Man möchte mir kündigen, obwohl ich schwerbehindert bin. Die Stelle wäre nicht mehr nötig-

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4 Antworten

Das wäre somit eine betriebsbedingte Kündigung. Eine solche Kündigung, gerade unter dem Gesichtspunkt Deiner Behinderung, erfordert die Zustimmung des Betriebsrates. Dazu wird es eine Anhörung geben. Eine Zustimmung ist wenig wahrscheinlich und somit könnte man dann die Kündigung anfechten. Zudem muss der Betrieb (abhängig von der Anzahl der Arbeitnehmer)eine bestimmte Quote hinsichtlich behinderter Arbeitnehmer erfüllen. Sollte es zu einer Kündigung kommen, sofort einen Anwalt zu Rate ziehen. Die Chancen stehen sehr gut.

Bei meiner Freundin hat man ähnliches Versucht und nicht geschaft. Bei Schwerbehinderten, sie hat 100%, muss in Berlin eine Integrationsstelle (ehem. sog. Hauptfürsorgestelle) zustimmen. Es ist sehr schwehr einen Behinderten los zu werden. Leider hat man sie dann regelrecht rausgemobt. Sie wurde dann in kurzen Abständen in sehr entlegene Dienststellen versetzt bis sie eine sog. EU-Rente ´(Erwerbsunfähigkeit) einreichen musste. Z.Z. hat sie die Stelle auf dem Papier aber noch. Würde sie ins Berufsleben zurückkehren, könnte sie dort wieder anfangen. Doch ich will Dir nicht den Mut nehmen, sondern machen! Behinderungen sind sehr unterschiedlich und zu ihrer gehört eine geringe Belastbakeit, daher konnte sie zum Schluß auch nur noch die sog. "unter 6 Std." arbeiten. Du musst Die aber ein dickes Fell zulegen und nicht alles für bare Münze nehmen, was man Dir erzählen wird. Das meiste wird nur konstruirt sein, um einen Vorwand zu bekommen Dich loswerden zu können. Ich schreibe das leider nicht aus unkerei, sondern weil ich es selbst (habe 80%) und bei meiner Freundin so erlebt habe. Es muss bei Dir aber nicht gleich auch so kommen. LG

Evtl. sich über eine Schwerbehindertenstelle/das Arbeitsamt rat holen. Der Tipp mit dem Anwalt ist goldwert, leider auch für den Anwalt. Wenn Du knapp bei Kasse bist daher, ggf. eine sog. Prozeßkostenbeihilfe beantragen, früher Armenrecht genannt. Bei den hohen Erfolgschancen bekommst Du die sicher. Eine erste Rechtsberatung ist oft kostenlos. Sollte aber als erstes beim Anwalt klargestellt werden. LG

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Meine Freundin hat übrigens auf die gleiche Behauptung, man hätte keine Arbeit mehr für sie, andere Freundinnen im Betrieb gefragt und gleich 3 Stellen nachweisen können !!! Wehren lohnt sich !!!! LG !!!!!

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Erkundige Dich doch vorab einmal bei Eurem Betriebsrat. Bitte nur nicht um die Stelle bitten oder herumheulen. Einfach ganz cool ein paar (die richtigen) Informationen einholen und dann zum Anwalt. Bei betrieblichen Kündigungen ist es üblich, sich von den Schwächsten zuerst zu trennen. Ich drücke Dir aber ganz ganz fest die Daumen, dass Du Deine Stelle behalten kannst. LG

das wichtigste für dich ist zu wissen, dass schwerbehinderte einen besonderen kündigungsschutz geniessen. der arbeitgeber kann nicht kündigen, ohne die zustimmung der integrationsstelle einzuholen, und das, lieber fragesteller, ist nicht so einfach. übrigens, eine schwerbehindertenstelle gibt es nicth mehr,das heisst integrationsstelle. das arbeitsamt ist auch nur bedingt zuständig, weil es auch die arbeitrgeberinteressen berücksichtigen muss, also neutral agiert. das mobben ist inzwischen schwieriger,, weil es konkreten gesetzlichen schutz bei benachteiligung gibt, nämlich das allgemeine gleichbehandlungsgesetz. also, keine zeit verlieren, anwalt aufsuchen, du hast gute karten und mehr trümpfe auf der hand als dein arbeitgeber.

Integrationsstelle habe ich geschrieben. Den alten Begriff habe ich nur hinzugefügt, weil viele noch diesen statt des aktuellen kennen. LG

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