mageesucht pro kontra?

17 Antworten

Hallo rainbow052005,

Du hast ja schon viele gute Antworten erhalten.

Ich habe mich über die Themenstellung sehr gewundert.

Deshalb eine Empfehlung für deinen Deutschlehrer zur nächsten Erörterung:

"Das Pro und Contra der Witwenverbrennung -

sechs positive und sechs negative Argumente."

Mir ist es bei diesem Thema deutlich leichter gefallen, "Proargumente" zu finden, als bei dem Thema "Magersucht" ;-)

Auch wäre mein Vorschlag aus meiner Sicht nur wenig blödsinniger, als deine Aufgabe, die Vorzüge der Magersucht zu beleuchten.

Richtige pro Argumente gibt es nicht. Mit Magersucht werdens meistens andere psychische Probleme kompensiert, zum Beispiel kann man Angst, Kontrollverlust und Trauer verdrängen. Es kann einem ein Gefühl von Kontrolle geben. Oder einem dabei helfen, sich eine Art Charakter aufzubauen (die Dünnste/Beste/Disziplinierteste sein).

Sechs negative wären: Soziale Isolation, Angstzustände, Körperliche Symptome (vermehrte Körperbehaarung, frieren, blaue Flecken), Spätfolgen (Osteoporose, kaputte Zähne, Mangelerscheinungen), häufig Depressionen als Begleiterscheinung, Gestörte Selbstwahrnehmung

Wow vielen Dank darauf bin ich gar nicht gekommen

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@rainbow052005

Ich hatte die Krankheit selber, also kannst du mir auch gern privat Fragen stellen, wenn du magst.

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Magersucht ist eine Erkrankung, die eigentlich im wahrsten Sinne den innersten Schmerz überdecken soll. Es hilft manchmal zum sich selbst beweisen wie viel Disziplin man vorbringt, auch wenn das angestrebte Ziel krankhafter Natur ist. War selbst mal magersüchtig, inzwischen raus. Es hilft einem in den Moment etwas das für einen schlimmer scheint zu kompensieren, manchen hat es sogar zu Freunden, die sie nach der Magersucht geblieben sind geholfen. Mir persönlich hat es den akute Druck, mich selbst mit anderen noch gefährlicheren Sachen vorübergehend zu zerstören abgehalten, mein persönliches Interesse an Sport, Ernährungswissenschaften, dem Zusammenspiel zwischen den Organen zur Funktion der angestrebten Gewichtsreduktion nachzufolgen. Auch negative Auswirkungen hat es in mir geschürt, dass ich Angst vor jeglichen Läden hatte, egal ob Lebensmittelmarkt, Klamotten Shops oder sogar Kiosk, deswegen ich irgendwann hauptsächlich nur noch im Internet bestellte, da keiner dumm schauen würde warum jmd in meinem Alter damals Sachen allein für zwanghaftes kontrollieren des Körpers, Kinderkleidung von der Grösse und Spezial Anfertigungen bei speziellen Klamotten.

Lg

Youareme

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Ex Betroffene, Recherchen, Selbstexperimente

Positiv

  • Kontrolle über sich selbst zu haben (Disziplin)
  • Man bekommt die Menstruation nicht mehr
  • Man kann Fitness oder eine Sportart für sich entdecken, die einem Spaß macht
  • Man spart Geld (weil man kein oder nur wenig Essen kauft) und kann sich dafür etwas anderes Schönes leisten
  • Es häuft sich weniger Müll an, weil man weniger verbraucht
  • Selbstvertrauen und Stolz baut sich auf

Negativ

  • Weniger Lebensqualität durch tägliches Wiegen, Kalorienzählen, u.s.w. (man verschwendet seine Zeit und kann z.B. nicht mehr spontan ins Restaurant oder Eiscafé gehen, weil i.d.R. Kalorienanzahl nicht angegeben wird)
  • Isolation von Freunden und Familie, daher Einsamkeit
  • Körperliche Nebenwirkungen (Schwindel, Müdigkeit, Muskel- und Knochenschmerzen, Haarausfall, trockene Haut, Herzrhythmusstörungen, niedriger Blutdruck, Nierenversagen, u.s.w.)
  • Psychische Nebenwirkungen: oftmals Depressionen, Zwänge (z.B. mehrmaliges Wiegen pro Tag), Angstzustände (Angst vor dem Zunehmen)
  • Tödliche Krankheit, man kann an dem Untergewicht und der Mangelernährung sterben
  • Soziale Schwierigkeiten: Konzentrationsprobleme im Unterricht oder auf der Arbeit, ggf. weniger Leistungsbereitschaft, man kann bestimmten Hobbies nicht mehr nachgehen

P.S.: Ich war vor 8 Jahren magersüchtig. Mir ist es schwer gefallen positive Aspekte zu finden. Negatives überwiegt deutlich mehr!

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Deine Pros sind Pros für ein ganz normales Abnehmen ,aber nicht für Magersucht,da gibt es keine Pros.

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Das sind alles nur "Scheinpros". Die Kontrolle ist nur scheinbar. Denn man hat nicht im Griff, wo man abnimmt, wie viel man abnimmt, wie sehr es den Körper schädigt. es fühlt sich nur so an.
Keine Mestruation mag zwar verlockend sein, aber bei Frauen immer ein Krankheitszeichen (oder Schwangerschaft bzw altersentsprechend). Sportarten findet man auch ohne Krankheit. Geld gibt man dann an anderen Stellen wieder aus: Fitnessgeräte, mehr Bekleidung (da andere Größe, man mehr friert). Auch Konsum kann an anderen Stellen stattfinden. Selbstvertrauen ist kein Indiz von MAgersucht. Sie Sucht kann auch das Gegenteil bewirken. Stolz muss auch nicht sein, es ist auch Scham möglich.

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Naja, Magersucht per se ist ein Ausdruck von Kontrolle... für viele Betroffene ist die Essstöung zu vergleichen mit einem Erfolg, wenn man wieder abgenommen hat. Man beweist sich selbst, dass man sich unter Kontrolle hat und dementsprechend fühlt man sich nahezu euphorisch, wenn man entsprechend abgenommen hat.

Zudem Hilft Magersucht einem dabei anerkannt zu werden... gerade viele Medien verteidigen noch immer ein sehr schlankes Körperbild... der Magerwahn ist zwar nicht mehr so groß, wie zuvor, doch noch heute wird vielmals eine sehr schlanke Figur eher angepriesen, als Übergewicht... man wird, wenn man abnimmt für diesen Erfolg gelobt, auch hier spielt wieder die zur Schau gestellte Disziplin mit rein, die eben von umstehenden auch bemerkt wird... man erhält Zuspruch und ggf. auch Neid oder ein Überlegenheitsgefühl, denn man selbst hat etwas geschafft, was vielen schwer fällt. nämlich abzunehmen und das in enorm kurzer Zeit.

Zudem ist Magersucht per se meist eher Symptom einer tiefer liegenden psychischen Störung... bei z.B. sexuellem Missbrauch ist dieses Verkriechen in sich selbst, dieses 'weniger werden' oder verschwinden wollen teilweise die Motivation abzunehmen und eine Essstörung zu entwickeln... solche Dinge können durch eien Magersucht, die sich eben auch massiv körperlich zeigt, im Gegensatz zu vielen anderen psychischen Krankheiten, die sich ggf. leichter verbergen lassen, als durch massive Gewichtsabnahme, als Licht kommen und entsprechend auch im Rahmen einer Therapie angegangen und behandelt werden.

Wie gesagt, ist Magersucht eine psychische Erkrankung mit erheblichen körperlichen Folgen, die den Betroffenen früher oder später auch enorm einschränken werden... wenn man eine körperliche Einschränkung bemerkt setzt das ggf. den Leidensdruck so hoch, dass man sich Hilfe holt oder andere werden darauf aufmerksam, sodass man sich Hilfe holt.

So, dies wären ein paar ANregungen... die sind in meinen Augen allerdings ziemlich kritisch, denn nach meinem Dafürhalten hat eine Essstörung eigentlich keinerlei positive Aspekte... sie istg widerlich, setzt einen selbst udn alle umstehenden enorm unter Druck und ist für einen selbst eigentlich ständiger Begleiter, den man häufig nicht mehr oder nur noch sehr sehr schwer los wird... insofern... du hattest nach Pro-Argumenten gefragt, ich habe versucht ein paar zusammen zu onstruieren... aber solche Krankheiten sollte man in meinen Augen nicht glorifizieren oder verharmlosen... denn Krankheiten wie diese haben keine positiven Aspekte und erst recht keine Pro Gründe

Wow vielen vielen Dank für deine Antwort die hat mir sehr weiter geholfen auch eine Person die Anorexie hat zu verstehen ich hätte nicht gewusst das das so einen tiefen Hintergrund haben kann

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Wenn einem die Magersucht hilft anerkannt zu werden,sehe ich das eher als Negativpunkt.

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@Fairy21

Naja, es ist ein Punkt, aus dem heraus man sich für die Magersucht 'entscheidet' bzw. der dieses Verhalten noch verstärkt, denn man bekommt ja Lob, man bekommt ja Bestätigung.

Bei der Magersucht muss man, wenn dann aus der Sicht des Betroffenen argumentieren... objektiv gibt es keine Gründe dafür, subjektiv sehr wohl.

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@BeviBaby

Das ist ein falsches positives Gefühl,eine Täuschung,die man in dem Moment nicht sieht.

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