Macht es Sinn, parallel zur Tilgung eines Baudarlehens einen Bausparvertrag anzusparen, um damit später abzuzahlen?

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7 Antworten

Also das was die Bank geraten hat ist nicht, wie viele hier schreiben, Geldschneiderei sondern eine Frage des Risikos.

Wenn Du, wie es möglich gewesen wäre, die Tilgung sagen wir mal auf 3% aufgestockt hättest, dann wäre das für die Laufzeit verpflichtend gewesen. Also auch in einer schlechten Phase Deines Lebens z.B. bei Arbeitslosigkeit oder anderen Geldproblemen hättest Du erst mit der Bank reden müssen um von den hohen Tilgungen runter zu kommen.

Bei einem parallel angespartem Bausparvertrag bist zu flexibler, hast Du Geld sparst Du, hast Du keins sparst Du nicht. Und im Gegensatz zu Sondertilgungen kannst Du auch den Spartopf für andere Sachen nutzen z.B. für Investitionen in die Immobilie.

Eine zweite Variante wäre wenn Du mit dem Bausparvertrag staatliche Förderungen nutzt z.B. Riester. Dann ist die Rendite Deines Bausparvertrages höher als der Zins und es macht durchaus Sinn.

Der Bausparvertrag von 2013 dürfte auch noch gute Guthabenzinsen bieten. Den also einfach tot zumachen sollte genau überlegt werden.

Und die Tilgungen bei Deiner Bank zu erhöhen ist eine Frage des Vertrages. Normalerweise nicht möglich aber vielleicht sind Sondertilgungen vereinbart.

Grundsätzlich empfehle ich bei einer Finanzierungsberatung eine Staffelung der gesamten geplanten Tilgung/Zinszahlung:

1. Schritt (Basis): Zinsen plus 1% Tilgung.

Das muss man immer zahlen und sollte es auch können.

2. Schritt : Sondertilgung vereinbaren, zwischen 5 und 10%

Man schaut am Ende des Jahres welches Geld man in den nächsten 6 Jahren nicht benötigt und macht damit eine mehr oder weniger große Sondertilgung.

3. Schritt: Ansparvertrag, wenn möglich Riester, als Banksparvertrag oder als Bausparvertrag - je nach Risikoneigung. Bausparen bietet eine gewisse Zinssicherheit für Darlehensreste.

Man spart regelmäßig einen überschaubaren Betrag monatlich. Will, kann man das nicht mehr dann ok. Und das Guthaben kann je nach Gusto und Lage bei Zuteilung (oder mit Einbußen auch vorher) für andere Dinge oder Tilgung bei Ende der Zinsbindung verwendet werden.

Dieser Aufbau spart zwar nicht die meisten Zinsen gibt aber größtmögliche Flexibilität bei den monatlichen Belastungen.

Tosti2000 01.03.2017, 09:28

Da nur (erstmal) ganz kurz eine Korrektur zu:
Flexibilität haben wir durch den Bausparvertrag keine, denn er ist an die Bank abgetreten und MUSS monatlich bedient und natürlich bei Zuteilung auch für die Rückzahlung des Darlehens genutzt werden!

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Detlef32 01.03.2017, 09:44
@Tosti2000

Also das ist ungewöhnlich und sollte auch mit der Bank neu verhandelt werden.

Sobald eine Tilgung für das Darlehen erfolgt ist der Bausparvertrag optional. Nur wenn keine Tilgung erfolgen würde wäre sowas wie die Abtretung korrekt.

In diesem Fall würde ich mir vorweg Beratung von einem spezialisiertem Anwalt (vielleicht mit Hilfe der Rechtsschutzversicherung) über meine Möglichkeiten einholen. Ein verbundener Vertrag ist immer eine Gelegenheit die Gesetzeslage zu prüfen und vielleicht (mit einem großem Vielleicht) den gesamten Vertrag anzufechten und von den hohen alten Zinsen runter zu kommen. 

Seit 2017 ist die Lage anders - die Bedingungen an die Rückzahlung eines Darlehens sind gestiegen. Aber 2013 war das aus meiner Sicht eindeutig zu viel des guten.

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Wenn dir der Gedanke erst vor ein paar Tagen gekommen ist, dann kann man da nicht wirklich von "Geistesblitz" sprechen.

Ich gehe davon aus, dass ihr die Immobilie dann doch nicht verkauft habt, oder verkaufen wollt? Nach 20 Jahren sollte einem klar geworden sein, dass man den Kredit dann doch zurückzahlen sollte, alleine weil man in diesen Jahren einen Berg an Zinsen gezahlt hat ohne einen Schritt nach vorne gegangen zu sein.

Solche Tilgungsverfahren bieten nur für einige wenige steuerliche Vorteile. Euch hingegen kostet es einfach nur mehr. Das hat anscheinend dann auch die Bank gemerkt. Von Fehlberatung kann da keine Rede sein, ihr wolltet ja offensichtlich mehr zahlen. Jeder Mensch hätte dir sagen können, dass sich das nicht rechnet. Ich finde diese Geschichte sehr abstrus.

Der Geistesblitz ist soweit richtig.

Entweder Ihr tilgt beschleunigt - oder Ihr tätigt Investitionen, von denen Ihr Euch netto (nach Steuern) mehr versprecht, als Ihr an Zinsen für das Baudarlehen zahlen müsst. Das würde unter Berücksichtigung von Kapitalertragsteuer plus SolZ und evtl. Kirchensteuer einen Bruttoertrag von über 5% p.a. erfordern.

Das könnte - je nach Risikobereitschaft - ein Aktieninvestment sein, mit Sicherheit aber kein Bausparvertrag.

Detlef32 01.03.2017, 08:58

Und mit Aktien wieder ein Risiko reinzupacken. Für vielleicht einen Gewinn von Aktiengewinne minus ca. 4% Zinsen?

Nee - im Rahmen der Möglichkeiten und der Vertragsverhältnisse tilgen.

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bronkhorst 01.03.2017, 09:15
@Detlef32
Und mit Aktien wieder ein Risiko reinzupacken.

Auf das Thema Risiko bzw. die Notwendigkeit der Risikobereitschaft hatte ich ja hingewiesen.

Bei einem hinreichend langen Anlagehorizont und der Auswahl z.B. von ETF auf breit angelegte Indizes dürfte sich das Risiko in relativ engen Grenzen halten - aber ja, es ist da, und man braucht dafür dann die entsprechende Risikobereitschaft.

Bei Zinsanlagen würde man diese Renditen nur erreichen, wenn man sehr viel höhere Risiken eingeht, weil das nur Gläubiger zahlen müssen, denen man den Totalausfall zutraut.

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Falschberatung - Definitiv nein

Was machst du denn in 10 Jahren ? Dann läuft die Zinsbindung aus und dann ? Wie hoch wird der neue Zins sein? Sind wir dann bei 10% ? Wäre es dann nicht cool einen BSV zu haben mit 2 % ?  Falls die Zinsen am Markt dann günstiger sind als in deinem BSV musst du das Darlehen daraus ja gar nicht nutzen. 

Natürlich bist du mit schneller tilgen eher fertig aber IHR wolltet doch gar nicht tilgen.

Natürlich. Diese Kombiverträge sind meist Schwachsinn.

BlackyGizmo 07.03.2017, 20:22

Nicht wirklich. Sie retten vielen Menschen den Kopf.

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Macht mit dem Geld besser Sondertilgungen, falls möglich, das bringt im Endeffekt mehr.

Tosti2000 28.02.2017, 15:44

Sondertilgungen oder direkt mehr tilgen, oder?!

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grubenschmalz 28.02.2017, 19:12
@Tosti2000

Erst Sondertilgungen ausschöpfen. Erst wenn du dann noch ordentliche finanzielle Reserven hast, kann man über eine Erhöhung der Tilgungsrate nachdenken.

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Detlef32 01.03.2017, 09:14
@grubenschmalz

Einer Erhöhung der Tilgungsrate wird die Bank nicht zustimmen und ob Sondertilgung vereinbart wurde ist aus der Frage nicht erkennbar.

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bronkhorst 01.03.2017, 09:42
@Detlef32

Sowohl die Möglichkeit von Sondertilgungen als auch die Anpassung der Regeltilgung sind Vertragssache.

Ich kenne z.B. Baufinanzierungen, bei denen die Tilgungsrate zwei mal während der Laufzeit innerhalb der Bandbreite von 1% bis 3% der Darlehenssumme plus ersparter Zinsen angepasst werden durfte.

Falls der Darlehensvertrag das vorsieht und man nicht schon am oberen Limit tilgt, geht das also.

Aber seinen Kreditvertrag wird der Fragesteller da schon selbst lesen müssen.

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ist völlig korrekt, deswegen sind diese kombis auch totaler unsinn! Wenn du bei google mal "Nachteile Bauspardarlehen" eingibst, dann wirst du da einige Artikel zu finden! Die Banken sind nicht dumm, ist ein gutes Geschäft (für die Bank...)

tinalisatina 28.02.2017, 18:49

"totaler unsinn! "

Nicht für die Bank bzw. denjenigen, der die Prämie dafür kassiert. ;-)

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BlackyGizmo 07.03.2017, 20:22

Ihr habt keine Ahnung. Natürlich macht es sinn einen BSV währenddessen anzusparen allein für nach der Zinsbindung . wie sind die Zinsen in 10 Jahren?

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AlexOHZ 07.03.2017, 21:35
@BlackyGizmo

Wenn ich 10 jhre lang reell in eine Finazierung direkt abgezahlt habe, dann ist in 10 Jahren vielleicht noch die Hälfte oder so an Summe da...da ist es mir dann doch piepegal, ob ich 0,5% oder 1% mehr zahlen muss, weil die Rate dann immer noch niedriger ist als vorher! Und guck dir bitte mal den Zinsmarkt an...

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