Mal wieder iN Thema für die NAcht, bin ich schwul?

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4 Antworten

Hi Alex,

wundere mich gerade, warum ich deine Frage hier noch mal finde, aber egal, hier noch mal meine Antwort:

ungefähr genau so, wie du dich und deine Situation beschreibst, habe ich mich in deinem Alter (vor 10 Jahren, auweia, ist das schon so lang her?!) auch gefühlt, ich würde jeden Punkt so unterschreiben. Ich fand Männer auch attraktiver, konnte bei einem Mädchen zwar sagen ob sie hübsch ist, fand aber keines anziehend. Ich konnte mir aber auch überhaupt nicht vorstellen, mit einem Mann zusammen zu sein, schließlich kam ich vom Dorf, da gab es so was per se nicht.

Ich habe mir gerade die schon geposteten Antworten durchgelesen, und finde einige sicherlich gut gemeinte, aus meiner Sicht aber alarmierende Ratschläge wie: In dem Alter kann man es noch nicht wissen, du bist in der Orientierungsphase und das Entwickelt sich noch... Ich möchte damit niemanden kritisieren, aber ich halte das für falsch. Das sind Standardsätze, mit denen Eltern oder Dritte versuchen, mit dem Thema umzugehen. Diese Sätze hätte mir damals überhaupt nicht geholfen.

Ich habe mir damals nicht erlaubt, mir einzugestehen, dass ich schwul sein könnte, was dann in den folgenden Jahren mir und auch einigen Mädchen das Leben sehr, sehr schwer gemacht hat, und einige so richtig besch**** Situationen herbeigeführt hat.

Wenn ich heute zurückblicke, dann kann ich dir aus meiner Sicht nur sagen: So, wie du das beschreibst, bist du sehr, sehr wahrscheinlich schwul.

Hormonumschwünge und Umorientierungen gibt es meiner Erfahrung nach nicht, dein Körper weiß ganz genau, ob er auf Mann oder Frau (oder beide) reagiert, du wirst leider nicht gefragt, und das wird sich auch nicht ändern, es wird dir nur viel psychischen Stress verursachen, wenn du versuchst dir selbst eine Norm zu setzen (oder dir eine setzen lässt), die nicht zu dir passt. Ich hatte mir damals gewünscht, anders fühlen zu können, und hatte gehofft, dass das vielleicht eine Phase ist, die vorüber geht. Das ist nie eingetroffen. Das klingt leider ein wenig hart, ist von mir aber gut und ehrlich gemeint.

Aus meiner Erfahrung würde ich dir einfach raten, nicht auf andere zu hören (auch nicht unbedingt auf mich - jeder Mensch ist anders) sondern, was diese Geschichte angeht, nur auf das, was dir deine Gefühle sagen. Spätestens, wenn du dich das erste Mal in einen Jungen verliebst, wenn du ihn also nicht nur attraktiv findest, sondern mehr für ihn empfndest, wenn er dir Tag und Nacht nicht mehr aus dem Kopf geht, wenn das Herz immer kurz aussetzt, wenn man ihn sieht, wenn ... ach das Gefühl des verliebt-seins kann man nicht beschreiben, aber du wirst es schon erkennen, dann wirst du zumindest sicher wissen, dass du nicht voll hetero bist. Was du dann daraus machst, ist dein Sache...

Und: Nur weil vielleicht in deinem Bekannten-, Familien- und Freundeskreis keine Homosexuellen sind, heißt das nicht, dass du der einzige mit solchen Problemen bist. Das Gefühl, als einziger solche Probleme zu haben, kann sehr stark sein, vor allem wenn man sich dann ausgeschlossen, oder anders fühlt, als seine Mitmenschen. Dieses Gefühl ist normal! - aber unberechtigt:

Lass mich dir das sagen, was mir damals vielleicht mal jemand hätte sagen sollen, dann hätte es mir viel Stress erspart: Nur weil du schwul bist, bist du keine andere Person als vorher! Schwul zu sein ist etwas natürliches. Es ist nichts wofür man sich schämen sollte. Deine sexuelle Orientierung kannst du dir nicht aussuchen, sondern dich nur damit abfinden. Es gibt viel mehr Schwule, als du denkst. Schwule sind im durchschnitt nicht die typischen Klischee-tucken aus dem Fernsehen, sondern (meist) ganz unauffällige bzw. normale Menschen. Wenn du dich in einem halbwegs gebildeten Umfeld befindest, kannst du auch später ohne Probleme offen damit umgehen, bei mir auf Arbeit weiß das jeder und ich hab noch nie einen bösen Spruch oder irgendwas derartiges abbekommen. Auch unter Männern kann es ganz normale Beziehungen geben, ich lebe mittlerweile mit einem Mann zusammen, bin einfach nur glücklich, auch wenn ich mir das mit 15 Jahren so nie hätte ausmalen können.

Sorry für die lange antwort, aber so ein Thema bewegt einen in dem Alter, und eine "klingt schwul"-Antwort hilft da sicherlich nicht so sehr weiter. Wie gesagt, damals hätte ich mir nie ein schwules Leben vorstellen können, heute ist es für mich und meine Freunde einfach ganz normal. Meine Familie, Freunde und bekannte wissen das, die meisten auf meiner Arbeit auch. Und ein Leben ohne meinen Freund an meiner Seite könnte ich mir nicht mehr vorstellen.

Ich habe mich erst nach der Schule geoutet, dahingehen kann ich dir also keine Tips geben, da musst du selbst wissen, wie du vorgehst.

Ich wünsche dir viel Glück bei der Selbstfindung, wie gesagt, schwul zu sein ist nicht das Ende der Welt, sondern einfach nur normal auf eine andere Weise ;o)

Wahrscheinlich stehst Du nur nicht auf die gestylten Püppchen, die als Massenware überall vorgestellt werden und sich privat auch dementsprechend geben. Gleichschaltung auf der ganzen Linie stumpft tatsächlich ab.

Es gibt aber auch die anderen Frauen, die sich nicht nach Vorgaben der Werbung richten. Nenne sie Mannweiber, Kräuterhexen, Aussteiger usw., aber alles keine Mitläufer der Anonymität und Frauen, die sehr gut mit dem Nudelholz umgehen können und nicht bei Wattebäuschchen schon "Aua" schreien.

Wie sieht es mit solch gestandenen aber auch seltenen Frauen aus ?

Krumbinator 01.04.2012, 00:49

Nicht, viele Mädels muss ich wirklich vertrösten... aber, ich finde die nicht attraktiv! Ändert das was?

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Krumbinator 01.04.2012, 00:50
@Krumbinator

Also, ich muss viele Vertrösten, und das sind meistens ganz normale... die nicht diesem Bild entsprechen.

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Jetzt mach dich mal nicht verrückt. Nicht jeder hat mit 15 seine sexuelle Identität gefunden. Das wird schon. Du bist noch jung, und wirst irgendwann schon merken, ob du Homo-, Hetero-, oder Bisexuell bist. Aber egal was es dann am Ende ist..... es ist okay!!! :-)

meine Antwort findest du hier... ;-)

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