Macht mein Bekannter sein Auto damit kaputt?

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5 Antworten

Ich glaube, dass dein Kollege in Wahrheit ein echter Kupplungsprofi ist (sein könnte). Denn das was du beschreibst ist so ziemlich die beste Art seine Kupplung zu behandeln. 

Dadurch das er beim Hochschalten kein Gas gibt, senkt sich die Motordrehzahl durch die motorinterne Reibung. Dadurch gleicht sich automatisch das Drehzahlniveau des Motors dem Drehzahlniveau des nächst(höher)en Getriebegangs an. Dadurch gibt es nun fast keine Drehzahlunterschiede zwischen den Kupplungsscheiben mehr, was fast 0 Verschleiß bedeutet. Schädlich für die Kupplung sind große Drehzahlunterschiede. 

Das was du dann hörst sind die Kupplungsscheiben die aufeinanderklacken. Auch du würdest das bei deiner Fahrweise und in deinem Auto auch hören*, nur tust du das nicht, weil das Motorengeräusch lauter als das der Kupplung ist. (Wie schnell man die Kupplung dabei kommen lässt ist dabei egal).

Das Nicken ist auf alle Fälle auch kein besorgniserregender Effekt. Der entsteht, wenn die Motordrehzahl zu tief gefallen ist, sodass der Schwung des Autos die Motordrehzahl erst ein Stück anheben muss. Dadurch das man kein Gas gibt, fällt das eben besonders auf. Mit der Fahrweise die man in der Fahrschule beigebracht bekommt (also das wie du es machst, mit etwas Gas geben) kaschiert man diesen Moment nur und macht den Schaltvorgang für den Menschen etwas komfortabler.

*(außer du fähst Mercedes wo jedes Geräusch weggedämmt wird)

Grüße an dich und deinen Kollegen!

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Ostseek 12.10.2017, 19:12

Vielen Dank für die super Antwort. Du kennst dich aus oder? Also schädlich sind unsere beiden schaltarten nicht?

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Vando 12.10.2017, 19:47
@Ostseek

Bitte bitte. =)

Ich sag mal so. Vor 12 Jahren hab ich angefangen mich für den Autotechnik-Kram zu interessieren. Ich möchte nicht behaupten ein Experte in dem Gebiet zu sein und herstellerspezifische Insiderinfos kann ich auch nicht geben, aber bei 12 Jahren kommt definitiv was bei rum. 

Das eure beiden Fahrweisen schädlich sind würde ich nicht sagen. Aber das die Fahrweise für die Technik schonender ist, das schon.

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konzato1 13.10.2017, 10:58

Wenn man mit der Kupplung Drehzahlunterschiede ausgleicht und dann erst Gas gibt, dann ist das für die Kupplung nicht gut und führt zu stärkerer Abnutzung. 

Mal ein Beispiel: Ich schalte bei 2500 Umdrehungen in den nächsthöheren Gang. Lasse aber während des Schaltvorganges den Motor auf Leerlaufdrehzahl (oder knapp darüber) abtouren. Dann erst kupple ich wieder ein. 

Das ist definitiv nicht Materialschonend. 

Beim Schaltvorgang sollte das Auto definitiv nicht "rucken". 

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Vando 13.10.2017, 12:20
@konzato1

Das ist die von mir beschriebene Übertreibung, wenn die Drehzahl zu tief gesunken ist. (Ich hätte wohl deutlicher dazu schreiben sollen, dass das bereits über das Ziel hinausgeschossen ist. Besser wäre es natürlich ohne Einnicken.)

Aber prinzipiell ist gegen diese Methode (ohne Nicken) nichts einzuwenden. Denn grade dadurch findet kein Drehzahlausgleich über die Kupplung statt, weil Motordrehzahl bereits ungefähr auf Drehzahl der Getriebeeingangswelle liegt.

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Ostseek 14.10.2017, 08:26

@vando hast dir den Stern verdient und danke für deine Antwort

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Er schaltet also so, dass bei jedem Schaltvorgang das Auto "ruckt"? Also auch die Insassen erstmal "mit dem Kopf nicken"?

Ja, das ist eine Belastung für den Antriebsstrang, besonders für die Kupplung. Weil die Drehzahlunterschiede vom Auto und vom Motor an der Kupplung ausgeglichen werden müssen. 

Die Kupplung, die normalerweise 200.000 km und mehr hält, wird da vermutlich eher gewechselt werden müssen. 

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Ostseek 12.10.2017, 18:44

Er macht es ja immer so. Wenn er sein Verhalten jetzt ändern würde. Würde die Kupplung sich regenerieren? Hält die denn nur 150 000 Kilometer?

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konzato1 13.10.2017, 11:00
@Ostseek

Eine Kupplung "regeneriert" sich nicht. Wenn er seine Kupplung stärker belastet, weil er damit immer die Drehzahlunterschiede des rollenden Autos mit dem Motor ausgleicht, dann nutzt sich die Kupplungsscheibe schneller ab und muss öfters / eher gewechselt werden. 

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Ostseek 12.10.2017, 18:52

Ne man nickt nicht mit dem kopf

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Vando 13.10.2017, 19:19
@Ostseek

Ach der Schaltruck tritt dabei nicht auf? 

Na dann seh ich da vollends keine Probleme mit.

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Vando 12.10.2017, 19:41

@n konzato

Du beziehst das auf den Fall des Runterschaltens (andernfalls würde deine Argumentation wenig Sinn machen). Hier geht es jedoch um das Hochschalten, und dabei ist die vom TE bemängelte Fahrweise tatsächlich besser.

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was er macht ist unbedenklich

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kaputt machen ist übertrieben, es gibt halt etwas mehr Abnutzung für die Kupplung.

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Vando 12.10.2017, 19:04

Nicht mal, das ist noch schonender als die Standartschaltweise die man in der Fahrschule lernt.

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beim konventionellen getriebe muss man genau so schalten. durch das gaswegnehmen vor dem schaltvorgang ist es für das getriebe einfacher, die drehzahlen der unterschiedlichen zahnräder zu synchronisieren.

und da das einkuppeln ein fließender vorgang ist, kann man auch schon bei halb zurückgenommer kupplung wieder gas geben. allerdings schadet es nicht, erst bei losgelassener kupplung wieder gas zu geben.

das klacken scheint aber auf einen defekt hinzuweisen, er sollte mal eine werkstatt aufsuchen und einen servicetechniker um rat fragen.


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