Martin Buber beschreibt Jesus als seinen „Großen Bruder“. Welche Einstellung zu Jesus von Nazareth erkennt man daraus?

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5 Antworten

Eine tolerante. Er erkennt zwar die christliche Religion nicht an, in dem Sinne dass er Jesus weder für Gott, noch für den Messias hält, aber er ist der Meinung, dass die Figur Jesus auch ihm etwas zu sagen hat, dass er mit ihr eine Verwandtschaft spürt.

Wahrscheinlich will er auch darauf aufmerksam machen, was im Christentum oft vergessen ging oder geht, besonders zu jener Zeit, dass die Figur Jesus an sich jüdisch war, und Martin Buber auch.

Zunächst einmal wäre es für mich eine Betonung des menschlichen Aspektes in der Gestalt Jesu. Für Theologen zählt gemeinhin mehr das durch Jesus in die Welt gekommene Erlösungsgeschehen, so wie es von Paulus oder daran anschließend Martin Luther verkündet wurde. 

Trotzdem muss man zugeben, dass immer von "wahrhaftiger Mensch und wahrhaftiger Gott" gesprochen wird, wenn die Sprache auf Jesus Christus kommt. Nur war für Buber die Sache mit dem "wahrhaftigen Gott" so viel schwerer fassbar, dass er den Schwerpunkt auf das Menschliche gelegt hat.

Ein großer Bruder wird immer eine anteilnehmende Sorge für mich haben. Er wird mir bedingungslos beistehen, wenn ich in Not gerate, wenn mir ein Leid zustößt oder zuzustoßen droht. Er wird mich vor leichtsinnigen, unüberlegten, anstößigen oder gar unredlichen Handlungen warnen oder mich sogar davon abhalten. Er wird mich wie ein Elternersatz mit erziehen, indem er mich fordert, belohnt oder auch bestraft. Er wird mich stets antreiben, Eigenverantwortung für mein Tun, ja für mein Leben zu übernehmen, wobei er mir zeigt, wie ich dazu in die Lage kommen kann. Besonders vor wichtigen moralischen Entscheidungen wird er eindringlich auf mich einreden, welch große Bedeutung solchen Entscheidungen zukommt, und wie reiflich sie überlegt sein müssen. Aus seiner erweiterten Lebenserfahrung wird er mich vor allem vor drohenden Gefahren warnen und mir die Vorteile von erst langfristig sich einstellenden Belohnungen klar machen. Vor allem wird er im Fall meines Scheitern mich nicht fallen lassen, sondern weiter ohne Groll und Vorwurfshaltung zu mir stehen.

Er hält sich womöglich selbst für einen Sohn Gottes und muss wohl annehmen, dass er etwa 2000 Jahre alt ist, denn er müsste ja zu Lebzeiten seiner Mutter geboren worden sein.

In den geschlossenen Abteilungen der Psychiatrien  sitzen Menschen mit weniger absurden Wahnvorstellungen.

Das ist doch ein schöner Vergleich. Wenn man an Gott als seinen Vater glaubt, dann könnte man zu Jesus stehen wie zu einem grossen Bruder. 

jesus ist nur noch der gute mann aus nazareth!

die geistigkeit ist bei buber völlig raus aus der bibel!

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