Makroaufnahmen mit "originalen" Teleobjektiven nicht möglich?

3 Antworten

Je größer die Brennweite bei einem Objektiv, um so weiter muss man für ein scharfes Bild vom Objekt weg. Folglich sind Teleobjektive nicht wirklich für Makrofotos geeignet. Kürzere Brennweiten bilden schon bei geringer Aufnahmeentfernung scharf ab. Einen Trick gibt es, auch mit Teleobjektiven gute Makroaufnahmen zu machen. Du musst Zwischenringen verwenden. Das sind unterschiedlich lange Ringe, welche zwischen Objektiv und Kamera geschraubt werden.Damit erreichst du den gleichen Abbildungsmaßstab wie mit einer kurzen Brennweite mit dem vorteil, das du nicht so nahe ans Objekt ran musst. Nachteil allerdings, die Tiefenschärfe ist nur sehr gering.

Diese Makro-Funktion am Tele ist auch kein echtes Makro sondern bestenfalls ein Pseudo Makro...

Es gibt 4 Varianten um Makro-Bilder zu machen:

1) Aufschraubbrare Makro- oder Nahlinsen und Achromaten:

Nahlinsen sind günstig und liefern meist gute Bildqualität. Es gibt Nahlinsen meist in +1, +2, +3, +4 und die Dinger sind Kombinierbar. Man sollte aber auf Qualität achten und so ca. 20 EUR / Stk. einplanen. Vorteil ist, dass der AF weiter Funktioniert.

Achromaten sind sozusagen fast das gleiche nur dass die Bildqualität ein wenig besser ist. Aber dafür werden auch 60-90 EUR / Stk. fällig. Hier funktioniert ebenfalls der AF.

2) Zwischenringe:

Zwischenringe gibt es mit und ohne AF-/Blendensteuerungs-Übertragung. Ohne kommen die Dinger auf kanpp 15 EUR und mit werden schnell 60-120 EUR fällig. Da die Zwischenringe als Abstandhalter zwischen Objektiv und Kamera verwendet werden wird es jedoch schnell finster was dann zum versagen des AF führt und gleichzeitig wird es schwer im Sucher noch was zu erkennen. Auch der Live-View hilft da nur noch bedingt.

3) Umkehr- oder Retroadapter:

Hierbei fällt die Blendensteuerung und der AF total aus. Bei modernen Linsen ohne Blendenring wird es sehr schwer überhaupt noch die Blende einzustellen und ein Workarround mit Abblendtaste funktioniert nicht mit jeder Kamera. Weiters ruht das ganze Gewicht der Linse allein auf dem Filtergewinde, das eigentlich nur ein paar Gramm schwere Filter tragen soll. Für mich ist das die unpraktischste und gleichzeitig gefährlichste Variante!

4) Makroobjektive:

Das ist sicherlich die beste und gleichzeitig teuerste Variante.

Zum probieren und üben empfehle ich Achromaten oder Nahlinsen wobei ein 3er Set Nahlinsen sicherlich universeller ist als ein Achromat. Kauft man Qualitativ hochwertige Nahlinsen zB von Hoya dann ist die Bildqualität kaum schlechter als Nahlinsen.

Bei der Fotografie gilt oft, dass man 80% der Qualität mit 10% vom Budget erreicht und die letzten 20% verschlingen dann 90% vom Budget.

Das liegt daran es es zwei arten von Markroobjektiven gibt:


Die Echten Makroobjektive:

zb Canon EF-S 60mm f2,8 Macro USM oder das Canon EF 100mm F2,8 L Macro IS USM oder das Sigma 70mm F2,8 EX DG Macro

sie alle haben einen einen Abbildungsmaßstab von 1:1 also echtes Makro


Die pseudo Makroobjektive:

zb das Tamron AF 18-200mm f3.5-6.3 XR Di II LD IF Macro oder das Tamron AF 70-300mm 4-5,6 Di LD Macro

sie alle sind nicht in der Lage den für Makro erforderlichen Abbildungsmaßstab von 1:1 zu erreichen um ein echtes Makroobjektiv zu sein, aber weil es sich bei unwissenden Kunden so gut anhört (Gute echte Makroobjektive kosten mindestens 4X soviel wie ein pseudo Makroobjektiv) und sie einen größeren Abbildungsmaßstab als die gängigen Objektive ihrer potenziellen Kunden haben schreiben die Hersteller noch Makro dazu obwohl das Objektiv im eigentlichen Sinne kein richtiges Makroobjektiv ist.

Das machen deshalb die Alternativ Hersteller um dem Original Hersteller die Kunden abzufangen den die die sich ein solches pseudo Makroobjektiv kaufen wollen immer wenig Geld ausgeben und denen ist es dan auch meist egal das es kein echtes Makroobjektiv ist das sie sich da gekauft haben, die meisten wissen noch Nichtmal was ein Objektiv können muss um ein echtes Makroobjektiv zu sein und oder können nicht abschätzen worin der Unterschied zwischen 1:1 und 1:2 besteht

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