Macht eine Erwerbsminderungsrente Sinn und was beinhaltet diese (Rechte, Pflichten)?

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5 Antworten

eine Erwerbsminderungsrente zu beziehen, heißt nicht, vom Staat zu leben. denn die Rente, die du dann erhälst, bemisst sich daran, was du in deinem Arbeitsleben bisher in die Rentenkasse eingezahlt hast. die Rente hast du dir quasi selbst erarbeitet.

wenn man eine volle Rente erhält, bedeutet dies, dass man täglich unter 3 Stunden arbeiten kann/darf. Einkommen darf ein Minijob sein. wenn man mehr verdient, wird die Rente entsprechend gekürzt.

wenn man eine teilweise Rente erhält, bedeutet dies, dass man täglich 3 bis unter 6 Stunden arbeiten kann/darf. das erlaubte Einkommen aus der Tätigkeit, die man dazu ausführt, wird individuell berechnet und richtet sich grob gesagt nach dem, was du in den Jahren vor der teilweisen Rente verdient hast.

die meisten EM-Rentner, die keinen normalen Job mehr bekommen, engagieren sich sozial. sind z.B. als Ehrenamtler unterwegs.

Studieren darfst du natürlich. das ist nicht verboten. warum auch.

Hallo,

zur vollen Erwerbsminderungsrente (unter 3 Stunden nur noch Leistungsvermögen bei einer 5 Tage Arbeitswoche) kannst du einen 450€ Job noch machen und 2mal im  Jahr 900€ verdienen,

weitere Einnahmen wie aus Vermietung und Verpachtung (Einkommen nach Einkommenssteuergesetz) wird auch angerechnet

bei einer halben Erwerbsminderungsrente (zwischen 3-6 Stunden Leistungsvermögen) steht in deinem Rentenbescheid, was du zuverdienen kannst.

Wichtig ist der Einhalt der wöchentlichen Arbeitszeit

eine berufliche Reha wird dir von der DRV nicht angeboten

wenn eine Berufsausbildung möglich ist, dann ist dein Leistungsvermögen über 6 Stunden und die Rente wird entzogen, für die Dauer der Berufsausbildung gibt es Übergangsgeld

Beste Grüße

Dickie59

gunther02 27.02.2017, 21:06

Soweit i. O.

Aber Vermietung und Pacht werden nicht angerechnet!

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Hallo Canise,

Sie schreiben unter anderem;

Macht eine Erwerbsminderungsrente Sinn und was beinhaltet diese (Rechte, Pflichten)?

Antwort:

Für gesundheitlich dauerhaft nicht mehr belastbare Menschen stellt sich bei der Erwerbsminderungsrente in der Regel nicht die Frage nach dem Sinn, sondern nach vorhandenen Alternativen und da wird die Luft schnell sehr dünn!

Grundvoraussetzung:

Die Versicherungsrechtlichen Voraussetzungen müßen erfüllt werden!

Auf Ihrem Rentenkonto müßen in der Regel mindestens 60 Beitragsmonate, davon in den letzten 5 Jahren mindestens 36 Beitragsmonate nachgewiesen werden!

Von dieser Regelung gibt es nur sehr wenige Ausnahmen, welche Sie zum Beispiel unter folgendem Link der DRV ab Seite 6,7,8,9 nachlesen können:

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/232616/publicationFile/49858/erwerbsminderungsrente_das_netz_fuer_alle_faelle.pdf

Wer nach dem 1.1.1961 geboren ist, muß zudem an Hand der eigenen Krankenakte glasklar und sehr detailliert nachweisen, daß die Leistungsfähigkeit dauerhaft auf unter 3 Stunden pro Arbeitstag, auch für leichte Tätigkeiten am allgemeinen Arbeitsmarkt, abgesunken ist!

Sollte die volle Erwerbsminderunsgrente bewilligt werden, dürfen unter Berücksichtigung der 3 Stunden-Grenze pro Monat bis 450 Euro und zweimal pro Jahr bis zu 900 Euro hinzuverdient werden!

Macht der Antrag überhaupt Sinn, oder sollte ich das gleich vergessen, weil es sowieso nicht reichen würde?

Antwort:

Ein Antrag macht nur dann einen Sinn, wenn Sie die o.a. Voraussetzungen erfüllen!

Reichen Sie bei Ihrer zuständigen DRV-Rentenanstalt ganz einfach einen Antrag auf Kontenklärung mit aktueller Rentenauskunft ein, dann wird sich sehr schnell herausstellen, ob Sie die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllen oder nicht! Dann können Sie weitersehen!

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Eine Erwerbsminderungsrente wirst du nicht bekommen. Dazu musst du 5 Jahre gearbeitet haben. Da ich lange Jahre selbständig war und bis dato gerade 21 Jahre eingezahlt habe ( Vollzeitgehalt, 3200€ brutto) würden mir jetzt gerade mal 500€ monatlich zu stehen. Klar darf man 450€ dazu verdienen, aber wenn du gerade mal 150-200€ Rente bekommen würdest nützt dir das ja herzlich wenig

Dickie59 27.02.2017, 12:15

es gibt vorzeitige Wartezeiterfüllung in besonderen Situationen, er schreibt: man habe ihm die Ewerbsunfähigkeitsrente angeboten. Also scheint da einer schon entscheiden zu haben.

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FrauFanta 27.02.2017, 16:53

Stimmt, das ist wohl richtig. Fragt sich nur, in welcher Höhe. Vermutlich 160€ im Jahr Monat oder so

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Dickie59 28.02.2017, 12:14
@FrauFanta

http://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbvi/53.html

Bis zu drei Jahre der Ausbildungszeit werden in der Rentenberechnung höher bewertet. Das bedeutet, dass diese Zeit mit bis zu 75 Prozent des Durchschnittsverdienstes aller Versicherten für die Rentenberechnung angesetzt wird. Im Endeffekt kommt dabei mehr Rente für ihn raus. Das gilt für alle tatsächlichen Ausbildungen, die Sie bis zu Ihrem  25. Lebensjahr machen und in denen Pflichtbeiträge entrichtet werden. Demnach mehr als 160€.

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FrauFanta 28.02.2017, 12:55

Und ich habe 21 Jahre lang mit einem netten Gehalt eingezahlt und bekomme nur 521€??? Ok... gerecht ist was anderes, nicht..,

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Dickie59 01.03.2017, 16:53
@FrauFanta

Der Versicherte hatte keine Chance, für diese ernsten Fälle, die aber auch genau geprüft werden, gibt es daher diese Lösung. Für alle weiteren Lebensphasen und Erfüllung von Wartezeit muss man sich selber kundig machen und dann darauf achten. Deshalb plädiere ich immer bei dem 450€ Job für die Beitragsabführung zur DRV.

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Canise 04.03.2017, 22:11
@FrauFanta

das kannst du laut sagen. Das du so wenig kriegst ist echt ein Armutszeugnis für unser ach so soziales Land - das ist ja sogar unter dem Hartz 4 Satz wenn man Miete und Strom dazuzählt. Und auch das ist sehr wenig. Wie soll man damit leben?

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FrauFanta 05.03.2017, 04:02

Ich kann damit nicht leben. Deshalb habe ich meine Erwerbsminderungsrente auch abgelehnt. Als die bewilligt war ( dauerhaft) bin ich in Widerspruch gegangen und das war erfolgreich. Jetzt darf ich wieder arbeiten. Sozislempfänger möchte ich nicht sein/ werden

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Canise 24.03.2017, 09:02
@FrauFanta

Genau das möchte ich auch nicht und deshalb werde ich auch Wiedereingliederungsmaßnahmen wahrnehmen. Auch wenn es nicht so klingt: ich will arbeiten.

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Eine Erwerbsminderungsrente ist an Voraussetzungen gebunden.

Zum einen musst Du die sogenannten versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllen.

Heisst: Du musst 60 Monate sozialversicherungspflichtig gearbeitet haben. In den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung müssen
mindestens drei Jahre mit Pflichtbeiträgen für eine versicherte
Beschäftigung oder Tätigkeit vorliegen (sogenannte 3/5 Regelung).

Hinzu kommen die medizinischen Voraussetzungen.

Die medizinischen Voraussetzungen für eine Rente wegen Erwerbsminderung
sind erfüllt, wenn Du wegen Krankheit oder Behinderung weniger als
sechs Stunden täglich arbeiten kannst, und zwar nicht nur in Deinem,
sondern in allen Berufen. Deine Rentenversicherung prüft das anhand
ärztlicher Unterlagen. Eventuell fordert sie weitere Gutachten an und
stellt dann Dein Leistungsvermögen fest.

Wenn Du die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen nicht erfüllst, hat sich das alles sowieso erledigt.  Dein Antrag wird dann gar nicht erst weiter bearbeitet. 


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