Mainstream und RTL...Wie kann man nur?

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10 Antworten

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Menschen lieben das, was sie kennen.

 Wenn man etwas Neues lernt, kann das auch lohnend sein und sich gut anfühlen, dafür muss man die Erfahrung aber ein paar Mal gemacht haben.Warum möchte man Wiederholung?

Frag mal die Werbefachleute!

Wir erinnern uns an Werbung, zitieren sie oder singen sie sogar mit, weil wir sie oft hören und uns "freuen", wenn wir sie wiedererkennen. 

Das passiert schon kleinen Kindern: Sie freuen sich, wenn sie etwas wiedererkennen.

Im Radio möchte man gerade beim Autofahren oder bei Routinetätigkeiten (Putzen etc.) Lieder hören, die man mitsingen kann oder könnte. Man braucht sich dann nicht auf das Radio zu konzentrieren, man kann nebenbei hören. Würde man nur neue Songs hören, müsste man stärker auf das Radio achten, man würde nicht mitsingen können und sich allg. stärker konzentrieren müssen. Das will man aber eher nicht beim Autofahren, Putzen, im Supermarkt, wo die Lieder nebenbei laufen.Außerdem muss man meist ein Lied mehrfach gehört haben, bevor man es gut findet und ggf. kaufen möchte. Die Wiederholung bietet einen Kaufanreiz. Bestimmt kennst Du das Phänomen, dass man ein Lied anfangs hasst, dann sehr oft hören "muss" im Radio und am Ende sogar unbewusst mitsingt, weil man es oft genug gehört hat!

Bzgl. RTL und Co: Ein Teil der Faszination ist auch hier Wiederholung. Viele Sendungen folgen dem immer gleichen Muster. Ein anderer Teil ist Wiedererkennung, gerade bei "Stars" und solchen, die sich gern dafür halten. Ein weiterer Teil ist das Gefühl, die Leute zu kennen. Wer oft "Dschungelcamp" etc. schaut, bekommt schon einen großen Teil des vermeintlichen "Alltagslebens" der Teilnehmer mit, man sieht sie in ganz normalen Situationen, beim Smalltalk, beim Essen etc. (die Beliebtheit der Dschungelprüfungen kann ich nicht ganz nachvollziehen, aber vielleicht möchte man sehen, wie andere entweder den gleichen Ekel haben, den man auch hätte, oder sich überwinden (müssen), etwas zu tun, das man nicht tun würde - in jedem Fall hängt Identifizierung mit den Leuten mit der Faszination zusammen, oder eben Ablehnung/ Schadenfreude. Eigentlich Emotionen, die man mit Menschen verbindet, die man persönlich kennt. "Promis" sind halt für viele irgendwie "Freunde", so wie Lieblingscharaktere in Serien etc.).

Dazu kommt Voyeurismus. Man kennt die Promis normalerweise aus ihrem beruflichen Umfeld: Sie singen, moderieren etc. Man sieht sie regelmäßig, lernt sie aber nie wirklich kennen und weil man sie so oft sieht, bildet man sich ein oder wünscht sich, sie zu kennen (wie bei den Songs im Radio: Man möchte sie irgendwann in sein Leben integrieren, kennenlernen). Wenn diese Menschen also außerhalb ihres beruflichen Umfelds auftauchen und Quizfragen benatworten müssen, kochen müssen, was auch immer, bildet man sich ein, sie näher kennen zu lernen, etwas "Privates" über sie zu erfahren UND man sieht sie bei Tätigkeiten, die man selbst auch verrichtet (z.B. kochen, Hundehaltung etc.). Man kann sich also einbilden, den Leuten etwas näher gekommen zu sein, man findet Gemeinsamkeiten, die einen den Menschen näher bringen als ihr professionelles Umfeld. Man kann nicht singen oder moderieren wie X, aber man hat auch einen Hund, der nicht immer gehorcht oder man weiß jetzt, dass man besser als sie ein bestimmtes Gericht zubereiten kann etc.

Von den einfachen Sendungen mit immer gleichem Inhalt habe ich mal gehört, dass man sie oft bei Routinetätigkeiten ansieht, also nicht immer auf den Inhalt konzentriert ist, deshalb wird oft der Inhalt noch mal zusammengefasst oder es treten viele Wiederholungen auf.

Dazu werden kleine Spannungsbögen eingebaut.

 Wenn Du NUR die Bildzeitung liest, bist du immer enttäuscht, nicht mehr zu erfahren über die angesprochenen Themen. Um bei der Stange zu bleiben, bietet man Dir groß geschriebene, reißerische Titel, also eine hohe Erwartungshhaltung, Wenn Du keine Alternative kennst oder zur Verfügung hast, hält Dich das bei der Stange: Erwartung - Enttäuschung, Erwartung - neue Hoffnung - Enttäuschung. Meist aber nur für eine gewisse Zeit. Dann wechselt man entweder die Inhalte (andere Show, nächste Bildzeitung) oder irgendwann das Format (anderer Sender, anderer Zeitung, Buch etc., weil man gemerkt hat, das die gebotenen Erwartungen nie erfüllt werden).

Einige Menschen wollen aber bewusst mit solchen Formaten entspannen, die wissen, dass ihnen nichts Tolles geboten wird und das wollen sie auch nicht. Sie konsumieren bewusst seichte Unterhaltung, um abzuschalten. Meist aber auch nur zeitweise.

Wow danke für die ausführliche antwort. Deine Begründungen für das ständige Wiederholen fand ich sehr interessant:)

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......Sie konsumieren bewusst seichte Unterhaltung, um abzuschalten. Meist aber auch nur zeitweise.....

Die Diskussion hier beleuchtet ja nur die TV-Unterhaltung; daß man auch Informationen und Erkenntnisse aus dem Fernsehen ziehen kann (wenn man sie denn findet, ich meine nicht die  seichten und eher fragwürdigen pseudowissenschaftlichen Massenproduktionen mit Anchorman etc.pp.), ist hier leider untergegangen.

Aber wie dem auch sei, meiner Auffassung nach trifft der Konsum von Erzeugnissen auf RTL-Niveau durch denkende Zuschauer nur sehr bedingt zu. Wer von vornherein weiß, daß ihm nichts Tolles oder Anregendes geboten wird, schaltet den Fernsehapparat gar nicht erst ein.

In Krakenhäusern hingegen werden RTL & Co. wahrscheinlich auch ein Publikum haben. Wer krank und geschwächt im Bett liegt, verlangt nicht nach solider Kost für den Intellekt, sondern ist mit Super-Illu vom Krankenhauskiosk und RTL, Vox etc auf der Mattscheibe vollauf zufriedengestellt.

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Die Antwort darauf ist ziemlich simpel. Es ist einfache Unterhaltung. Wenn man nach der Arbeit, der Schule oder anderer Beschäftigung sich entspannen will ist das für die meisten ausgelasteten Menschen mit niedrigen Ansprüchen das Go-To.

Andere wiederum machen sich einen Spaß aus der Banalität und Realitätsfremdheit solcher Formate.

Wiederum andere fühlen sich besser und intelligenter wenn sie von solch "echten Geschichten" aus dem "wahren Leben" fühlen. Das ist auch der Grund warum "intelligente" Menschen dazu neigen solche Formate zu sehen.

Hoffentlich konnte ich helfen und bloß nicht verzweifeln, denk daran: Meinung ist subjektiv ;)

Ist es nicht eher so, dass die Sendungen bewusst so konstruiert sind, dass Erwartungen, Enttäuschungen, Spannung und Wiedererkennen/ "Mitratenkönnen" geboten werden, so dass sich der weniger anspruchsvolle Zuschauer einbildet, schlau zu sein, weil er die Handlung im Voraus raten kann und der anspruchsvollere Zuschauer irgendwann genervt abschaltet, weil immer das gleiche läuft und er schon nach wenigen Minuten die Handlung erraten kann?

Sicherlich werden Zuschauer mit Tricks bei der Stange gehalten, z.B. eher früher schaute man sich schockiert vermeintliche Realityformate an und konnte nicht fassen, wie "blöd" die Leute waren. Heute weiß man über Scripted Reality bescheid und hat daher weniger Interesse an diesen Sendungen. Der Trick funktioniert also nicht mehr bei allen, sondern nur noch bei denen, die bewusst solche Inhalte sehen wollen. Das dürften nicht alle sein. Ob sie nun intelligenter oder weniger intelligent sind, möchte ich nicht mal raten, eher könnte ich mir einen Zusammenhhang mit den sonstigen Tätigkeiten vorstellen. Sind diese sehr intellektuell anspruchsvoll, schaut man vielleicht eher anspruchslose Sendungen in der Freizeit. Wird man im Beruf nicht so gefordert, schaut man vielleicht eher Sendungen, die einen tatsächlich mehr herausfordern oder in denen man wirklich etwas lernt und nicht alles schon im Voraus raten kann.

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Ich verstehe dich mich kotzt es auch an aber da kann man nichts machen....

Zu dem; "taylor swift ist bei dir empfohlen"

Velleicht hast du irgedwas was in die Richtung von taylor swift geht angehört wie pop musik oder demi lovato oder irgendwelche stars wenn du das getan hast werden dir meistens ähnliche dinger vorgeschlagen.

- man kann halt nichts machen dagegen das beste was man machen kann ist aus dem weg gehen.

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