Macht Kampfsport in der heutigen zeit noch Sinn?

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10 Antworten

Also von den gesundheitlichen Aspekten sind einige Kampfsport/Kampfkunstsysteme in der Tat sehr positiv. Bewegung ist immer gesund, man hat eine ständige Ausdauerbelastung, trainiert ungewohnte Muskelgruppen durch Bewegungen, die man nicht jeden Tag macht, macht Bewegungen, die einen unheimlich beweglich machen (so mancher Kampfsportler ist gelenkiger und geschmeidiger, als eine Prima Ballerina) und je nach System (im traditionellen Shaolin Kung Fu zum Beispiel, aber auch im traditionellen Ninjutsu, wenn man mal über die Grenzen des Systems Bujinkan hinaus guckt) gehören gesundheitliche Aspekte (Entspannung, traditionelle chinesische Medizin) ausdrücklich zum System dazu.

Von der Fallschule, die bei vielen Systemen zur Grundausbildung dazu gehört, kann man quasi täglich profitieren. Dazu muss man garnicht erst in einen Kampf verwickelt werden, man braucht nur zu stolpern.

Zudem gibt das Ganze einem ein ganz neues Selbstbewusstsein und ein viel sichereres Auftreten. Man verlässt automatisch die Opferrolle und wird somit für den Durchschnitts-Schläger/Mobber uninteressant. Ob es sinnvoll ist, sich aktiv zu verteidigen, darüber kann man streiten, das kann in vielen Fällen auch nach Hinten losgehen, sei es, dass man für den Angreifer noch interessanter wird, als ein winselndes Opfer, weil man endlich mal eine Herausforderung ist, und man so erst recht in einen sehr schmerzhaften Kampf verwickelt wird, oder ob es Teil der Mobbing-Masche ist (Mobber greift dich an, du legst ihn mit einem ungefährlichen aber enorm schmerzhaften Handkipphebel zu Boden und er lässt sich von einem befreundeten Arzt eine Bänderdehnung oder ein angebrochenes Handgelenk diagnostizieren und dann bist du der Böse - und da Mobbing eine Gruppendynamik hat, sagen natürlich alle für ihn aus). Meist reicht es aber auch schon, wenn man cool und unbeeindruckt ist, dass die potentiellen Angreifer ihren Spaß an dir verlieren. Prävention und Deeskalation, die wichtigsten Punkte in Sachen "Selbstverteidigung" seriöser Systeme. Und wenn ein Kampf unausweichlich ist: Dann weiß man sich wenigstens zu wehren. Zumal du ja selbst festgestellt hast, dass die Gewaltbereitschaft stark am Steigen ist und gerade Kickboxen und Thaiboxen, was ja deinen Angaben nach häufig misbraucht wird, ist ja echt nicht Ohne vom Potential her.

Was aber wichtig ist: Egal welches System man betreibt, man sollte sich in dem System immer wohlfühlen. Wenn du dich wegen negativer Beispiele, die das System misbrauchen, als Abschaum fühlst, nur weil du das gleiche System trainierst, ist es definitiv das falsche System für dich, oder halt eben auch generell das falsche System. Und wenn dir die Techniken nicht behagen, dann ist es auch das falsche System.

Ich muss sagen, im Umfeld von Kickboxen und Thaiboxen kenne ich mich nicht allzu gut aus. Man muss aber kein Genie sein, um bei vielen Kickboxern und Thaiboxern, die hier auf Gutefrage.de oder in Kampfsportforen schreiben, eine gesteigerte Gewaltbereitschaft schon in der Defensive festzustellen, während die Betreiber japanischer Systeme, aber selbst auch moderner, extra zur Selbstverteidigung entwickelter Systeme wie dem israelischen Krav Maga (kein Kampfsport, keine Kampfkunst, sondern knallharte Selbstverteidigung), erst mal alles tun, um einem Kampf aus dem Weg zu gehen. Aber gerade in den japanischen Systemen färbt das Ehrgefühl und der Respekt vor dem Gegenüber auf die Verhaltensmuster im Alltag oder auch in Gefahrensituationen ab. Und es gibt nichts unehrenhafteres, als das System zu misbrauchen. In den Ninjutsu-Dojos (alle dem Bujinkan angehörend), in denen ich bisher trainiert habe, herrscht jedenfalls eine freundschaftliche, sehr entspannte Atmosphäre, die das teilweise doch knallharte Training (das nicht immer ganz ohne blaue Flecken bleibt) sehr angenehm macht. Und von uns würde garantiert niemand die erlernten Techniken zum Angriff benutzen. Die Techniken aus dem Ninjutsu sind zwar in den Grundformen etwas unhandlich, aber sobald man sie erlernt und für seinen persönlichen Stil angepasst hat, sehr gut zur Verteidigung geeignet (man braucht nur einen Sensei, der es einem so vermitteln kann, dass man sie für sich anpassen kann - es soll auch ein paar Traditionalisten geben, die in der Hinsicht wohl didaktische Vollpfosten (und auch ungefähr so unbeweglich wie ein Pfosten) sind).

Wenn du an Kampfsport oder Kampfkunst generell Spaß machst, geh doch wieder zurück ins Tae Kwon Do, wenn du dich dort wohlgefühlt hast, oder guck dir ein japanisches System wie Jiu Jitsu, Ninjutsu/Bujinkan Budo Taijutsu oder Aikido an. Das sind die netten Jungs, mit denen man sich gerne identifiziert und umgibt, aber nur ungerne anlegt ;-) Oder angesichts deiner Herkunft (Stichwort Identifikation), wie siehts denn mit Viet Vo Dao aus, falls das in deiner Gegend angeboten wird?

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mein aspekt diese dinge zu trainieren lag vorallem daran mich gegen schwerwiegendem mobbing ( also mobbing mit handgreifligkeiten) zu wehren und auch einfach gesund und fit zu bleiben.

Zuerst zu deiner Frage: Wenn ein Sinn wegfällt, bleibt noch der andere, letztgenannte.

heute kommt es mir manchmal vor das ich eben als einer dieser schläger gelte eben weil so viele das missbrauchen.

Was andere denken, kannst du nicht beeinflussen. Ein Mensch wird aber nicht zu einem schlechten Menschen, wenn er Kampfsport betreibt. Kampfsport ist wie ein Werkzeug zu verstehen. Mit einem Messer kann man einen schönen Salat machen oder Menschen umbringen. Das Messer ist neutral.

Auch Bösewichte versuchen, ihre Position zu optimieren. Die sind schließlich nicht auf den Kopf gefallen. Vielleicht haben sich zu viele Kampfsportler gegen Bösewichte erfolgreich verteidigen können, also haben sich die Bösewichte gefragt, wieso sie nicht einfach den Guten spielen sollen und auch Kampfsport erlernen sollen.
Nicht zuletzt ist das Schwarz-Weiß-Denke. Es kann auch sein, dass ein grundlegend gutes Gemüt in einer speziellen Situation dazu getrieben wird, böse zu handeln oder missverstanden zu werden.

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ich denke mir jedes mal was nützt es mir

Was es Dir nützt? Dasselbe wie jeder andere Sport auch, welcher den kompletten Körper trainiert, Koordination und Beweglichkeit verbessert, der Gesundheit dient, Disziplin lehrt - und wenn Du alle diese Aspekte zusammenzählst, dann bleibt eigentlich fast nur eine Kampfkunst, egal ob Muay Thai, Hapkido, Judo oder auch die "weiche Form" Tàijíquán. Fast alles kann man mißbrauchen, wenn man nur genügend negative Energie mitbringt. Das sollte Dich jedoch nicht davon abhalten, Dir die positiven Aspekte Deiner sportlichen und philosophischen Betätigung zunutze zu machen.

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Nur weil jemand mit Kampfsport anfängt, heißt das ja nun nicht, dass er länger dabei bleibt. Die meisten brechen das schnell wieder ab, wenn sie herausfinden, wie viel Arbeit und Disziplin man da reinstecken muss.

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Meine Kinder und ich machen Taekwondo seit fast 2 Jahren. Ich mache es weil es mir Spaß macht und weil es mir dadurch besser geht (Achillessehne trut nicht mehr weh, Rückenschmerzen sind erheblich zurückgegangen). Außerdem habe ich so an 3 Tagen in der Woche mal 2 Stunden, wo ich mich nicht mit dem Alltag beschäftige.

Den Kindern macht es auch Spaß und sie lernen dabei u.a. auch, wie sie in Gefahrensituationen reagieren. Sie lernen auch Disziplin und Konzentration.

Was keiner von uns möchte ist, sich verteidigen zu müssen und schon gar nicht jemanden zusammenzuschlagen.

Aus den oben genannten Gründen macht es für die Kinde rund mich großen Sinn Kampfsport zu machen.

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Ich verstehe was du meisnt. Ich betreibe seit 4 Jahren Kickboxen, mir fällt auf das es ziemlich viele Ausländer in den Kursen gibt.

Aber oftmals könnten diese Erfahrungen Leben retten.

Extremer Fall: Thaiboxer der sein Können missbraucht. Person die keinerlei Erfahrung hat.

Der Kampfsportler hat ein leichtes Spiel und merkt dass sich der Gegeüber nicht wehren kann. Er lässt nicht locker und missbraucht sein Können weiter. Die Person ist schwer verletzt weil er sich nicht whren konnte.

Kampfsportler gg Kampfsportler.

Beide merken der gegenüber kann was, aus "Angst" davpr selbst zu verkacken, lässt einer nach einer Zeit nach und es könnten(!) nur kleine Verletzungen entstanden sein.

http://www.gutefrage.net/frage/ich-bin-in-sachen-gesetz-und-recht-ne-niete-was-haette-passieren-koennen

Es ist ein längerer Text, vielleicht warst du schon in dieser Situation. Was wäre wohl mit mir passiert wenn ich mich nicht hätte wehren können? Also sprich keinen Kampfsort ausgeübt hätte? Die Freundin wäre vielleicht verletzt worden, vielleicht wäre mir im späteren Verlauf mein Gesicht zertrümmert worden? In meinen Augen macht es einen Sinn. Du darfst dich nicht für Taten verantwortlich machen, die andere ausführen..

In meinem Kurs gibt es auch Fälle, von denen ich weiß, dass sie das gelernte gerne mal Missbrauchen in der Disco oder woanders. Ich kenn aber auch viele Ausländer und Deutsche, die dadurch erst gelernt haben, wie man damit umgehen, da sie selbst mal in die Mangel genommen werden. Es gibt positive und negative Beispiele. Ich werde auch oft als aggressiver Mitbürger abgestempelt, weil Kampfsport mein Hobbys ist. Darüber muss man stehen. :)

Ich hoffe ich konnte dir meine Sichtweise in bisschen darlegen.. Ich mach es in erster Linie um mich Fit zu halten und in zweiter Linie meine Familie, Freunde, Freundin zu beschützen falls mal etwas sein sollte..

~Max

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Ich finde es macht immer einen Sinn sich sportlich zu betätigen :) Welche Sportart ist doch egal und du hast doch auch noch einen positiven Hintergrund :)

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Sport zur Körperertüchtigung ist gut!

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wenn ich kampfsport treibe natürlich um mich verteidigen zu können, aber auch um angreifen zu können wenn ich es für richtig erhalte ... dennoch ist Kampfsport keine Versicherung ;) Es reicht wenn dir jemand nen Messer in den Hals rammt ... da kannste noch so viel Kampfsport gemacht haben ...

Was du jetzt mit der Frage willst, weiß ich nicht.

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Wenn es dein Hobby ist, ist es doch super. Aber Schlägereien enden selten positiv, da Gewalt bestraft wird. Von daher ... für den Zweck anderen eine auf das Auge zuhauen, da würde ich mir lieber ein anderes Hobby suchen

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