Mahnung ohne vorher erhaltene Rechnung?

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2 Antworten

Du hast die Eintrittskarten erhalten und damit bist Du in der Pflicht zu zahlen. Ein Anspruch auf eine Rechnung und damit ein Zurückbehaltungsrecht besteht nicht (es sei denn Du hast als Nicht-Verbraucher gehandelt und brauchst die Rechnung aufgrund des Vorsteuerabzugs etc.).

Mit Erhalt der ersten Mahnung und weil Du weiterhin nicht gezahlt hast, bist Du in Verzug geraten.

Nun hast Du eine zweite Mahnung erhalten, in dem Dir auch Mahnkosten aufgebürdet worden sind. Du hast darauf die Hauptforderung anerkannt, den geltend gemachten Mahnkosten aber widersprochen. Der Gläubiger besteht auf den Mahnkosten.

Du solltest umgehend die Hauptforderung, also den vereinbarten Kaufpreis für die Eintrittskarten (zzgl. 1.- € Mahnkosten) überweisen.

Verwendungszweck: "Rechnungsnr. + xxx,xx HF + 1,00 Mahnkosten

Dem Gläubiger steht Ersatz für die Mahnkosten (ausschließlich) der zweiten Mahnung zu, wenn diese schriftlich (per Post) erfolgt ist. Ob für die erste Mahnung auch ein Ersatzanspruch besteht kann aufgrund Deiner Angaben nicht beantwortet werden, dafür müsste der Verzug anderweitig vor Erhalt der Mahnung ausgelöst worden sein (durch vertragliche Regelung).

Der Schadenersatz ist für jede schriftliche Mahnung auf den materiellen, nachweisbaren Schaden ersetzt. Du kannst also vom Gläubiger diesbezüglich Nachweise verlangen. In der Regel sind das die Kosten für das Blatt Papier, das ausdrucken, der Umschlag und die Briefmarke (max. 1.- €).

Anders sieht es aus, wenn vertraglich ein pauschaler Schadenersatz für jede schriftliche Mahnung vereinbart worden ist. Dann könnte auch mehr verlangt werden, allerdings darf die Pauschale die zu erwartenden Kosten nicht übersteigen. Wie hoch die Pauschale pro schriftlicher Mahnung sein darf, hängt davon ab in welchem OLG-Bezirk Dein Wohnsitz ist. Anerkannt werden jedenfalls keinesfalls mehr als 2,50 €.

Grundsätzlich muss der Gläubiger im Rahmen eines Prozesses natürlich nachweisen, dass Dir eine Mahnung auch zugegangen ist. Das könnte sich in diesem Fall aber auch schon aus Deiner Handlung ergeben, da Du entsprechende Einwände erhoben hast.

Teile abschließend dem Gläubiger mit, dass Du am xx.02.2017 den Kaufpreis zzgl. 1.- € Mahnkosten überwiesen hast. Weitere Mahnkosten wirst Du nur zahlen, wenn Dir entsprechende Nachweise über den materiellen Schaden vorgelegt werden.

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Die Firma wird locker nachweisen können, dass sie eine Rechnung versendet hat. Solche Dinge versuchen unsere Kunden auch immer, aber wir haben alles im System gespeichert.

Wenn eine Rechnung erstellt und zum Versenden weitergeleitet wird, wird im System eine Kopie davon zu jedem einzelnen Geschäftsfall archiviert. Für den Postweg ist der Rechnungssteller natürlich nicht mehr verantwortlich.

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Kommentar von AtreyuSaryu
01.02.2017, 15:19

Für den Fall könnte das Unternehmen aber eine Rechnungskopie per Mail versenden.

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Kommentar von Xipolis
01.02.2017, 16:09

Abgesehen davon, dass der Fragesteller keinen Anspruch auf eine Rechnung hat... wie genau soll den der Nachweis im Falle eines Falles vor Gericht erbracht werden, wenn der Schuldner bestreitet, die Rechnung (oder Mahnung) erhalten zu haben?

Und Du irrst, für einen etwaigen Verlust auf dem Postweg ist der Absender hier verantwortlich.

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