln wird es gefährlich.
  2. Ein Martingal wird vorwiegend beim Springen und bei der Vielseitigkeit eingesetzt. Insbesondere bei Sprüngen nehmen die Pferde den Kopf nach der Landung gerne sehr hoch. Da die Zügel dann nur noch auf die Prämolaren wirken - und damit wirkungslos sind-, man das Pferd aber ggf. zurücknehmen muss, um es auf den nächsten Sprung vorzubereiten, setzt man ein Martingal ein, das die Kraft umleitet und das Gebiss wieder auf die Laden wirken lässt.
  3. Ein Martingal hat keinerlei Hebelwirkung, sondern lenkt lediglich die Richtung der Kraft um.
  4. Ein Martingal wird auch benutzt, wenn sich das Pferd durch hochnehmen des Kopfes den Zügelhilfen entzieht (dann wirkt das Gebiss nämlich nur noch (rückwärtsgerichtet) auf die vorderen Mahlzähne (Prämolaren) und ist damit wirkungslos).
  5. Der Entscheidende Vorteil eines Martingals ist, dass er nur diese eine Aufgabe erfüllt und das Pferd nicht in eine bestimmte Haltung zwängt.

Liebe Fragestellerin: Wenn abgeklärt ist, dass das Pferd keine Schmerzen oder Verspannungen hat, ist ein Martingal angemessen. Wichtig ist jedoch, dass der Gebrauch des Martingals nur während der Lernphase erfolgt. Hat das Pferd gelernt, dass es sich nicht entziehen kann, sollte man auf das Martingal verzichten. Die Gebrauchsphase eines Martingals sollte nicht mehr als 3 Monate betragen. Danach kann man es i.d.R. auch weiterverkaufen.

Vor Jahren hatte ich schon einmal zu dem Thema geschrieben, mit Zeichnungen die die Wirkweise erklären.

LG Calimero

Ein Martingal wird hauptsächlich im Springen und und der Vielseitigkeit eingesetzt, weil es keine Wirkung haben soll sonder nur verhindern soll das die Zügel so runter hängen das ein Pferd rein tritt, wenn der Reiter einen Abgang macht. Es soll so verschnallt werden, das die Ringe den Zügel nicht beeinflussen wenn das Pferd den Kopf höchst möglich trägt. In der Dressur stürzen Reiter eher seltener, deshalb ist es unnötig.

Die Hebelwirkung, die du fälschlicherweise einsetzen willst, ist absolut nicht fair fürs Pferd. Du Reitest es nicht ordentlich (oder Ausrüstung passt nicht) und willst den Kopf deshalb mit Kraft und Gewalt (mehr passiert durch das Ziehen am Zügel mit zu enger verschnallung nicht, einfach Hebelwirkung) runter bekommen. Vielleicht solltest du wissen das die Pferde unteranderem durchs Genick geritten werden, damit sie locker werden. Aber deins wird sich aufgrund der gewaltsamen Methode nur wehren und sich fest machen. Überleg genau ob das ein miteinander oder gegeneinander werden soll...

Das Martingal beseitigt ja nicht den Grund für den Giraffenhals! Und es wird nicht nur im Springen eingesetzt.

Besser wäre es die Ursache rausfinden, warum dein Pferd sich so heraus hebt u. daran arbeiten. Hat das Pferd genug Muskulatur? Passt die Ausrüstung? Wie gut reitest du?

Lieber das Geld in guten Unterricht investieren, da habt ihr beide sehr viel mehr davon!!!!

Woher ich das weiß:Beruf – Pferdewirtschaftsmeister

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