Mahnung wegen icht bezahlen eines Vertrages bekommen (bin 15 Jahre alt)?

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5 Antworten

Ich würde folgendes machen: Ab zu den Eltern und zeige Ihnen diese Antwort. Diese sollten dem Anbieter dann zurück schreiben in etwa folgendem Wortlaut: "Werter Anbieter. Unser minderjähriges Kind hatte keine Erlaubnis zum Abschluss dieses Vertrages. Wir weisen die Forderung daher zurück. Zudem hat es uns versichert, dass Sie hier offenbar ein betrügerisches Angebot geschaltet haben, bei dem die Preise und eine Kostenpflicht im Anschluss an ein kostenloses Angebot nicht richtig gekennzeichnet sind. Sollten sie es wagen, uns oder unser Kind weiterhin zu belästigen, werden wir nicht zögern, gegen Sie vorzugehen (Strafanzeige wegen Verdacht des gewerblichen Betruges, negative Feststellungsklage). Diese Worte waren hoffentlich deutlich genug."

Danach schweigen. So Anbieter, die jenseits der Legalität agieren, ziehen der Erfahrung nach nie vor Gericht. Maximal kommen Inkasso-Briefe, die man gut ignorieren kann. Selten kommt ein Mahnbescheid, dem deine Eltern mittels Kreuzchen (Ich widerspreche komplett) problemlos abwehren.

In Zukunft etwas besser aufpassen. Denn in der Welt gibt es selten etwas wirklich umsonst. Gerade solche kostenlosen Prüfphasen sind oft einfach nur Fallen. Nicht dass es legal wäre und man kommt, wenn man sich richtig wehrt, bei so Fallen auch raus. Aber den Ärger kann man vermeiden.

Stichwort für deine Eltern, wenn sie sich informieren wollen zum Thema: "Buttongesetz", "Preisauszeichnungspflicht". Damit sollte man einiges finden.

Die Nachtlieferungen der deutschen Post überraschen mich auch immer.

Als erstes wäre zu prüfen ob der Vertrag rechtmäßig zustande kam. 

Wenn eine Mahnung kommt, ist der der Vertragsabschluss schon etwas länger her. Je mehr Zeit vergeht um so schwerer wird es zu beweisen sein, dass man Leistungen nicht in Anspruch genommen hat, die auch bei Rücktritt kostenpflichtig sind.

Als erstes vielleicht eine Mail an den Absender der Mahnung schicken, auf das Alter verweisen und das man das Produkt nicht verwendet bzw. deinstalliert hat. 

Im Grunde beim nächsten Mal eher aufpassen auf was man klickt und auch mal das Kleingedruckte lesen. 

mepeisen 11.08.2017, 07:56

Der Anbieter ist erst mal in der Beweispflicht, dass er korrekt auf die Kosten hingewiesen hat.

Preise im Kleingedruckten zu verstecken ist schlichtweg unwirksam. Die Preise zu verschleiern kann sogar den Straftatbestand des Betruges erfüllen.

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Wenn du beim Abschluss des free trials nicht eindeutig auf evtl anfallende Kosten hingewiesen wurdest ist der das schon mal einer der Gründe dafür, das kein rechtskräftiger Vertrag besteht. Wie lange ist es her seit du diesen Trial gestartet hast? Ich würde schriftlich widersprechen und (falls hier zeitlich noch zutreffend) mich auf das Rücktrittsrecht nach dem deutschen Verbraucherschutz berufen, welches es dir erlaubt von jedem Vertrag innerhalb von 3 Wochen zurückzutreten. Allerdings das nur als letzte Sicherheitsmaßnahme, da es noch viel offensichtlichere Gründe gibt wie z.B. dein Alter, zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses waren sich offensichtlich nicht beide Vertragsteilnehmer über die anfallenden Kosten im Klaren (du) etc.

TristanMolan 11.08.2017, 05:57

Also ich kenne bei Online- bzw. Haustürgeschäften nur eine Widerrufsfrist von 2 Wochen. 

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mepeisen 11.08.2017, 08:00

Ich bin gerade am Schwanken, ob ich dich positiv oder negativ bewerten soll. der erste Satz ist richtig und auch das "schriftlich widersprechen" ist genau der richtige Ratschlag. Alles andere leider falsch.

Die Fallback-Lösung wäre, dass die Eltern mit Verweis auf die Minderjährigkeit dem Ganzen widersprechen.

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MrWick1 17.08.2017, 05:49
@mepeisen

Mag sein, dass es 2 - Wochen war, jedoch bin ich mir ziemlich sicher, dass meine Aufführungen richtig sind. Ich habe selbst schon Erfahrung damit gemacht und hoffe doch nicht, dass die Informationen, die ich mir darüber angelesen habe in Wahrheit aus Märchenbüchern stammen. Auf die "Fallbacklösung" wollte ich aus gründen mangelnder Lust nicht mehr eingehen (deutete sie jedoch mit dem Stichwort "Alter" an). Außerdem versuche ich mir nur selbst ein Bild von seiner Situation zu machen und bringe dann sachgerechte Ratschläge vor. "Alles Andere" ist ganz sicher richtig. Wenn beim Vertragsabschluss nicht eindeutig zu erkennen war, dass automatisch Kosten anfallen würden ( es ist dabei übrigens völlig egal was in den AGBs steht, das bei Vertragsingang sichtbare zählt), bestünde kein rechtskräftiger Kaufvertrag. Ist ganz einfach beim Verbraucherschutz erfahren. Vielleicht hat der/die Fragesteller/in einfach nur ungenau gelesen (auch wenn ein Button mit "kostenpflichtig" oder gleichwertigem beschriftet wohl kaum misszuverstehen wäre (in Deutschlabd gilt das Button - Gesetz, ja das gibt es wirklich, nach dem eben genau so ein Button vorhanden sein muss, wenn es um die abwicklung eines Kaufvertrages geht). In dem Fall wäre jeder Ratschlag von mir bis auf das Widerrufsrecht sinnlos. Die von mir aufgeführten Ratschläge sind übrigens zum Großteil nicht auf sein Alter bezogen.


Freundliche Grüße 

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Mit 15 kannst du keine Kaufverträge abschließen. "Taschengeld" Käufe sind da sie Ausnahme. Aber einen richtigen Vertrag kannst du nicht abschließen, dieser wäre dann nicht gültig. Trotzdem würde ich einen Anwalt aufsuchen um eben das zu prüfen.

mepeisen 11.08.2017, 07:58

Man kann auch mit 15 jederzeit "richtige Verträge" abschließen. Die sind nicht einfach so ungültig. Was du vielleicht meinst ist, dass die Eltern Verträge, von denen sie nichts wissen (!) nachträglich anfechten können. Das ist aber eine andere Baustelle.

Man braucht hier keinen Anwalt, ich bitte dich.

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Ich bezweifele, dass der Brief gerade erst ankam.

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