Macht unser System keinen Sinn; Was wäre, wenn alle Menschen einen logischen IQ von 150 hätten?

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Was wäre aber wenn jeder nur logisch denken würde?

Ich bezweifle, dass das die Welt verbessern würde.

Sind Ausbildungen sinnlos weil man eh kaum wirklich was lernt?

Nein.

Also wenn jeder einen IQ von 150 hätte, könnte man sicherlich alles aufteilen...so wäre es sicherlich möglich, dass es keine Obdachlosen geben würde, jeder ein Haus / Wohnung hätte und ein Auto. Auch Hungersnöte und Kriege könnten bekämpft werden?

Nein, nein, nein und nein.

Was ist daran logisch, alles aufzuteilen?

Was ist daran logisch, Obdachlosen zu helfen? Was hat die Gesellschaft davon? Weiter: Was ist daran logisch, Ressourcen für behinderte, schwerkranke, alte Menschen zu investieren? Kriege entstehen meist durch sehr logisches Denken. Nämlich "Die haben etwas, was ich will, ich bin stärker als die, also nehme ich es mir".

Höchstbegabte sind nicht Spock! Die haben auch Gefühle und Empathie und können einen Grund sehen, Benachteiligten zu helfen! Logisches Denken schließt NICHT Empathie und den Wunsch, Benachteiligte zu unterstützen aus!!!

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@Tasha

Korrekt. :-)

Nur hast du entweder die Frage oder meine Antwort nicht verstanden. Die Frage impliziert nämlich sehr deutlich, dass Hochbegabung die Lösung ist und die Welt mit Logik eine bessere wäre. Nur sehe ich nicht, was daran logisch wäre, Benachteligten zu helfen. Insbesondere denen, die nichts zur Gesellschaft beitragen. Das basiert dann doch auf sozialen Normen und sozialer Intelligenz. Etwas, das in der Frage deutlich hinter der Logik angestellt wird, als wäre Logik die Lösung aller Probleme, während der bisherige Fokus das nicht ist. Wieso muss ich das eigentlich erklären, du gehst in deiner Antwort doch selbst darauf ein, jeez...

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@Hacker48
Nur sehe ich nicht, was daran logisch wäre, Benachteligten zu helfen.

Ich meine eher die Logik von einem Ameisenhaufen.

Bei den Ameisen gibt es keine Benachteiligten und keine Obdachlosen. Die Ameisen arbeiten nach Logik.

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Aus philosophischer Sicht ist Logik kein einfaches Thema. Ich hab' da mal einen zweiteiligen Vortrag im Rahmen von Wissenschaftsphilosophie an meiner Uni gehalten.

Grundsätzlich hat Logik nicht viel mit dem IQ zu tun, zumindest nicht in dem Bereich, über den wir uns unterhalten (100+). Ganz salopp gesagt: "Jeder kann Logik." Der IQ sagt im Wesentlichen nur, wie viele Informationen wie schnell logisch verarbeitet werden könnnen.

"Logik" muss man in zwei Teile aufteilen: Deduktiv und Induktiv.

Die deduktive Logik ist die eigentliche, "knallharte" Logik, mit der beispielsweise auch die klassischen Computerprogramme arbeiten: "WENN X und Y wahr sind, DANN folgt Z". X und Y sind dabei Prämissen, Z ist die Konklusion. Diese Logik ist dazu geeignet, ganz viele Prämissen zu korrekten Konklusionen zu verarbeiten. Da die Konklusion jedoch bei gegebenen Prämissen bereits fest steht, generiert sie zwar wahre Aussagen aber nicht wirklich neue Informationen. Man kann damit aber Computerprogramme schreiben, Flugzeuge bauen oder mathematische Probleme lösen. "Deduktion" kann man so verstehen, dass man aus dem Allgemeinen (Prämissen) auf das Spezielle (Konklusion) schließt.

Anders ist die induktive Logik. Sie ist zwar nicht so "knallhart", aber erlaubt es, neue Informationen zu generieren. Man fasst einzelne Beobachtungen zu einer allgemeineren Hypothese zusammen. Diese Beobachtungen können ganz unterschiedlich sein, man kann beispielsweise Experimente machen, Tiere angucken, Wirtschaftsgeschehen analysieren, Experten befragen, ... Diese Art der Logik spielt besonders in den Naturwissenschaften eine große Rolle, denn hier wird versucht, die Natur anhand von Experimenten und Beobachtungen so allgemein zu beschreiben, dass man aus ihr wieder Deduktionen ableiten kann.

Klar soweit?

Jetzt stehen wir vor dem Problem mit der Welt, wie sie wäre, wenn alle logisch denken würden, denn das tun wir aus meiner Sicht schon sehr viel. Ich glaube eher, dass sich die Prämissen und Prioritäten unterscheiden, aus denen die Menschheit überwiegend logisch korrekte Konklusionen ableitet. Diese Prämissen ergeben sich nämlich im Wesentlichen aus Glaubenssätzen und Ideologien. Da geht es nicht nur um Religionen, Rechts- oder Wirtschaftssysteme sondern auch um naturwissenschaftliche Erkenntnisse, die wie oben beschrieben auf der systematischen Verallgemeinerung einzelner Beobachtungen basiert (und diese Verallgemeinerungen streng genommen nicht beweisbar sind). Beispiel: Man tut sich schwer damit, einen fundamentalen Christen davon abzuhalten, andere Leute davon zu überzeugen, dass Jesus von einer Jungfrau geboren wurde, denn 1. ist es für ihn real, dass vor 2020 Jahren ein Kind von einer Jungfrau geboren wurde und uns alle gerettet hat und 2. sieht er es als seinen gottgegebenen Auftrag, andere Leute davon zu überzeugen, um diese Leute zu erlösen. Man kann prinzipiell nicht beweisen, dass es keine jungfäuliche Geburt gibt (auch wenn alle Geburten, die man mit eigenen Augen mitbekommt, nicht jungfäulich waren, schließt das nicht mit absoluter Sicherheit aus, dass die nächste, die man sieht, jungfäulich war). Es stehen sich also eher Glaubenssätze gegenüber, nicht die logischen Folgen aus diesen Glaubenssätzen.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

Auch Menschen mit IQ 150 haben Gefühle und Bedürfnisse. Auch sie können durch Erfahrungen etc. frustriert, habgierig, niederträchtig, sadistisch etc. werden. Nicht nur dumme Menschen begehen Straftaten!

Angeblich ist unser Wirtschaftssystem nicht auf Wohlstand aller ausgerichtet. Aber bis auf wenige haben wir heute alle, Arme eingeschlossen, in Deutschland ein gutes Leben: Medizinische Versorgung, Bildung, Dach überm Kopf, Essen, Kleidung, freie Arbeitswahl.

Ganz schlimm ist aber mMn der Denkfehler dumm = gesellschaftsschädigend und tendenziell niederträchtig; höchstbegabt = Menschenfreund mit Blick auf das Gemeinwohl. Das kann auch genau umgekehrt sein!

Es kann nie alles verbessert werden, aber aufjedenfall kann vieles noch verbessert werden

IQ misst nur die kognitiven Fähigkeiten.
EQ kann nicht erfasst werden.

Beides ist aber Teil der Intelligenz.

Somit ist das ganze Konzept vom IQ Blödsinn.

Ungefähr so als wolltest du die mögliche geschwindigkeit von einem Auto auf der Autobahn messen...und die Karre hat aber nur 3 Reifen.

Ich nenn den IQ immer: Highscore für Idioten.

Denn nur Idioten hängen sich daran auf ;)

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