Maklerprovision vom Angebotskaufpreis

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Moin,

na das ist ja ein richtig lustiger Makler - den würde ich eher als schwarzes Schaf meiner Kollegen benennen. Alleine die in seiner AGB erwähnten Provisionssätze fallen unter den Paragraphen für Wucherpreise und als reiner Nachweismakler wird ihm sicherlich kaum ein Richter diese Provisionssätze zulassen - ich persönlich bezweifel dies stark.

Allerdings: Der Nachweismakler muss seinem Kunden lediglich die Informationen verschaffen, die ihn in die Lage versetzen, mit dem anderen Teil in Vertragsverhandlungen zu treten.

Die maximale Provisionshöhe beim Kauf einer Immobilie ist nicht gesetzlich geregelt. In der Regel berufen sich Makler auf die ortsübliche Höhe, die je nach Region sehr unterschiedlich sein kann. In einigen Gegenden zahlt der Käufer 5,8 Prozent des Kaufpreises inklusive Mehrwertsteuer, in anderen 6,96 Prozent.

Und siehe da nach kurzen Suchen über Google: Ein Auszug aus einem Gerichtsurteil des OLG Frankfurt a. Main: Das Oberlandesgericht Frankfurt hat am 5. Februar 2008 entschieden, dass 12 Prozent Erfolgsprovision für den Kauf eines Hauses und dazu ein erfolgsunabhängiges Honorar für den mit dem Geschäft verbundenen Unternehmenskauf zu hoch ist. Der Maklervertrag ist nach Ansicht der Richter sittenwidrig. Die Richter monierten, dass eine Provision von zwölf Prozent die marktübliche Provisionshöhe gleich um ein Mehrfaches übersteige. Der Richter unterstellte dem Makler außerdem ein verwerfliches Geschäftsgebahren, den dessen Kunde in Grundstücksgeschäften offensichtlich gänzlich unerfahren gewesen sei. Wenn ein Makler mehr als die marktüblichen drei bis fünf Prozent Provision verlange, muss er besondere Gründe hierfür darlegen können. Wenn es- wie im entschiedenen Fall- um ein einfaches Hausgrundstück geht, ist eine Provision von 12 % zu hoch. Dass der Makler außerdem ein erfolgsabhängiges Honorar für den angeblichen Unternehmenskauf verlangte, machte die Sache für den Richter noch schlimmer. ** Ein BGH Urteil:** Auszug - 2. Tätigkeit des Maklers: Nachweis oder Vermittlung. Der Nachweis des Maklers muss sich auf eine dem Auftraggeber bis dahin unbekannte Vertragsgelegenheit beziehen und ihn in die Lage versetzen, mit der anderen Seite direkt in Kontakt treten zu können. Hierzu ist der Kunde im Regelfall nur in der Lage, wenn der Makler ihm das Grundstück bezeichnet und Namen und Anschrift des Verkäufers nennt. Dies wird in der Praxis oft versäumt. Die Benennung des Verkäufers ist nur ausnahmsweise entbehrlich, z.B. wenn der Eigentümer in dem betreffenden Objekt wohnt und der Interessent daher keine weiteren Nachforschungen anstellen muss. Vermittlung im Sinne des § 652 BGB bedeutet, dass der Makler auf die Parteien einwirken muss mit dem Ziel, einen Vertragsabschluß herbeizuführen. Er muss also Verhandlungen führen. Hierbei handelt es sich um einen selbständigen Provisionstatbestand, unabhängig von der Nachweistätigkeit, d.h. der Makler kann eine Provision auch durch eine reine Vermittlungstätigkeit verdienen, selbst wenn dem Interessenten das Objekt bereits vorher bekannt gewesen sein sollte. 3. Ursächlicher Zusammenhang – Kausalität: Die Tätigkeit des Maklers muss für den späteren Vertragsabschluß ursächlich gewesen sein. Hierzu gibt es eine Vielzahl von problematischen Fällen im Maklerrecht. Grundsätzlich gilt aber folgendes: nach der Rechtsprechung genügt es, wenn eine sog. Mitursächlichkeit gegeben ist, d.h. die Tätigkeit muss nicht die alleinige Ursache für den Vertragsabschluß darstellen. Dies ist auch richtig, denn ansonsten könnte praktisch jeder Makler unschwer um seinen Provisionsanspruch gebracht werden. Einem Vertragsabschluß liegen nämlich meist mehrere Ursachentatbestände zugrunde. Die Rechtsprechung schafft zusätzlich eine Beweiserleichterung dadurch, dass sie die Kausalität zugunsten des Maklers vermutet, wenn der Vertragsabschluß der Maklerleistung in einem angemessenem Zeitabstand nachfolgt und der Interessent keine Unterbrechung des Kausalzusammenhangs nachweist. 4. Es muss ein wirksamer Hauptvertrag zustande gekommen sein. Nur dann besteht ein Provisionsanspruch. So kann z.B. die wirksame Anfechtung den Hauptvertrag und damit die Maklerprovision wieder zunichte machen. Wird allerdings der geschlossene Vertrag im Nachhinein nicht durchgeführt und durch die Parteien z.B. im Nachhinein einvernehmlich nur aufgehoben, dann führt dies nach ständiger Rechtsprechung nicht zu einem Wegfall des Provisionsanspruches. Bei sog. aufschiebenden Bedingungen, z.B. einer Abrede, dass der Vertrag rechtswirksam werden soll, wenn eine bestimmte Genehmigung eintritt, entsteht der Provisionsanspruch erst mit Eintritt dieser Bedingung. So steht es im Gesetz (§ 652 Abs. 1 S. 2 BGB).

Der Makler muss sich jedoch nicht nach einem OLG Urteil halten - tatsächlich nur nach dem BGH! Dennoch würde ich Euch anraten einen Rechtsanwalt speziell für diesen Bereich aufzusuchen und Euch beraten zu lassen - geht auch über eine ggf. vorhandene Rechtschutzversicherung! VG

Nachtrag: (Leider passten nicht mehr Zeichen in das Textfeld) - im übrigen musst du nur die Provision auf den tatsächlichen Kaufpreis zahlen und nicht auf "irgendwas" vom Makler vorgegeben. Die Firma scheint mir sehr unprofessionell zu arbeiten! Ich würde da rechtlich gegen angehen und ich glaube du hast sogar chancen dein komplettes Geld zurückzubekommen!

PS: Ich schreibe hier lediglich aus meinen persönlichen wie auch beruflichen Erfahrungswerten der letzten 10 Jahre Selbstständigkeit als Immobilienkaufmann, Ausbilder und Immobilienmakler mit 5 Büros und 19 Angestellten. Das ist keine Rechtsberatung!

0

Vielen Dank fuer die schnelle Antwort - es handelt sich hiebei um ein Haus in Berlin. Die Maklerprovision betraegt hier haeufig 7,14% des Kaufpreises ... jedoch des Angebotspreises - da habe ich noch niemanden gefunden, und deswegen hatte ich es auch nicht erwartet und auch nicht so verstanden! Ich habe nun einen Rechtsanwalt angeschrieben, denke jedoch, dass meine Chancen eher schlecht stehen :-( ... Der og Fall bezog sich ja auf eine viel hoehere Summe und Abweichung auf die uebliche Provision fuer die Gegend. Aergerlich ist es trotzdem, denn es gibt Makler, die nehmen 7,14%, machen dafuer aber auch sehr gute & viele Bilder, stellen das Objekt genau und detailliert ins Internet und drehen Videos vom ganzen Haus. Die verdienen dafuer auch entsprechende Provision. ... aber dieser Makler! Falsche Angaben im Expose, 4 miserable Bilder, ist noch nicht mal zur Beurkundung beim Notar erschienen. aaarrghhh ... Ich aergere mich! :-( Ich muss noch dazu setzen ... Die Verkaeuferin ist mit einem der Makler liiert. Mein Pech :-( Ich werde auf jeden Fall weiter Infos posten, sollte sich jemand anderes mal in einer aehlichen Position befinden. Der Name der Immobilienfirma wird dann auch preisgegeben - ha Ha ;-)

0
@annekatrin01

Nun ich bezog mich im allgemeinen auf seine AGB und wenn die als sittenwidrig erklärt wird, so gilt dies nicht nur für einen Satz sondern den ganzen Paragraphen / Punkt seiner AGB....;-) und wie gesagt es muss auf den NEttoverkaufspreis berechnet werden. Nur weil es andere machen heisst es nicht das es gesetzlich ok ist

Die Verkäuferin ist mit einem der Makler oder mit dem Makler liiert. Wenn es der MAkler ist, der dir die Adresse genannt hat oder er sogar der Eigentümer bzw. Geschäftsführer der Firma ist - dann hat er ein richtiges Problem - denn das darf selbst er nicht. Das würde gehen wenn es seine Ex Frau ist oder sie komplett voneinader getrennt leben - ha...so einfach geht das nicht wie er denkt. Zwar darf man auch Verwandschaftsobjekte als Makler provisionspflichtig verkaufen, jedoch nur, wenn der Verkäufer wirtschaftlich vom Makler getrennt ist. Beim Ehepartner wird dies nicht der Fall sein - nicht einmal wenn er seine Firma getrennt vom Lebenspartner hält, denn dieser lebt letztendlich mit durch den Verdienst. Das er aus der Nummer beiM Finanzamt rauskommt - eher unwahrscheinlich - dafür gibt es genug Urteile!

0
@Depart33

Hallo - vielen Dank fuer die ausfuehrlichen Antworten! ich hatte ein Update versprochen - wir haben letztendlich nachgegeben und die volle Provision (7.14% von Angebotspreis) bezahlt. Waere die Sache vor Gericht gegangen, waere es tatsaechlich dem Richter ueberlassen gewesen, wie er entscheidet, da die Provisionssaetze hier nicht gesetzlich festgelgt sind. Der Stress und das Risiko, so etwas durchzuziehen waren mir leider zu gross :-(. ... Das ist sicherlich der Grund, weshalb die meisten letztendlich einfach bezahlen :-(

0

Wir haben bisher immer die Courtage vom endgültigen Kaufpreis gezahlt.

Du musst auch die Makler ernähren! Deshalb gehen die immer vom Angebotspreis aus !

Wer muss die Provision bei der Vermietung eines TG-Stellplatzes bezahlen?

Im Dezember 2015 hab ich (Mieter) einen Garagenmietvertrag über die Anmietung eines separaten TG-Stellplatzes abgeschlossen.

Wenige Tage nach der Vertragsschließung kam eine Rechnung vom Makler für die erbrachte Leistung der Vermittlung in Höhe von 200€ (4 Monatsmieten) zzgl. Mehrwertsteuer.

Ich habe keinen Vermittlungsvertrag oder der Gleichen mit dem Makler geschlossen. Es kam nur ein Mietvertrag mit dem Vermieter zu Stande.Der Mietvertrag enthält keinen Hinweis auf eine fällige Maklerprovision.

Ich vermute mal das Bestellerprinzip, welches seit 01.06.2015 rechtskräftig ist hat hier keine Wirkung, da es sich nicht um eine Wohnung handelt.Auf welcher Rechtsgrundlage bin ich verpflichtet zu zahlen oder ist diese Rechnung sogar hinfällig?

Folgende Punkte sind dabei noch nennenswert:- Im Expose war die Provision aufgeführt- Der Mietvertrag kam über einen Immobilienmakler zu Stande- Der TG-Stellplatz ist eigenständig und hat keinen Bezug zu einer Wohnung

...zur Frage

MAklerprovision berechtigt?

Hallo,

wir nöchten gerne ein Grundstück kaufen. An dem besagten Grundstück ist ein Schild mit der Telefonnummer des Maklers angebracht. Nach dem Anruf erhielt ich ein Expose. Dort ist zu lesen, dass der Makler mit dem Verkauf beauftragt wurde und am Ende , dass eine Provision, basierend auf dem protkollierten Kaufpreis fällig ist. Dies steht auch im Notarentwurf. Es wird aber nicht näher bezeichnet, wer sie zu zahlen hat. Somit war unklar, ob der Verkäufer oder der Käufer zu zahlen hat. Alle weiteren Verhandlungen habe ich mit dem Verkäufer selbst gemacht. Der Makler gab mir dazu die Nummer und meinte es wäre beser direkt mit dem Verfäufer zu sprechen. Die Grundstücksbesichtigung habe ich auch ohne den Makler gemacht. Nun ist uns klar gemacht worden, dass wir die Makergebühr in Höhe von 5% zu tragen haben. Ich frage mich wofür? Reicht allein die Herausgabe der Telefonnumer des Verkäufers?

...zur Frage

Haus gekauft ... nun meint der Verkäufer das ich auch seine Maklerprovision zahlen soll ?

Habe ein Haus gekauft, im Vorfeld habe ich mich mit dem Verkäufer geeinigt das der Preis wegen einem Wasserschaden gemindert wird, er war Einverstanden.

Notariell ist alles durch, der Kaufpreis ist auch Überwiesen, den Schlüssel habe ich auch.

Meinen Teil der Maklerprovision habe ich gezahlt, er hat vom Makler eine Mahnung erhalten dass er seinen Teil der Provision zahlen soll ... er ist jedoch der Meinung dass er vom Kaufpreis damals nur runtergegangen ist weil ich auch seinen Teil der Provision übernehmen würde.

Doch so war das nicht Besprochen ... es handelt sich da um ein Missverständnis, sonst hätte wir das ganze im Vertrag ( beim Notar oder Makler ) festgehalten.

Muss ich nun aufgrund eines Missverständnisses seinen Teil der Provision bezahlen, obwohl das so meines Wissens nicht vereinbart wurde ( weder mündlich noch schriftlich ) ?

...zur Frage

Was sind die 5 Wahlqualifikationen bei Immobilienkaufleuten?

Hallo,

Ich beginne im Sommer die Ausbildung zur Immobilienkauffrau und muss mich zwischen 5 Wahlqualifikationen entscheiden. Die wären: Gebäudemanagement, Bauprojektmanagment, Wohnungseigentumsverwaltung, Steuerung und Kontrolle und Maklergeschäfte. Man bekommt ja 2, aber eine darf ich mir aussuchen und eine andere wird mir zugeteilt.

Ist hier vielleicht jemand der die gleiche Ausbildung macht oder bereits vollends ausgebildet ist, der mir einpaar sachen zu den Qualifikationen erzählen könnte und mir vielleicht eine Qualifikation empfiehlt, weil sie im späteren Beruf Vorteile mit sich bringt ?

LG und danke schon mal

...zur Frage

Maklerprovision schwarz kassieren?

Hallo!

(Ich muss etwas ausholen, es wird also eine etwas längere Erklärung)

wir haben uns vor einer Woche nach langem Warten und viel hin und her endlich unser Haus gekauft. :))

Der Makler hatte ursprünglich 7,14% Provision für den Käufer im Exposé stehen und ist bei Verhandlungen mit uns über den Kaufpreis, mit seiner Provision auf 3,57% herunter gegangen.

Allerdings forderte er von uns zusätzlich zu seiner Rechnung (3,57% des Kaufpreises) auch 3.000€ in bar, die ohne Rechnung gezahlt werden sollen.

Da wir aufgrund des von ihm verhandelten günstigeren Kaufpreises ja erheblich Steuern sparen würden und er uns mit den 3,57% ja auch schon entgegen kommt waren seine Worte...

Per Handschlag stimmten wir dem zu und unterzeichneten den Maklervertrag mit eine vereinbarten Provision in Höhe von 3,57%.

Jetzt haben wir nun endlich den Vorbesitzer unseres Hauses persönlich kennengelernt und es hat sich herausgestellt, dass er nicht nur die 3,57% laut Maklervertrag von uns verlangt, sondern zusätzlich auch 3% vom Verkäufer und dann noch 3.000€ schwarz von uns haben will (die er möglichst nächste Woche haben möchte).

Auserdem hat er mir absichtlich verschwiegen, das vom vorigen Kaufinteressenten eine Pumpe gestohlen wurde, die für die Wasserversorgung des Nebengebäudes verantwortlich war.

Hier behauptete er, er wisse nicht genau wie die Wasserversorgung in diesem Bereich geregelt gewesen wäre.

Es stellte sich aber heraus, dass es wegen der vorzeitigen Schlüsselübergabe an den vorigen Kaufinteressenten und die von ihm entwendeten Güter im Haus (eben diese Pumpe und andere Dinge) schon seit Monaten einen Streit zwischen dem Verkäufer und dem Makler gibt).

Und er somit genau über die Funktionsweise bzw. die nicht vorhandene Funktionalität Bescheid wusste.

Nun endlich zu meiner Frage:

Ist das Verhalten des Maklers so zulässig und wenn nicht, was soll bzw. was kann ich jetzt machen?

Gezahlt ist unsererseits noch nichts (weder die 3,57% noch die 3.000€)

Und gibt es eine offizielle Beschwerdemöglichkeit, oder soll ich mich an die Postbank direkt wenden (für die ist der Makler freiberuflich nämlich tätig)?

Ich finde sein Verhalten einfach nur dreist! Und der will dann noch Riesen Summen kassieren! 👎

...zur Frage

Eigentümer will Haus verkaufen, Mieter will nicht ausziehen

Hallo, ich hab eine Frage bezgl. Hauskauf. Wir haben endlich ein Haus gefunden, welches wir kaufen wollen.

Das Problem ist nun folgendes: Der Eigentümer des Hauses hat zur Zeit das Haus zur Miete gegeben. Da das Verhältnis zwischen dem Eigentümer und den Mieter schlecht ist, will der Eigentümer das Haus verkaufen. Die Mieter aber wollen nicht aus dem Haus ausziehen.

Nun meine Frage, wenn wir das Haus kaufen, wird es später Probleme geben für uns?

Der Eigentümer hat zwar das Recht über sein Haus, aber gibt es denn Gesetze, die für den Mieter sprechen?

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?