Männer begrüßen zuerst Frauen. Aber warum begrüßen Frauen Männer nicht zuerst? Was ist hier mit Gender?

16 Antworten

Die Regel, dass Frauen zuerst begrüßt werden, oder zuerst angesprochen, stammt aus den Zeiten, als Frauen von sich aus niemals Männer begrüßt oder angesprochen hätten. Insofern gab es die Umkehrung einfach nicht. Heute, wo zum Glück Frauen nicht mehr auf die passive Rolle festgelegt sind, haben wir daher ein Problem mit der überkommenen Höflichkeitsregel. Mir ist es letztlich egal, wer zuerst begrüßt wird. Ich kenne sowohl Frauen, die betont die Frauen zuerst begrüßen, oft noch mit einen "Ladys first" auf den Lippen (was in dem Zusammenhang natürlich völlig unpassend ist!), als auch Frauen, die einfach in der Reihenfolge begrüßen, in der die Leute stehen, unabhängig vom Geschlecht.

Persönlich mache ich einen Mix: wenn ein Mann und eine Frau nebeneinander stehen, begrüße ich die Frau zuerst. Müßte ich aber an einem Mann vorbeigehen, um die Frau zuerst zu begrüßen, begrüße ich den Mann zuerst.

Die Anrede "Meine Damen und Herren!" ist einfach eine feststehende Floskel, da braucht man nicht darüber nachzudenken.

Frauen schreien immer, dass wir in alten Rollenmustern stecken, aber an ihrer Bevorzugung wollen sie nichts ändern.

Mir ist noch keine Frau begegnet, die Wert darauf gelegt hätte, als erstes begrüßt zu werden. Ich semmel aber auch nicht jedem Mann eine, der meint, mich vor meinem Mann begrüßen zu müssen, warum auch. Es ist mir herzlich latte, wer wem zuerst die Hand reicht, ich mach da auch keinen Unterschied.

Solche "Ungerechtigkeiten" werden doch nur hervorgekramt, um von den wahren Ungerechtigkeiten, die sich ganz materiell manifestieren, abzulenken.

Viel schlimmer finde ich es, dass z.B. Jungs, wenn sie Kleider oder Röcke tragen, damit rechnen müssen, gemobbt zu werden, Mädchen hingegen kommentarlos sowohl Kleider und Röcke als auch Hosen tragen dürfen.

Nunja,

Frau nutzt schon ihre Möglichkeiten und es werden die Frauen sein, die auf der Erde leben, wenn der letzte Mann unter der Erde liegt....oder so irgendwo verrottet....

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Frauen erwarten ja in der Regel auch, dass man ihnen die Tür aufhält, oder im schicken Restaurant den Stuhl zurechtrückt.
Das hatte auch nie was mit Gleichberechtigung zu tun. Die wollen sich einfach verwöhnen lassen, und da ist ja auch nichts dabei. Wahre Gentlemen bezahlen ja auch das Essen für die Frau mit, da schreit ja auch keine Frau nach Gleichberechtigung.
Genau so wenig wie aufm Bau, Klärwerken, Bergwerk.. nirgendswo Frauen. Aber für spitzen Jobs in klimatisierten Büros wird ganz laut nach Gleichberechtigung geschrienen.
Finde ich ja schon ironisch witzig.

Frauen schreien immer, dass wir in alten Rollenmustern stecken, aber an ihrer Bevorzugung wollen sie nichts ändern.

Genau so ist es.
Ausnahmen gibt's aber immer, verallgemeinern sollte man es nicht, das wäre gefährlich :D

Es gibt immer mehr Frauen auf dem Bau

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@blumenFee47

Ja, zum Glück. Ich sage ja Ausnahmen gibt's immer.
Allerdings habe ich noch nie irgendwo eine Frau aufm Bau gesehen, und ich komme häufig an Baustellen vorbei. Direkt vor meinem Arbeitsplatz ist eine riesige.

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@TheHunter147

Ich habe schon einige gesehen. Vielleicht ist es noch nicht so sehr vertreten als Frauenberuf.

Ich habe in den 80er Tischlerin gelernt. Zu der Zeit kamen Frauen im Männerberuf raus.

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Mein "Spitzenjob" war eine Lkw Werkstatt mit Glasdach, 50 Grad im Sommer, Öl, Dreck und Diesel. Dafür musste ich aber 6 Jahre kämpfen, bis ich endlich eine Ausbildung, einen Gesellenbrief und später einen Job hatte. Abgesehen davon, dass mein Chef mir weniger Geld bezahlt hat, weil ich ja eine Frau bin und ich dafür 42 statt 40h in der Woche schuften durfte... Jupp, Gleichberechtigung im Handwerk gibt es, bestimmt... irgendwo...vielleicht... 100 Bewerbungen, 99 Absagen, weil ich eine Frau bin...

Beworben für die Bundeswehr, abgelehnt, weil ich in die Spezialeinheiten wollte, wo Frauen nicht erwünscht sind (wir wären nicht einschüchterungsfähig genug),

Beworben für Kampfmittelräumdienst, Ablehnung, weil ich eine Frau bin (nicht kräfitg genug), Beworben für das SEK, abgelehnt, weil ich eine Frau bin (nur für den Innendienst, nicht im Einsatz, da sind Frauen ein Hindernis)...

Studium der Physik und Informatik, zusammen mit 2 weiteren Frauen, dumme Sprüche vom Prof kassiert, ala "na, gewöhnen Sie sich nicht an den Lehrsaal, der ist eher was für Männer".
Sitze jetzt in einem klimatisierten Büro, als einzige Frau in der IT unter 40 Leuten und darf mir den Bullshit von Gleichberechtigung anhören...

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Frauen erwarten ja in der Regel auch, dass man ihnen die Tür aufhält, oder im schicken Restaurant den Stuhl zurechtrückt.

Erwarten sie das? Wirklich? Ich erwarte das nicht, habe es nie erwartet und kenne es auch nicht, nicht geschlechtergebunden. Dass man jemandem, der schwer bepackt ist oder gehbehindert oder einfach dicht hinter einem geht, die Tür aufhält, ist für mich als Frau selbstverständlich und da ist es mir egal, ob derjenige männlich oder weiblich ist.

Wahre Gentlemen bezahlen ja auch das Essen für die Frau mit, da schreit ja auch keine Frau nach Gleichberechtigung.

Bist Du etwa Zeitreisender? Heutzutage ist das nicht mehr üblich. Pärchen sprechen sich ab, wer Geld mit sich führt und zahlt, Menschen ohne gemeinsame Haushaltsführung zahlen getrennt oder wechseln sich ab, wenn sie öfter gemeinsam speisen.

Genau so wenig wie aufm Bau, Klärwerken, Bergwerk.. nirgendswo Frauen.

Ja, dort werden diese Jobs viel zu oft unter den Männern ausgekungelt. Erst seit Ende 2018 (!) ist es für Frauen überhaupt möglich, bei der BSR als Müllwerker anzuheuern. Auch auf dem Bau hat man es als Frau schwer, einen Arbeitsplatz zu finden, die meisten AG scheuen sich, Frauen einzustellen.

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Oh man... Facepalm Alarm...

Meine Damen und Herren ist im Sprachgebrauch längst etabliert und wird im Deutschen nun mal so formuliert und gilt als höflich. Von mir aus sagst du auch: "Meine lieben Oktopusse, Busfahrer, Zebrastreifen, Herren, Schoßhunde, Frauen und Kinderwägen....", gilt aber nicht als offizielles Amtsdeutsch...

Rein traditionell betrachtet hat der Mann die Dame eben zu erst begrüßt. Wenn ich heute (als Frau) in ein Büro komme, sage ich auch mal zu erst "Hallo", je nachdem, wer schneller ist.

Meinen Chef (männlich), grüße ich zu erst, nennt man Höflichkeit. Mein Chef hingegen begrüßt die Damen der Runde zu erst, weil er höflich sein will, und es sich eben so gehört.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Natürlich wollen sie nichts an Dingen ändern, bei denen sie bevorzugt behandelt werden, dann wären sie ja schön doof. Die ganze Chose, in jeder kleinen Nichtigkeit Sexismus zu sehen, dient doch eh nur zur Auflösung der kognitiven Dissonanz der Frau, die entsteht wenn man zum privilegiertesten, bestgeschützen und bestgestellten Bevölkerungsteil gehört aber dennoch erzählt man wär ein unterdrücktes Opfer. Da fällt einem dann plötzlich auf, dass "Maurer" ja maskulin ist und der begriff einen somit unterdrückt, obwohl man nichtmal Maurer werden will.

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