Marktwirtschaft - Planwirtschaft wo liegt der unterschied?

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in der marktwirtschaft bestimmt der markt die wirtschaft, sprich die einzelnen unternehmen, ob klein, mittelständige oder große unternehmen und die kunden. sprich nachfrage und angebot. bei der planwirtschaft hingegen, so wie es in der ddr damals war, bestimmt der staat die wirtschaft. was in welchen mengen verkauft wird. da hat der nachfrager gar nicht so die chance ins marktgeschehen einzugreifen.

Ja marktwirtschaft erklärt sich ja eigentlich schon von selbst. Planwirtschaft= grob erklärt der staat sagt wir brauchen 500 Autos. nach den 500 gebauten autos fällt dem staat ein er brauch ja noch reifen dafür.also 2000reifen müssen her ^^ . es geschieht halt alles nach plan . als unternehmer muss man halt das machen was man vorgeschrieben bekommt

In einer Marktwirtschaft regelt die Nachfrage das Angebot und ein Produkt kann der Renner werden oder der Ladenhüter, je nachdem, ob der Kunde es will oder nicht. In der Planwirtschaft wird "geplant", was hergestellt und gekauft wird, ganz egal, ob Bedarf besteht oder nicht.

  1. Bestimmung des Preises eines Produktes: Die Konkurrenz des Marktes sorgt dafür, dass jedes Produkt einen angemessenen Preis erhält. Dies gibt der Wirtschaft auch einen ungefähren Eindruck davon, wie effizient es produziert wurde. Denn als Faustregel gilt: Je günstiger ein Produkt ist, desto effizienter wurde es produziert. Da ziemlich niemand daran interessiert ist, mehr zu zahlen, soll so nur die effizientere Methode überleben. Dabei kann jedoch auch "beschissen" werden (und dies geschieht auch fleissig), indem man den Arbeitern einfach weniger bezahlt.

Eine Planwirtschaft hingegen könnte den Preis eines Produktes, anstatt indirekt über den Markt und seine Preiskonkurrenz, durch direkte Berechnung der dafür benötigten Arbeitszeit erlangen. So setzt sich dann z.B: der Preis einer Banane (mit Fantasiezahlen) aus 5 Minuten pflücken, 10 Minuten Transport und 5 Minuten Regaleinordnen und an der Kasse sitzen zusammen. So bezahlt man für sie also mit 20 Minuten Arbeitszeit. Und da sind wir schon beim zweiten Aspekt:

  1. Entlöhnung der Arbeit Unsere Entlöhnung bestimmt sich im Kapitalismus wiederum über die Konkurrenz des Marktes. Dabei ist jeder Unternehmer daran interessiert, seinen Angestellten so wenig wie möglich zu zahlen, um sich daraus Konkurrenzvorteile zu verschaffen. Dies geht heute so weit, dass es schon Jobs gibt, von denen man kaum sein eigenes Überleben finanzieren kann. Höher bezahlt werden jedoch Arbeiten, bei denen es eher wenig qualifizierte Arbeitskräfte gibt und so die Unternehmer auch mit ihren Löhnen um diese werben müssen. Die Ausbildung ist dabei eigentlich zweitrangig. Damit auch die Drecksarbeit gemacht wird, gibts den Druck durch Existenzängste und Arbeitslosigkeit.

In einer Planwirtschaft könnte man die Leute jedoch mit ihrer verausgabten Arbeitszeit entlöhnen. Wer also eine Stunde arbeitet, hat dafür das Anrecht auf Produkte, welche der Gesellschaft eine Stunde Arbeit gekostet hat. Das ist das Grundprinzip, welches dafür sorgt, dass das Anrecht auf Konsumption mit der Produktion im Gleichgewicht ist. Von diesem Grundprinzip kann man jedoch mit leichtem Abweichen und rechnerisch auch Faktoren wie Ausbildung und individuelle Leistungsfähigkeit gewichten, sofern sich dies als nützlich, erwünscht oder erforderlich erweist. Auch Arbeiten, die kaum jemand machen will, könnte man durch höhere Löhne attraktiver machen und sehr beliebte Arbeiten wiederum mit tieferen Löhnen be"zahlen", um das Gleichgewicht wieder herzustellen.

  1. Von was wird wieviel produziert Im Kapitalismus wird einfach mal munter darauf los produziert und diejenigen, welche ihre Produkte nicht absetzen können, haben dann halt Pech gehabt. Die Konsumption entscheidet also indirekt darüber, welche Unternehmen überleben und welche nicht und damit auch, was übehaupt produziert wird.

In einer Planwirtschaft könnte man genauso die Absatzzahlen als Index für Produktionssteigerungen oder -senkungen heranziehen. Cockshott und Cottrell schlagen genauer vor, dass Überschusswaren einen niedrigeren Preis erhalten und Mangelwaren eine Preiserhöhung. So sorgt man dafür, dass Waren möglichst nicht verderben, die Lager nicht überquellen und es keine leeren Regale gibt. Die Abweichung vom Grundpreis soll dann auch dementrspechend über Produktionsänderungen bestimmen. Dies könnte alles sehr direkt übermittelt werden und wäre so einiges schneller als der eigentlich äusserst träge Prozess über den Markt!

  1. Wie wird produziert Im Kapitalismus richtet sich die Produktion danach, wo man möglichst viel Profit erzielt. Arbeitsbedingungen und Umweltverträglichkeit interessieren nur in Ausnahmefällen und müssen von Aussen kontrolliert werden. In einer Planwirtschaft könnte man sich viel bewusster daran machen, wie man überhaupt produzieren will. Dies soll man weitgehend demokratisch entscheiden. Man könnte auch Organe schaffen, die auf individuelle Initiativen für neue Produkte und Produktionsmethoden eingehen. Die Tagespolitik könnte sich in einer solchen Gesellschaftsform also darum drehen, ob jetzt ein Solar- oder ein Windkraftwerk gebaut werden soll und ob die von Hans K. aus W. vorgeschlagenen Oberstyler-Sneakers in Produktion gehen sollen.

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