Mal eine frage an die Zeugen bzw personen, die sich mit dieser Glaubensrichtung auskennen?

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9 Antworten

Deine Freundin ist eine gläubige "Zeugin Jehovas", doch Du stellst diese wesentlichen Fragen zu ihrem Glauben hier. Offenbar kann oder will sie Dir keine Dich befriedigende Antwort darauf geben.

Die Beziehung mit Deiner Freundin läuft bereits ein Jahr und ziemlich gut. Anfangs und jetzt erneut, weil Ihr darüber gesprochen habt, zusammenzuziehen, gab es aber Schwierigkeiten mit ihren Eltern, die ebenfalls "Zeugen Jehovas" sind.

Ich finde, hier wäre eigentlich Deine Freundin gefragt, Dir erstens die Glaubensinhalte, Auffassungen und Gebräuche der "Zeugen Jehovas" im allgemeinen und ihrer Eltern im besonderen zu erklären und sich zweitens gegenüber Dir und ihren Eltern(!) klar zu positionieren.

Insgesamt scheint sie selbst ihren Glauben nicht allzu streng zu nehmen, sonst wäre es für sie nicht in Frage gekommen, mit Dir eine feste Beziehung einzugehen, bevor Du ebenfalls "Zeuge Jehovas" geworden wärest. Sonst wäre Deine Klarheit bezüglich Deines Vorhabens, weiterhin konfessionslos zu bleiben, für sie ein Trennungsgrund gewesen. Sonst würde sie es ablehnen, mit Dir zusammenzuziehen, bevor Ihr verheiratet seid.

Andererseits steht sie wohl zu sehr unter dem Einfluss ihrer Eltern und der Gemeinde der "Zeugen Jehovas", als dass ihre Zugehörigkeit zu dieser Religionsgemeinschaft ihre eigene, freie Entscheidung wäre.

In dem Wenigen, was Du hier geschrieben hast, empfand ich Deine Position als frei und offen. Deine Freundin dagegen, so vermute ich jetzt, hat sich noch nicht selbst positioniert, sondern versucht eher, sich anzupassen - zu Hause an ihre Eltern, in der Gemeinde an die "Zeugen", in der Beziehung an Dich. Gib ihr Zeit, erwachsen zu werden. Dann wird sie den "Zeugen" voraussichtlich den Rücken kehren und mit Dir ein freies, offenes Leben beginnen wollen.

In allen möglichen christlichen Gruppierungen kann man "im Glauben lau" sein, also der Gemeinde angehören, ab und zu den Gottesdienst besuchen, ansonsten aber ein Leben führen, das sich kaum vom Leben eines Atheisten unterscheidet. Bei den "Zeugen" kann man das meiner Einschätzung nach nicht, jedenfalls nicht dauerhaft. Sie nehmen die Bibel-Auslegungen ihrer Wachtturmgesellschaft extrem ernst und meinen, darüber wachen zu müssen, dass alle anderen Glieder der Gemeinde das auch tun.

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Bin kein Zeuge, aber:

1. Wenn jemand seinen Glauben so intensiv praktiziert, wie es die meisten ZJ tun, wird eine Beziehung mit einem andersgläubigen schon problematisch. Außerdem: Wie sollen die Kinder erzogen werden?

2. Weihnachten ist kein Feiertag, da der Tag der Geburt Jesu laut Bibel höchstwahrscheinlich nicht im Winter war ("die Hirten lagerten auf ihren Feldern" - und dafür ist es auch in Palästina im Winter zu kalt). Der Tag wurde von der Kirche gewählt, da hier bereits heidnische Wintersonnwendenfeste gefeiert wurden und so der Umstieg für die Bekehrten leichter war. Die ZJ sagen nun, dass man mit Weihnachten heidnische Feste weiter feiern würde.
Warum Ostern kein Feiertag ist, weiß ich nicht, und warum sie die jüdischen Feiertage nicht mitfeiern, auch nicht.

3. Keine Ahnung, wie gesagt, ich bin eigentlich kein Insider ;)

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Ich habe jetzt nicht allzuviel Plan, aber grob eine Richtung kann ich dir denke ich geben.

1. Da bei den Zeugen, wie bei vielen Religionsgruppen die Religion über das ewige Leben entscheidet ist für sie die Gefahr zu hoch, dass durch die Beziehung der "Gläubige" sich ablenken lässt vom rechten Weg. Und da er dann nicht mit ins Paradies, oder wie auch immer die Zeugen das nennen, kommt ist das eine Schutzmaßnahme.

2. Weil sie alle anderen Feiertage nicht wichtig nehmen. Weihnachten und Ostern führen sie soweit ich weis auf heidnische Feiertage der Antike zurück und Geburtstag etc. ist für sie kein Grund zu feiern (was ich ab 18 auch verstehen kann^^)

3. Davon höre ich das erste mal, jedoch kann ich mir vorstellen, dass das wie ein "internes Gericht" bei den Zeugen ist, da die Bibel (die die Zeugen ja teilweise verwenden) es nicht gut heißt, wen Gläubige sich gegenseitig vor einem normalen Gericht verklagen. Und wie ein normales Gericht muss erstmal entschieden werden wer Recht hat.

Ich hoffe, dass du diese Fragen nur aus Interesse stellst und nicht wirklich in so eine Situation geraten bist, denn das wird sicherlich eklig!

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Kommentar von einfachplanlos
19.05.2016, 12:33

zu punkt 1 :  bin leider mitten drin statt nur dabei ...

bin nun seit nem jahr mit meiner freundin zusammen ( sie ist nicht getauft) ist jedoch mit diesem glauben aufgewachsen.

anfangs gabs von ihreren eltern aus (nicht untertrieben) wirklichen psychoterror der sich über 2 monate lang hinweg zog. mittlerweile versteh ich mich mit ihren eltern recht gut und die fronten sind auch geklärt ( bin konfessionslos und dies wird auch so bleiben)

Jetzt jedoch scheint die Lage wieder zu kippen und es geht alles von neuem los...


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Meines wissens nach werden solche Beziehungen geduldet also nicht untersagt. Mein Stiefvater ist atheist und war mit einer Zeugin verheiratet.

Ich selbst bin Christin und habe nichts mit den Zeugen zutun, verurteile sie aber auch nicht.

Ein Problem könnte sein, dass ein ungläubiger viele dinge nicht verstehen kann. Z.b. ist es schwer immer mit zu beten oder seinen Sonntag der Gemeinde "zu opfern" wenn man nichts davon hält. Das wird evtl. Streit geben.
Auserdem ist es für eine Gläubige schwer einen ungläubigen Freund zu haben weil Gott immer an erster Stelle steht. Kannst du damit leben das sie Gott mehr liebt als dich und damit auch beten etc. Nicht für dich vernachlässigen wird?

Die Zeugen und auch viele andere Gruppen lehnen Feiertage wie Geburtstag ab, einfach weil es weltlich ist. Und weltliches wird meist abgelehnt. Es hat für eine Gläubige einfach keine Bedeutung.

Das hängt aber alles von der Zeugin ab, manche feiern aus Anstand mit, andere sehen das schon fast wieder als sünde.

Jeder muss das für sich entscheiden. Eine solche Beziehung ist meiner Meinung nach vlt. Möglich, aber schon schwierig.

Viel Erfolg trotzdem und Gottes Segen :)

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Kommentar von einfachplanlos
19.05.2016, 12:37

die Beziehung läuft bereits seit einem Jahr mit Allem was dazugehört, ging bis jetzt (außer am anfagn, siehe anderen kommentar) situationsbezogen recht gut nur is jetzt die frage mit zusammenziehen aufgekommen und der stress ging wieder von vorne los...

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Kommentar von lalalalala97
19.05.2016, 12:44

was genau spricht von seiten der eltern gegen das zusammeziehen? was man bei zeugen prinzipiell recht gut machen kann, ist mit bibelstellen das gegenteil belegen. Und es gibt durchaus zu so gut wie allem eine. Und Respekt euch, dass ihr das hinbekommt :)

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Ich war damals vor einigen Jahren dabei. Deshalb weiß ich das Eine oder Andere.

1. Es ist nicht verboten. Nur ist es so wie bei anderen Religionen, dass man eher unter sich bleiben will. Damit gibt es weniger Reibungspunkte und man harominiert besser miteinander, da sich jeder an die Regeln hält. Das ist so wie wenn ein stark gläubiger Muslim mit einem Christen zusammen kommen will.

2. Eigentlich ist das so nicht richtig. Einen Feiertag in dem Sinne gibt es nicht. Nur gibt es ein paar Gründe wieso andere Feiertage eben nicht als solche gesehen werden. Das will ich aber jetzt nicht näher erläutern, da es ein wenig dauern würde.

3. So schlecht ist das Prinzip nicht. Es sind mehere ältere Personen die viel Erfahrung gesammelt haben. Sie alle zusammen entscheiden über eine Sache. So wie eine Art Tribunal. Und ja, sie müssen manchmal eine nicht so schöne Entscheidung treffen und erkennen ob die andere Person die Wahrheit sagt oder nicht. Und da kann es auch passieren das sie mal daneben liegen. Aber anders als bei vielen "Gerichten" ist das Gesetz nicht in Stein gemeiselt. Wenn jemand seine Tat bereut, dann wird anders geurteilt.

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Das besprich mit einem von Jehovas Zeugen. Es gibt kein Geburtstag kein Weihnachten. Problematisch stell ich mir das mit Kindern vor

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Kommentar von einfachplanlos
19.05.2016, 12:40

Habe ich bereits mehr als oft genug versucht, 1 jährige beziehung jedoch bekommt man nie eine klar bzw deutliche antwort meist werden nur stellen in der bibel zitiert.. 

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Die erste Frage kann ich dir ziemlich einfach beantworten, ich bin zwar kein zeuge Jehovas sondern Frei-Christ allerdings ist sich da jeder Christ ziemlich einig was diese Sache angeht.

Es würde ganz einfach nicht funktionieren ein Christ kann nicht mit einer Muslima oder umgekehrt führen weil es ganz andere Weltvorstellungen gibt.

Das selbe gilt auch für Atheisten und Agnostiker, wobei Agnostiker um einiges angenehmer sind und auch wissen wie man sich sozial verhält, dennoch würde es Probleme beim Bibellesen und beten geben. Auch wenn ein Teil Hauskreise, Jugendkreise, Gottesdienste besucht und der andere nicht, es ist eine ganz andere Lebensweise.

Wenn man zwei Ochsen aneinander bindet und beide in eine andere Richtung laufen, bricht das was sie zusammenhält.

Bei einem Christen ist das Ziel Jesus, bei einem Atheisten Geld, Bei einem Moslem Allah.

(Das gilt auch für alle anderen Glaubensrichtungen)

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1. Die Beziehung mit "weltlichen" wird zwar geduldet. Aber da wieder schön zu sehen,  dass man nicht begeistert darüber ist. Wenn es um heiraten geht, gilt klipp und klar im Herrn zu heiraten. Denn eigentlich ist ja die weltliche Beziehung schlechter Umgang. Sprich die "Gefahr " ist hoch dass sich ein zj sich vom "Geist der Welt" ansteckt. 

2. Das gedächnismahl ist kein Feiertag an für sich für zj. Es ist das gedenken an das opfer Jesus Christus. 

Die anderen Feiertage, darunter auch Geburtstag, wird als heidnischer Ursprung angesehen. Das sollen "wahre Christen" nicht feiern.

3. Älteste haben die "Aufgabe" den Frieden in der Versammlung zu wahren. 

Bei einem Rechtskomitee soll nicht nur die schuld (sünde) herausgefunden werden, sondern auch wie schwerwiegend diese ist. Hier für gibt es daß sog. Ältestenbuch. Ein Art Leitfaden und RegelWerk. 

Behauptet der "Angeklagte" dass er nichts getan hat, werden zeugen aufgerufen. Die sogenannte 2 zeugen Regelung. Diese werden befragt.

Anschließend beratet sich das rechtskomitee und gibt sein "Urteil" vor dem beschuldigten bekannt. 

Ich würde dir hier das Ältestenbuch von 2010 empfehlen zu lesen. 

Hoffe ich könnte dir da etwas helfen 

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Kommentar von einfachplanlos
24.05.2016, 12:49

vielen dank für deine antwort

was ich jedoch persönlich nich ganz verstehe ist, dass sich z.b. auch bei rauchen oder vermehrten alkoholkonsum der ältestenrat einschreitet

Ist doch eingentlich jedem selbst überlassen 

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Hallo einfachplanlos,

der Wandel und die Lebensgrundsätze eines Christen sollte sich an den Maßstäben der Bibel orientieren. Das gilt nicht nur für Zeugen Jehovas,  sondern für alle Christen.  Es gilt auch dann, wenn sich nur wenige Christen daran halten. 

Ob das im Einzelfall konkret so gehandhabt wird, kann man als Außenstehender schwer beurteilen zumal es auch nicht die Aufgabe eines Nichtbeteiligten ist, das zu bewerten.

Vor diesem Hintergrund nenne ich Dir einige der  biblischen  Prinzipien, die auf Deine Fragen Anwendung finden könnten  -  und die je nach Erkenntnisstand und Erfahrung des einzelnen Zeugen Jehovas umgesetzt werden

Deine erste Frage„Was genau spricht gegen eine Beziehung zwischen einer Zeugin und einem "Weltlichen"?“ 

Dagegen spricht der Grundsatz aus  2. Korinther 6:14 „Macht keine  gemeinsame Sache mit Ungläubigen!  Wie passen denn Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit zusammen? Was hat das Licht mit der Finsternis zu tun?“    (Gute Nachricht Bibel).   Weitere Texte  die Du selbst nachlesen kannst,
findest Du in  2. Mose 23:32;   5. Mose 7:3;  1. Könige 11:4 ;  Johannes 17:14-16;  1. Korinther 7:39.

Deine zweite Frage„Warum ist der einzige Feiertag, den es bei den ZJ gibt , dass Jesus für unsere Sünden gestorben ist?“

Als Zeugen Jehovas feiern wir gern und oft im privaten Kreis – oder auch auf  Hochzeitsfeiern.  Eine christliche und biblisch gebotene offizielle Gedenkfeier gibt es allerdings nur eine und die wurde von Jesus am Vorabend seines Todes, am 14ten Nisan,  eingeführt.  Der Bericht über dieses Ereignis findet sich in Lukas 22:17-20.   Unter anderem sagt Jesus dort:  „Tut dies immer wieder zur Erinnerung an mich . . . .“    Andere „christliche“ Feiern, denen  ein solch  biblischer  Hintergrund fehlt   oder die ihren Ursprung  gar in  unchristlichem  Brauchtum haben, feiern wir nicht.

Deine dritte  Frage  beschränke ich auf den ersten Teil:   „Warum genau gibt es intern bei den ZJ einen Ältesten Rat . . .?“

Wie in jeder Gemeinschaft, so gibt es auch bei uns eine Verwaltung.  Eines von vielen biblischen Beispielen, das grundsätzlich etwas dazu sagt   ist in der Bibel in Hebräer 13:17 nachzulesen:

„Hört auf die Verantwortlichen eurer Gemeinde und folgt ihren Weisungen! Denn sie wachen über euch ´wie Hirten über die ihnen anvertraute Herde` und werden Gott einmal Rechenschaft über ihren Dienst geben müssen. Verhaltet euch so, dass ihre Aufgabe ihnen Freude bereitet und dass sie keinen Grund zum Seufzen haben, denn das wäre nicht zu eurem Vorteil.“ (Neue Genfer Übersetzung)

Den weiteren Teil Deiner letzten Frage kann nur jemand beantworten, der mit allen Einzelheiten Deines Problems vertraut ist und der in „Deiner“ Ortsversammlung zu einem Rechtskomitee gehört.  Wende Dich bitte an diese Ältesten.  Sie werden Dir gern persönlich und vertraulich in Deiner Sache weiterhelfen.

 Viel Erfolg und alles Gute

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