Made in Germany - Was gehört alles dazu?

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5 Antworten

Hallo DrEckert,

ganz so einfach ist die Frage nicht zu beantworten. Es gibt hierzu mehrere Gerichtsurteile, die sich damit befassen.

Das letzte wurde erst am 05.04.2011 vom OLG Düsseldorf gefällt, wo bereits der Sticker "Germany" als irreführend moniert wurde.

Grundsätzlich gilt nach Auffassung des OLG Stuttgart (Urteil aus dem Jahr 1995:

dass ein Produkt nicht als rein deutsches Erzeugnis bezeichnet werden darf, wenn wesentliche Teile aus dem Ausland stammen (Urt. v. 10.02.1995 – 2 U 238/94). Dies gelte auch bei Verwendung der Angabe “Germany“ im Sinne von „Made in Germany“, was in einem solchen Falle irreführend sei (Beschl. v. 10.11.1995 – 2 U 124/95).

Es schränkt aber ein:

dass selbst dann, wenn einzelne Teile oder ganze Baugruppen eines industriellen Erzeugnisses im Ausland zugekauft wurden, das Erzeugnis die Bezeichnung „Made in Germany“ tragen darf, wenn gerade die wertbildenden bzw. –prägenden Leistungen, welche für die Wertschätzung des Verkehrs ausschlaggebend sind, in Deutschland erbracht wurden.

Leider kann ich Dir keine exaktere Antwort erteilen, als sie die Rechtsprechung zulässt.

Eine einfache Montage im Ausland erzeugter Einzelteile, rechtfertigt ein "made in Germany" ganz sicher nicht.

Einige Urteile, es gibt noch weitere, kannst Du hier nachlesen:

http://www.versandhandelsrecht.de/internetrecht/2011/made-in-germany-herstellung-deutschland.php

EF2

eurofuchs2 13.07.2011, 08:43

Vielen Dank für den Stern.

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Komplett mit allen Einzelteilen kommt das ganz sicher nicht aus Deutschland. Das geht einfach nicht, z.B. das Eisenerz für die Stahlteile oder das Erdöl für die Kunststoffteile? Dürfte klar sein.

Soviel ich weiß reicht es aus wenn der letzte wesentliche Verarbeitungsschritt in Deutschland stattgefunden hat. Also Zusammenschrauben der Einzelteile oder auch nur das Zusammensetzen der Gehäusehälften dürfte für das Label Made in Germany ausreichen.

Wenn bei einem Elektrowerkzeug aber Made in German draufsteht, dann kann man schon davon ausgehen, dass die eigentlcihe Produktion in Deutschland stattgefunden hat, also nicht nur das zusammenschrauben. Z.b. werden die Kunststoffteile selbst in Spritzgussmaschinen hergestellt bzw. von einem in der Nähe ansässigem kunststoffverarbeitendem Betrieb zugeliefert. Der Motor wird sehr wahrscheinlich noch in Deutschland gewickelt worden sein. Das Getriebe ist vermutlich in der gleichen Fabrik hergesteltl worden.

Wenn man hochwertige Elektrowerkzeuge kauft, dann kommen die in der Regel schon noch sehr häufig aus Deutschland. Bosch hat z.B. 118.000 Mitarbeiter in Deutschland. In der ein oder anderen Fabrik werden sicher auch noch Elektrowerkzeuge hergestellt. Im Vergleich zu vielen anderen westlichen Industrieländern haben wir ja noch recht viel Industrie.

Es zählt rein der Ort der fertigstellung.

Wenn alle Einzelteile aus dem land kommen müssten, dann gabe es praktisch kein made in Germany mehr außer afu Schwarzwälder Kukuksuhren, Bierkrügen und Lebensmitteln denn z.B. alle Elektronikkomponenten kommen aus dem Ausland!

Einige Firmen schrauben nur noch das Gehäuse zu und verpacken das teil und können dann "Made in Germany" drauf schreiben.

Er darf. Herstellungsort der Einzelteile ist beliebig. Soange er nur in Deutschland zusammengeschraubt wurde, ist er Made in Germany.

es muss aus deutschland kommen

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