Man will niemals so werden wie die Eltern und doch ist man meist kein Stück besser, aber wieso enden manche Menschen so?

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7 Antworten

Wir haben verschiedene Verhaltensweisen unserer Eltern vorgelebt bekommen.

Viele davon sind sehr früh (bevor die bewusste Erinnerung eingesetzt hat) in uns sozusagen eingepflanzt worden.
Deswegen können viele Menschen nicht sagen, warum sie etwas Bestimmtes stört bzw. auf die Palme bringt.

Und das was erkannt wird, wird von vielen (auch hier - leider!) für richtig erachtet.
Der Spruch "hat ja nicht geschadet" ist eine Ausrede, um seine eigenes komisches Gefühl ganz hinten links zum Schweigen zu bringen.

Die Eltern zu lieben - wobei lieben nicht das richtige Wort für ein Abhängigkeitsverhältnis ist - liegt für mich in der Kleinkindzeit, in der Kinder ohne ihre Hauptbezugspersonen nur sehr schwer auskommen können.
Allerdings gibt es auch Eltern, die sich so manipulativ verhalten, dass ihre Kinder gar keine andere Wahl haben, als sie "zu lieben".

Sich selbst und damit den Umgang mit (eigenen) Kindern zu ändern, ist in meinen Augen eine lebenslange Aufgabe.
Erziehungsratgeber helfen dabei nicht - eher das Gegenteil ist der Fall.

Es ist auch schmerzhaft für die Person, zu registrieren, dass sie auf gut Deutsch "Sche1ße" behandelt wurde und nun mit ihrem Kind respektvoll (achtsam) umgehen soll.

Solange hier Tipps und Sprüche (für Babys und Kleinkinder hauptsächlich) kommen wie

  • schreien lassen
  • Grenzen setzen
  • Auszeit verordnen
  • tanzt dir auf der Nase rum
  • wenn du dich beruhigt hast, darfst du wieder raus
  • du enttäuschst mich
  • gib Tante Erna ein Küsschen
  • das ist das Trotzalter

sehe ich nicht, wie so manche Kinder der jetzigen und nächsten Generation zu Erwachsenen werden sollen, die respektvoll mit ihren eigenen Kindern umgehen können.

Traurig finde ich, dass schon Kinder erzieherisch daher kommen.

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deepshit 25.09.2016, 16:24

Danke, für diese sehr ausführliche und hilfreiche Antwort. Du hast mich da zu einem anderen Gedanken gebracht, worauf ich froh bin.
Danke :D

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Ich frage mich hier, was bei mir in der Pupertät hätte passieren müssen, um meine Eltern zu hassen. Wir sind vier Geschwister und weder meine Geschwister noch ich haben uns je so sehr von unseren Eltern distanziert, geschweige denn gehasst. Und in meinem großen Bekanntenkreis ist mir auch nichts so extrem bekannt. Wobei ich weiss, dass man oft nie weisss, was hinter den Kulissen so abgeht.

Egal wie es bei dir weitergeht, So wie es jetzt aussieht, wirst du, sobald du volljährig bist, von zu Hause ausziehen. Alles andere wäre ja inkonsequent.

Auf jeden Fall wird auch bei dir dann bald der Zeitpunkt kommen, wo dir deine Eltern fehlen werden (nicht aus finanzieller Sicht). Und du wirst (hoffentlich) auch merken, wie undankbar du warst.

Du tust mir leid, deine Eltern aber noch mehr.

Ich bin und war nie ein Spiesser. Man kann eher sagen, ich war der totale Chaot. Trotzdem ist und war mir ein gutes Familienverhältnis immer wichtig. Wobei es beu uns auch oft gekracht hat. Wegen meiner Eskapaden. Mit 16 Jahren Mutters Auto zu Schrott gefahren, Drogengeschichten und und und. Ich war durchaus das "schwarze Schaf".

Ich wünsche dir gute Besserung.


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janfred1401 24.09.2016, 19:18

Nur wer liebt, der kann verzeihen. Gibt es irgendetwas in deiner momentanen Phase, was du liebst? Gerade wenn du mit deinen Eltern nicht klarkommst, musst du auch etwas haben, dass dich nicht total runterzieht. Positiv werden.

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deepshit 24.09.2016, 20:29

Haha...Da hat wohl einer über dem Tellerrand geschaut :D
Den Hass habe ich abgelegt, aber bis zu jenem Zeitpunkt flossen viele Tränen. Meine Eltern tun mir auch leid, aber eine Sache verzeihe ich Ihnen immer noch nicht...und zwar mir das Leben geschenkt zu haben. Sie tun mir leid, weil ich das Leben nicht wertschätze. Lieben habe ich eigentlich nie gelernt. Geliebt wurde ich nie und geliebt habe ich nie. Deshalb war und bin ich immer alleine gewesen. Es ist eine schöne Aussage. "Nur wer liebt, der kann verzeihen". Verzeiht habe ich wohl auch nie, aber ich habe es akzeptiert und lasse mich von sowas unnötiges nicht mehr aufhalten, genauso von vielen anderen Dingen :D

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janfred1401 24.09.2016, 21:08
@deepshit

wenn du mal irgendwann mit dir etwas im Reinen bist, solltest du dich etwas mit Buddhismus beschäftigen. Nein, Buddhismus ist keine Religion, es ist eine Lehre. Dann gehen dir die Augen richtig auf.

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deepshit 24.09.2016, 21:31

Ich brauche keine Erleuchtung...wozu denn auch?

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Hallo,

gute Frage, finde ich :)

wenn du als Kind bei deinen Eltern oder sonst aufwächst und jahrelang die Verhaltensweisen von denen mitbekommst, als Kind vielleicht auch nachmachst und vieles Gesagt bekommst, hat das einen großen Einfluss auf deine Persönlichkeit und auf das was für Dich als normal gilt.

Wenn du das als Erwachsener loswerden willst, fängt das für mich damit an, sich selbst zu beobachten. Das was die Buddhisten Achtsamkeit nennen zu praktizieren. Und dort scheitert das ganze für viele, meiner Ansicht nach.

Gerade in unsere heutigen Zeit mit den ganzen Ablenkungen, ist das schwer. Wer den ganzen Tag online ist, schaut kaum nach innen, um die Prozesse zu erkennen die da ablaufen.

Wenn du diese erkannt hast, kannst du langsam versuchen diese zu verändern. Das ist arbeit und dauert unter Umständen das ganze Leben lang oder zumindest einige Jahre.

Dumm ist das nicht unbedingt, eher fehlende Aufmerksamkeit. Es sagt einem ja meist auch keiner, wie das läuft und woher soll Mensch das dann wissen.

Lg

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deepshit 24.09.2016, 18:23

Hmm...das habe ich nie beachtet. Das könnte erklären wieso ich fast schon gar nicht zur Familie gehöre, da ich nicht nur andere Menschen beobachte, sondern auch mich selbst. Und sobald ich ähnliche Handlungen wie meine Familie vorhabe, halte ich kurz inne und frage mich was bloß los sei, bis ich dann doch anders Handel. Ich vergesse, nicht alle sind gleich und nicht alle denken wie du und ich. Deshalb sollte man diese Menschen darauf aufmerksam machen, aber das verstehe ich nicht.
Vor allem zu meinen zwei älteren Brüdern sage ich immer wieder vor Wut "Wieso verhaltet ihr euch wie Vater?! Ihr habt sein Verhalten doch selber gehasst, also wieso seid ihr genauso wie er??" Bis jetzt scheint es mir so als würden sie das nicht akzeptieren und ignorieren es daher einfach:/

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Das "Hassen" kommt meist im Abnabelungsprozeß in der Jugend, damit man nicht ewig abhängig bleibt. (Hängt natürlich auch von den Eltern ab - Alkoholismus, welcher Elternteil ist dominanter, wieviel Zeit haben die Eltern für die Kinder gehabt usw.)

Die Ähnlichkeiten liegen wiederum in der bewußten Erziehung und noch viel mehr in der unbewußten Vorbildfunktion. Als Kind hast Du ja nun mal am häufigsten mit den Eltern zu tun, das färbt ab und prägt sogar die Zeit danach.

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deepshit 24.09.2016, 18:18

Das würde es zumindest bei mir zum Teil erklären. Bei ihr ist es definitiv berechtigt, zu hassen. Ihr Vater hat sie als Kind angefasst und alle geschlagen. Und dann gab es noch viel viel mehr, aber obwohl er dies alles nur im alkoholisierten Zustand getan hat und sie daher Alkohol eigentlich nicht leiden sollte, trinkt sie trotzdem bis zum umfallen. Um etwas zu vergessen macht kein Sinn, weil gerade wenn man Alkohol trinkt es meist schlimmer wird und das weiß sie auch...

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aus eigener erfahrung kann ich dir nur sagen: nimm dir nicht vor auf keinen fall so wie deine eltern zu werden. das wird so sehr zum krampf, daß du viel viel schlimmer wirst.

geh deinen weg und denk nicht an deine eltern. ich denke, so hätte ich es auch machen sollen.

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deepshit 24.09.2016, 18:27

Das habe ich auch gedacht und mich erst vorhin gefragt, als ich die eine Frage im Kopf hatte.
"Enden wir so, weil wir uns krampfhaft darauf konzentrieren niemals so zu werden?". Ich bin größtenteils meinen eigenen Weg gegangen und betrachte meine Familie auch nie als Familie. Deshalb bin ich auch immer alleine und das kann es zum Teil auch erklären, wieso ich nie wirklich zur Familie gehöre. Meine Denkweise ist nämlich sehr anders als ihre.

Also bist du wohl wie deine Familie geworden?

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rosenstrauss 24.09.2016, 18:30
@deepshit

ich hoffe nicht. das problem ist bei mir meine mutter, sie war immer sehr bestimmend, egal, ob es meine freunde waren oder was ich gern gegessen hätte. sie bestimmte. und genau so eine ader merke ich an mir, das ist die seite, die ich mittlerweile an mir hasse.

ich kann jedem nur empfehlen, geht euern weg, laßt euch nicht zu sehr von eltern einschüchtern oder erziehen oder lenken und leiten oder wie immer man auch das nennen will. 

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Man will niemals so werden wie die Eltern

das sollte man nicht verallgemeinern. Es gibt auch Menschen, die ein super Verhältnis zu ihren Eltern haben.

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deepshit 19.11.2016, 18:23

Inwiefern habe ich das verallgemeinert? Ich habe die Menschen gemeint die ihre Eltern hassen/ verachten und sich schwören niemals so zu werden sie, aber die meisten sind doch wie ihre Eltern, oder gehen in die Richtung.

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oxBellaox 20.11.2016, 08:27
@deepshit

mit dem Wort "man" drückt man eine Verallgemeinerung aus.

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deepshit 21.11.2016, 06:19
@oxBellaox

Das hatte man sich aber glaub erdenken können, dass ich damit nur einen bestimmten Personenkreis gemeint habe.

"Sie hassen ihre Eltern, aber..."ist dieser Anfang nun besser :,D?

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Na wenn ichvdas do lese bist du ein eher sehr unsozialer Mensch, nicht die anderen sind komisch , du bist es. 

Es ist eben nicht der Normalfall das man nicht so werden will wie die Eltern, vielleicht mal 1-2 Jahre in der Jugend. Die extrembeuspiele die du nennst sind auch eher die Ausnahme.

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deepshit 25.09.2016, 09:11

Hää...wie kann man das da rauslesen xD. Ich bin extremst introvertiert, aber ich komme an sich ganz gut mit Menschen zurecht.

Ich meinte nur diese Menschen, deren Eltern wirklich schrecklich sind. Gerade bei denen ist mir das halt aufgefallen, wenn diese ihre Eltern immer mit einem Blick anschauen, als würden sie diese bald aufschlitzen wollen (wurde zu mir mal gesagt, als mein Vater bei mir war :D).

Ich halte außerdem nichts von Normalität. Ich bin wirklich ganz anders, genauso wie die Menschen, mit denen ich meine Zeit mal verbracht habe. Mag ja sein, dass wir komisch für manche wirken, aber bei mir wurde es bis jetzt fast immer als positiv komisch angenommen :P

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kiniro 25.09.2016, 17:17

Ich habe meine Jugendjahre schon sehr lange hinter mir gelassen und arbeite immer noch daran, gewisse Verhaltensweisen abzulegen.
Zum Glück kommen diese ungeliebte Eigenarten weniger zum Vorschein als früher.

Und ich kenne noch so einige - längst erwachsene - Leute, die daran arbeiten, eben gewisse Dinge anders zu handhaben, als es ihre Eltern gemacht haben.

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