Mahnbescheid vom Stromanbieter - lohnt sich ein teilweiser Widerspruch?

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1 Antwort

In einem weiteren Anruf behauptete der Stromanbieter, keinen Brief mit meiner neuen Anschrift erhalten zu haben

Da stellt sich doch direkt eine Gegenfrage: Woher wusste der Anbieter dann den Zählerstand bei Auszug? Offenbar hat er geschätzt. Das erklärt aber nicht, warum nie Briefe ankamen. Weggeworfen hat die der Nachmieter/Vermieter ja auch nicht, sonst hätten sie keinen Anlass gehabt, Adressen neu zu ermitteln.

Frage 1: Wer bekommt in solch einem Fall nicht zugestellter Post im Zweifel Recht?

Nun, im Endeffekt wärest du beweispflichtig dafür, dass den Anbieter die Post erreicht hat. Ansonsten wärest du für die Folgekosten haftbar. ABER: Nur soweit es die Adressanfrage über deine Person betrifft. Das kostet beim Meldeamt auch maximal 10€. Wenn du Vertragsnehmer bist für eine WG, dann ist es persönliches Privatvergnügen des Anbieters, für alle Personen eine Adressauskunft einzuholen.

Einer meiner damaligen Mitbewohner hatte einen Nachsendeauftrag bei der Post gestellt, durch den aber keine Post vom Stromanbieter kam. Außer mir (ich habe ja meine neue Adresse nochmal telefonisch angegeben) hat bis heute auch keiner Post bekommen, auch wenn die Auskunftskosten suggerieren, dass sich der Stromanbieter ja kundig gemacht hätte.

Das wiederum würde ich mir als schriftliche Aussage von den Mitbewohnern nochmal geben lassen. Nur für alle Fälle, denn die absurde Geschichte des Anbieters bröckelt hier bereits.

Frage 2 und 3 würde man vor Gericht stellen (wenn die jemals klagen sollten) und dann wäre ich auf die Antwort gespannt. Davon abgesehen: Eine Sperrandrohung kostet nichts. Für so etwas darf nichts berechnet werden.

Wenn du in etwa abschätzen kannst, wie viel nachzuzahlen ist (ohne Gebühren) würde ich exakt das direkt bezahlen. Im Verwendungszweck "Nur Hauptforderung gemäß übermittelten Zählerstand" oder ähnliches. Danach würde ich dem Mahnbescheid komplett (!) widersprechen. Insbesondere weil man ohne Mahnung erst mal nicht in Verzug war.

Hier könnte es Streitpunkte geben. Ggf. dafür dann einen Anwalt engagieren, wenn die dann klagen wollen. Du bist Student o.ä.? Dann steht dir ein Beratungsschein zu.

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