Mahnungsgebühren und Anwalt- wie hoch die Kosten?

...komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Also habe ich dich richtig verstanden? Du hast eine Mahnung bekommen und dann hattest du deine Zahlungsprobleme bekannt gegeben und um Ratenzahlung gebeten? Die haben den Brief bekommen, haben dir dann die Ratenzahlung schriftlich bewilligt und dir ein SEPA-Mandat zum Unterschrieben zugesendet?

Dann würde ich die Anwaltsgebühren zurückweisen. Beispielsweise: "Werter Anwalt. Ihre Mandantin hatte sowohl Kenntnis von meinen Zahlungsproblemen als auch eine Ratenzahlung bewilligt. Ich hatte ihr ein unterschriebenes SEPA-Mandat zugesandt. Nachdem nichts abgebucht wurde, habe ich mir das Geld bei mehreren Bekannten geliehen und auf einmal überwiesen, noch bevor ihr Brief eintraf.

Wie sie wissen, lehnen Gerichte ihre Gebühren als Verstoß gegen die Schadensminderungspflicht ab, wenn der Gläubigerin die Zahlungsprobleme bekannt waren. Ich erwarte daher von Ihnen ein Erledigt-Schreiben. Ansonsten bezweifele ich aber auch, dass hier jemals eine Einzelfallprüfung oder Rechtsberatung beauftragt wurde oder abgerufen wurde. Die Höhe der Gebühr ist somit ganz grundsätzlich und im Einklang mit der BGH-Rechtsprechung nicht statthaft."

Dann würde ich abwarten.

Ich hatte bei der Anwaltskanzlei angerufen und die haben gesagt, ich sei selber Schuld, weil ich den Brief nicht per Einschreiben/Fax o.ä. weggeschickt habe, denn ich könnte nicht beweisen, dass ich den Brief weggeschickt habe und wenn ich die Kosten nicht auch noch zahlen würde, dann würde sich das jetzt auch immer weiter anhäufen und ich könnte zusehen wie ich damit klarkomme.

Leider verstehe ich den Teil mit der Einzelfallprüfung /Rechtsberatung nicht so richtig, was genau damit gemeint ist.

0
@neverenough88

Man ruft nicht bei gegnerischen Anwälten an. Lass dich nicht verarschen. Der erste Brief, mit dem du um Ratenzahlung bittest, der ist entscheidend. Wenn du darauf eine Antwort bekommen hast, ist es für den Anwalt nahezu unmöglich, diesen ersten Brief zu leugnen.

Zudem: Wenn der erste Brief ankam, wieso dann nicht der zweite? Richter werden skeptisch, wenn Anwälte so argumentieren, dass mal ein Brief ankommt und mal nicht.

Das mit der Rechtsberatung ist eine Frage, wie hoch die Anwaltsgebühr sein darf. Für eine sogenannte 1,3 Gebühr muss der Anwalt auch einiges leisten. Das ist keine Willkür, nach dem Motto "Ich will jetzt 200€ Gebühren also kriege ich die". Die gebührenspanne beträgt 0,5 (50% des Grundbetrages) bis 2,5 (250% der Grundgebühr). Die Anwälte wollen deswegen diese 1,3 Gebühr, weil im Gesetz steht "Eine Gebühr von mehr als 1,3 kann nur gefordert werden, wenn die Tätigkeit umfangreich oder schwierig war. "

Die Spanne ist aber nunmal nicht 1,3 bis 2,5 sondern 0,5 bis 2,5. Es gibt also einen Spielraum und der ist wie gesagt keine Willkür sondern richtet sich danach, zu was der Anwalt beauftragt wurde und was er getan hat.

wenn ein Anwalt blind nur irgendwelche Briefe raushaut, ist das sogar ein ganz anderer Gebührentatbestand (Gebühr für Schreiben einfacher Art, 0,3 bzw. 30% der Grundgebühr).

Viele Anwälte, die bei falschen Gebührenrechnungen erwischt werden, wollen am Ende des Tages nicht vor Gericht bloß gestellt werden deswegen und geben irgendwann auf. Sie nennen es dann "aus Kulanz".

0
@neverenough88

Ergänzung: Der erste Brief ist deswegen entscheidend:

Gerichte sind sich einig, dass der Gläubiger die Anwalts-/Inkassokosten nur dann erstattet bekommt, wenn er davon ausgehen durfte, dass das Einschalten eines Anwalts oder Inkassos etwas bringt.

Weiß der Gläubiger ganz genau, dass man Zahlungsprobleme hat, dann verschlimmern die völlig überflüssigen Inkasso-/Anwaltsbriefe dieses Problem nur noch. Und da es einen allgemeinen Paragraphen gibt, der den Gläubiger zur Kostenminimierung verpflichtet (§254 BGB) verstößt er dann dagegen. Also muss er Inkasso-/Anwaltskosten selbst bezahlen.

Die Gerichte argumentieren, dass bei Zahlungsproblemen der Gläubiger schnellstmöglich an einen Titel kommen soll (Urteil oder Mahnbescheid bzw. Vollstreckungsbescheid). Deswegen ist das seine nächste Maßnahme. Einen Anwalt oder ein Inkasso mit teuren Mahnbriefchen loszuschicken ist sinnbefreit.

Du hast auch nie die eigentliche Ursprungsforderung in Frage gestellt. Wieso also der Anwalt? Es gab keinen Rechtsstreit. Es gab Zahlungsprobleme und deswegen eine Verzögerung bzw. einen Versuch der Ratenzahlung.

0
@mepeisen

Ich habe dem Anwalt den Text ganz oben geschickt aber als Anwort erhielt ich nur eine weitere Forderungsaufstellung mit derselben Forderung wie vorher. Also sie haben mich einfach ignoriert.

Aus Deinem anschließenden Text bin ich leider nicht ganz schlau geworden. Das einzige was der Anwalt bisher getan hat, war einen Brief zu schreiben. Aber berechnet mir 1,3 Geschäftgebühr 105 Euro für das Mahnschreiben, + 20 Euro für Auslagen und Mahnspesen von 20 Euro. Das erscheint mir alles etwas viel für einen einzigen Brief?

0
@neverenough88

So ist das Gesetz. Die "Auslagen" betragen 20% der eigentlichen geschäftsgebühr mit Maximum von 20€. Egal wie viele Briefe er schreibt.

Wie dem auch sei, ich würde den Brief abheften, ansonsten ignorieren. Der Anwalt hat deinen Standpunkt mitgeteilt bekommen. Wenn er das ignoriert, ist es sein Problem.

Brieffreundschaften macht man mit Leuten, die man irgendwie mag. Sollte sich nichts inhaltlich Neues ergeben oder ein Gerichtsbrief kommen, muss man auch nicht reagieren.

0
@mepeisen

Ich weiß aber nun immer noch nicht, ob die Kosten nun gerechtfertigt sind oder nicht, jetzt mal davon abgesehen, dass es sowieso überzogen war, direkt einen Anwalt einzuschalten. Er berechnet mir ja Zinsen für jeden weiteren Tag den ich nicht zahle und da ich nicht weiß wo ich stehe, bin ich fast schon soweit, dass ich mir nochmal irgendwo Geld zusammenleihe, nur damit ich endlich Ruhe habe :(

0
@neverenough88

Die Kosten sind nicht gerechtfertigt. Der Gläubiger wusste von deinen Zahlungsproblemen. Und damit gibt es keinen Anspruch, dass du Anwaltskosten bezahlst. Punkt aus. Ich würde hier hart bleiben.

Der Anwalt kann berechnen, was er will. Vor Gericht ist das nicht durchsetzbar.

0

Es wäre zumindest erforderlich gewesen Dir Erinnerungen oder Mahnungen zukommen zu lassen. Einfach nach einer Weile ein Inkassobüro oder einen Anwalt zu beauftragen geht nicht ohne vorherige Mahnung.

Dass die Summe dann gleich so ansteigt ist allerdings normal.

Es kam auch eine Mahnung, weil ich vorher noch versucht habe, die komplette SUmme aufzutreiben aber weil ich das nicht geschafft habe, habe ich erst daraufhin um Ratenzahlung gebeten

0
@neverenough88

Dann ist das leider so rechtens. Als im ersten Monat schon nichts abgezogen wurde hättest Du Dich mit denen in Verbindung setzen müssen. So sieht es für die aus (da sie offensichtlich den Ratenvertrag von Dir nicht zurückerhalten haben), dass Du Dich still gestellt hast.

0

Die Summe Ansich kommt mir korrekt vor. Jedoch wenn die eine Einzugsermächtigung hatten und dein Konto auch gedeckt war, ist das ja deren schuld

Die sagen, dass die Einzugsermächtigung niemals angekommen sei und die weiterhin davon ausgegangen sind, dass ich mich weigere zu zahlen

0

Ja dann ist alles korrekt. Du hättest dich kümmern müssen

0

dann verstehe ich nicht, warum du nicht direkt nachgefragt hast, als im ersten monat nichts von deinem konto abgezogen wurde.

Der Brief kurz vor Beginn des nächsten Monats raus, da hatte ich gedacht, dass sie vielleicht Zeit zum bearbeiten brauchen

0
@neverenough88

tatsache ist: die haben gemahnt, du hast nicht reagiert und dann schalten die einen anwalt ein. vollkommen rechtens. wenn man etwas nur schriftlich hin und her schickt, sollte man sich erkundigen, ob auch die schreiben angekommen sind. besonders wenn es um solche ratenvereinbarungen geht.

0

Was möchtest Du wissen?