Magensonde bei Demenz?

6 Antworten

Man kann als Außenstehender leider nicht beurteilen, wie es deinem Opa grundsätzlich geht. Ist es so, dass er merkbar kurz vor seinem Tode steht, verweigert er deshalb das Essen? Oder verweigert er das Essen aus anderen Gründen, die nicht mit einem nahen Ende im unmittelbaren Zusammenhang stehen? Liegt er teilnahmslos im Bett und reagiert gar nicht mehr oder merkt man ihm an, dass er noch am Leben in seiner Umgebung teilnimmt, auch wenn es nur wenig ist? Das können nur du und deine Familie entscheiden. Falls er keine PEG-Sonde bekommt, wird dein Opa, falls die Nahrungsgabe und das Trinken sonst nicht möglich sind, nach einiger Zeit sterben. Noch einmal: ist seine Natur so weit, um in den Zustand des Sterbens einzutreten oder ist sie es nicht? Falls sein Tod nahe sein sollte, absehbar, dann wäre eine PEG--Sonde eine künstliche Lebensverlängerung, dann würde ich es nicht machen. Eine PEG-Sonde ist eine gute Sache. Deine Oma und der Pflegedienst müssen dem Opa nicht mehr mühsam (das kann sehr anstrengend sein!) die Nahrung und das Essen durch den Mund geben. Besonders jetzt bei dem warmen Wetter ist es wesentlich leichter ihm genügend Flüssigkeit zuzuführen, es würde auch nicht mehr die Gefahr der Mangelernährung bestehen, nicht mehr die Gefahr des Austrocknens. Das Angebot an Sondennahrung ist vielfältig und enthält alle wesentlichen Nährstoffe, die der Körper braucht. Ihr könntet euch eine Ernährungspumpe anschaffen, die reguliert, wie schnell die Nahrung zugeführt wird (damit es dem Opa auch bekommt). Die Oma könnte sich auf andere Dinge konzentrieren (statt sich mit der Essensgabe abzumühen), der Opa würde sich weniger wahrscheinlich verschlucken, möglich ist es aber! Es wäre vorteilhaft, wenn dein Opa während der Sondengabe sitzen oder jedenfalls mit erhöhtem Oberkörper im Bett liegen könnte, damit die Gefahr vermindert wird, dass Nahrung vom Magen zurück in Speise- und Luftröhre gelangt.(Verschlucken, Schädigung der Speiseröhre!) Oma und Opa würden durch die Anlage der PEG-Sonde möglicherweise an Lebensqualität gewinnen. Zusätzliche Gabe von Wasser könnt ihr per Einmalspritze erreichen, die Sonde muss sowieso regelmäßig gespült werden.

Wie weit ist die Demenz sonst bei deinem Opa fortgeschritten? Kann es evtl. sein das er das Essen ganz bewußt verweigert weil er nicht mehr leben will? Wenn ja, solltet ihr es akzeptieren und ihm nur Flüssigkeit per Infusion oder Subkutan (unter die Haut) geben. Wenn er das Essen ablehnt weil er es nicht umsetzen kann, besteht die Gefahr das er sich die Magensonde zieht. Wenn er sich die dauernd zieht, muß er letztes Ende fixiert werdn und das ist auch kein Leben mehr. Bedenkt das auch:

Kann man denn verhindern, dass Dein Opa die Magensonde wieder rauszieht, sie wird ihn doch stören? Ich denke, es würde für ihn eher eine Qual werden.

Ganz bestimmt ist es eine ganz furchtbare Entscheidung, die ihr da treffen müsst. Aber ich würde es meinem Mann/Opa nicht antun wollen eine Sonde zu legen, auch wenn sich sein Leben dadurch verkürzt.

Ich selber habe für mich Vorsorge getroffen, dass ich nicht an allerlei Geräte und Sonden angeschlossen werde, wenn der Körper nicht mehr mitmacht.

Nein, so weit ich es weiß, eine PEG-Sonde stört den Patienten nicht. Man sollte allerdings aufpassen, dass er sie nicht aus Spielerei herauszieht (den Schlauch ein wenig abzudecken, ihn vor den Händen des Opas zu verstecken, hilft möglicherweise).

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