Mahnbescheid erhalten , wie geht es jetzt weiter?

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7 Antworten

Habe einen mahnbescheid vom Amtsgericht erhalten.

Die Möglichkeiten die Du nun hast und welche Konsequenzen Dein Handeln oder Dein Nicht-Handeln hat, geht ja aus dem Mahnbescheid und den weiteren Unterlagen hervor. Einfach in Ruhe mal genau durchlesen.

Auch zurecht! Also wiederspruch einlegen wäre sinnfrei oder?!

Wenn Du einen Widerspruch einlegen willst, solltest Du diesen mit dem beigefügten Formular schriftlich an das Mahngericht per Einschreiben-Einwurf (2,85 € Porto) senden (und zwar innerhalb der 14-Tages-Frist, die an dem Tag, der auf dem Umschlag steht zu laufen begann).

Im Falle eines Widerspruchs wird das Mahngericht den Gläubiger darüber informieren und eine Kopie Deines Widerspruch mit allem was Du dem Gericht zukommen lässt an ihn weiterleiten.

Der Gläubiger müsste in dem Fall, wenn er seine Forderung durchsetzen will eine Zahlungsklage am Amtsgericht Deines Wohnsitzes einreichen.

Wenn Du der Meinung bist, die Hauptforderung und der Mahnbescheid seinen berechtigt, so würde ich Dir empfehlen genau die Nebenforderung zu prüfen, denn gegen unberechtigte Nebenforderungen kannst Du auch einen Teil-Widerspruch einlegen.

Es geht um einen kredit den ich am laufen habe. Leider konnte ich meine raten jetzt mehrfach nicht zahlen. Nun wollen die die komplette summe auf einmal haben, wüsste aber nicht wie ich das zusammen bekommen sollte. 

Die Frage ist natürlich um welche Gesamtsumme es geht und welche realistische Lösungsmöglichkeit Du siehst.

Bin total verzweifelt und weis nicht wiw das weiter geht jetzt. Werden die mich pfänden und wenn ja was bedeutet das genau?

Wenn Du nicht zahlst und auch keinen Widerspruch einlegst, musst Du damit rechnen, dass ein Vollstreckungsbescheid erlassen wird. 

Gegen den Vollstreckungsbescheid kannst Du noch innerhalb von 14 Tagen Einspruch einlegen. Der Einspruch führt dann automatisch zu einem Verfahren vor Deinem örtlichen Amtsgericht.

Unabhängig von Deinem Einspruch ist der Vollstreckungsbescheid vorläufig vollstreckbar, dass heisst es kann dann sofort zur Zwangsvollstreckung kommen.

Bei einem Teil-Widerspruch - wie oben beschrieben - kann natürlich nur ein Teil-Vollstreckungsbescheid gegen den nicht widersprochenen Teil des Mahnbescheides erfolgen.

Konkret bedeutet dies, wenn Du nicht zahlst und auch keinen Widerspruch einlegst, kann es nach Fristablauf sehr kurzfristig zu Zwangsmaßnahmen kommen. Den Vollstreckungsbescheid und die weiteren gerichtlichen Beschlüsse kommen dann erst im Nachgang bei Dir an.

Wenn er weis, bei welchen Banken Du Deine Konten führst, wird es sehr schnell ein vorläufiges Zahlungsverbot geben, was bedeutet, dass Du an kein Bargeld mehr kommst und auch nicht über Dein Konto verfügen kannst. 

Auch möglich wären Lohn-/Gehaltspfändungen, wenn der Gläubiger Deinen Arbeitgeber kennt.

Dann könnte der Gerichtsvollzieher bei Dir zur Pfändung erscheinen.

Ferner könnte der Gläubiger den Vollstreckungsbescheid der Schufa und/oder anderen Auskunfteien melden, womit Deine Kreditwürdigkeit auf Null sinkt, wenn nicht schon geschehen.

Überlegen solltest Du, ob Du Dir ein sog. P-Konto einrichtest (auch dass wird der Schufa etc. gemeldet). Und dafür sorgst, dass Du zu Hause ausreichend Getränke, Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs auf Vorrat hast, damit Du Dich notfalls einige Zeit versorgen kannst.

Muss ich dafür dann eventuell auch ins gefängnis?

Wenn der Vollstreckungsbescheid kommt im Anschluss eine Pfändung fruchtlos verläuft, nicht durchführbar war oder ähnliches, dann wird der Gläubiger vermutlich verlangen, dass Du eine eidesstattliche Versicherung abgibst, also Deine Vermögenssituation total offen legst.

Wenn Du dem nicht nachkommst, wird ein Termin beim Gerichtsvollzieher für die Abnahme angesetzt und nur wenn dann dort auch nicht erscheinst, kommt es zu einem Haftbefehl gegen Dich. Allerdings wirst Du nicht zur Fahndung ausgeschrieben, sondern allenfalls festgenommen, wenn Du zufällig von der Polizei kontrolliert wirst. Mit dieser Haft will man Dich zwingen die eidesstattliche Versicherung abzugeben.

Sollte also bei Dir nichts zu holen sein und Du gibst diese Versicherung ab, wirst Du niemals wegen Überschuldung ins Gefängnis (oder den Schuldturm) müssen.

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Also wiederspruch einlegen wäre sinnfrei oder?!

Kommt drauf an. Wenn die Hauptforderung berechtigt ist, bezahle sie doch einfach. Bei den Nebenforderungen sollte man aber genau hinschauen.

Inkassokosten etc. kann man sich durch einen Teilwiderspruch entledigen.

Kannst du sämtliche Kosten, die berechtigt sind (inkl. der Kosten für den Mahnbescheid) sofort bezahlen, dann tu dies und lege vollumfänglichen Widerspruch ein.

Werden die mich pfänden und wenn ja was bedeutet das genau?

Wenn aus dem Mahnbescheid ein Vollstreckungsbescheid und aus diesem ein rechtskräftiger Titel wird, kann der Gläubiger den Gerichtsvollzieher mit der Zwangsvollstreckung beauftragen.

In Frage kämen:

  • Pfändung vor Ort, heißt bei dir zu Hause oder in den Geschäftsräumen (u.U.).
  • Pfändung des Kontos (P-Konto einrichten!)
  • Pfändung des Lohns direkt beim Arbeitgeber.

Ist die Pfändung fruchtlos, kann der Gläubiger verlangen, dass du die Vermögensauskunft (früher eidesstattliche Versicherung) abgibst und deine kompletten Vermögenswerte offen legen musst.

Weigerst du dich, ergeht Haftbefehl und du kannst bis zu 6 Monate in Erzwingungshaft kommen, bis du die VA nachholst.

Machst du falsche oder unvollständige Angaben, so erfüllt das den Straftatbestand der falschen Versicherung an Eides statt und es gibt Ärger mit der Staatsanwaltschaft. Bei einer Verurteilung wegen einer Straftat wäre eine Restschuldbefreiung bei einer evtl. Privatinsolvenz ausgeschlossen.

Dass deine Schufa und Kreditwürdigkeit damit total im Eimer sind und du sämtliche Darlehensgeschäfte (Kredite, Mietverträge, Handy- und Internetverträge) für absehbare Zeit vergessen kannst, sollte klar sein.

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Zunächst das wichtigste.... Gefängniss musst du nicht. Die Erzwingungshaft ist ein mittel um dich zu zwingen eine erklärung über dein Vermögen/nicht vermögen abzugeben, nur wenn das nicht gemacht wird heißt es knast (und auch nur so lange bis an sie abgibt).

Aber erstmal der Reihe nach: Ich gehe davon aus es handelt sich um einen Bankkredit? Es ist lieder schnonmal schlecht das er bereits gekündigt geworden ist, vorher hätte man mehr mittel gehabt. Aber Kind ist in den Brunnen gefallen, also das beste daraus machen...  als aller erstes... keinesfalls widersprechen (es sei denn sind nicht alle Posten berechtigt, aber auch dann nur Teilwiderspruch). Am Montag gleich anrufen und  schauen ob man es irgendwie mit einem Folgekredit, oder kurzfristig mit einem Dispokredit mit monatlicher Rückführung regeln kann (vermutlich nicht, aber versuchen kann man es). Ansonsten bei der Bank nachfragen wie es weitergeht, bzw. wer der Gerichtsvollzieher ist.... da dann sobald er das ganze auf dem Tisch hat bei dem um einen Termin bitten (geh zu ihm ins büro... umso aktiver du bist umso mehr wird man es anerkennen) und dort eine Ratenzahlung verhandeln.

Evt. auch mit der Bank verhandeln das sie wenigstens keinen Schufaeintrag erstellen lassen. Alles möglich, es ist nur wichtig das initative von einem ausgeht.

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Kommentar von mepeisen
05.06.2016, 09:25

Die Bank wird kaum mit sich reden lassen und, wenn ein Kredit nicht abbezahlt wird, einfach mal so einen neuen Kredit zur Umschuldung vereinbaren.

Und Dispokredite sind auch extrem teuer von den Zinsen her. Das ist ebenso leider ein unsinniger Vorschlag.

Der Schufa-Eintrag wird auch schon längst da sein. Da lassen Banken üblicherweise nicht mit sich reden, auch weil sie das nur bedingt dürfen.

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Vorab, ins Gefängnis musst du deswegen nicht.

Wenn du nichts unternimmst und nicht bezahlst passiert folgendes: Das Amtsgericht wird versuchen zu Pfänden. Gehaltspfändung, Kontopfändung und Pfändung durch einen Gerichtsvollzieher sind möglich.

Ist nichts zu pfänden wirst der Gläubiger die Abgabe der eidesstattlichen Versicherung beantragen. Der übliche Weg geht dann in die Insolvenz.

Du solltest dich schnellst möglich mit dem Amtsgericht und dem Gläubiger in Verbindung setzen und fragen wie du weiter vorgehen kannst. Der Gläubiger ist immer offen für Lösungen. Die sind letztlich auch froh ihr Geld überhaupt zu bekommen. Du solltest dich nicht verstecken. Sei offen und kläre die Angelegenheit, sonst wird alles nur schlimmer.

Alles Gute.

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Kommentar von goeggler123
05.06.2016, 02:43

Ok dann rufe ich da am montag direkt an. Hab halt übelst schiss da im moment einfach alles schoef läuft :(

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Hey. Tut mir echt leid dass du dich in so einer Situation befindest. Hoffentlich wird es besser! Rufe dort an und schildere deine Situation. Eine Ratenzahlung müsste möglich sein. Du musst auf jeden Fall agieren. Da lässt sich schon was machen. Lg 

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Kommentar von goeggler123
05.06.2016, 02:30

Und wenn ich mich mit denen über eine ratenzahlung einigen kann, was ist dann mit diesem gerichtlichen verfahren?

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Muss ich dafür dann eventuell auch ins gefängnis? 

Das wäre nur der Fall, wenn Du beim Staat Schulden hättest.

Werden die mich pfänden und wenn ja was bedeutet das genau?

Wenn Du nicht reagierst und oder nicht zahlst, ist das möglich.

Mache das, was Du direkt hättest machen können:

Mit dem Gläubiger in Verbindung setzen und Ratenzahlung vereinbaren.

Selbst wenn ein Gerichtsvollzieher kommt ist er an einer vernünftigen Lösung interessiert.

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War Inkassobüro zwischengeschaltet? 

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Kommentar von goeggler123
05.06.2016, 11:12

Ja geht über ein Inkassounternehmen 

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