Macht ein total tugendhaftes bzw ein total untugendhaftes Leben glücklich?

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15 Antworten

Der Ausdruck „Tugend“ kann das führen, etwas nicht richtig zu begreifen. Denn in der Gegenwart wird der Begriff „Tugend“ oft als altmodisch- bieder verstanden, mit einer unangenehm moralistischen Ausstrahlung. Oder mit Tugend werden eher funktionale Eigenschaften bezeichnet, die zum Zweck des Erfolgs dienen und nützlich sind (Tugenden von Sportmannschaften).

Platon und andere antike Philosophen verstehen unter Tugend eine vorzügliche Charaktereigenschaft. Sie befähigt, das Richtige und Angemessene zu erkennen und auszuführen sowie erstrebte Ziele auf diese Weise zu erreichen. Das mit „Tugend“ wiedergegebene griechische Wort ἀρετή kann auch anders übersetzt werden, z. B. mit Vortrefflichkeit.

Beim Glück können verschiedene Glückbegriffe unterschieden werden, ein auf augenblickliche Zustände von Freude/Vergnügen/gesteigerter Zufriedenheit bezogenes subjektives Empfindungsglück und ein Erfüllungsglück eines gelingenden Lebens. Der Begriff Glückseligkeit (griechisch: εὐδαιμονία), wie ihn Platon verwendet, meint ein gutes, wahrhaft wunschgemäßes Leben und ein Wohlergehen (das mit dem subjektiven Wohlbefinden zu einer Einheit zusammenkommen kann). Er denkt an ein erfülltes, wohlgeratenes Leben. Platon meint nicht, irgendeine gängige Moral zu übernehmen und danach zu leben, ohne Überprüfung durch die Vernunft.

Wichtige Tugenden/Vortrefflichkeiten sind bei Platon beispielsweise Weisheit, Tapferkeit, Besonnenheit und Gerechtigkeit.

Platon bietet Begründungen für seine Behauptung an. Wer gerecht ist, zeichnet sich durch eine besonders große seelische Harmonie und Selbstübereinstimmung aus (Politeia 443). Gerechtigkeit ist für ihn gleichsam Gesundheit der Seele. Der Tugendhafte/Vortreffliche habe geistige Genüsse und ein an Erkenntnis/Einsicht orientiertes Leben bringe den höchsten Grad der Lustempfindung mit sich (Politeia 580 d – 583 a). Gerechtigkeit ist ein sowohl um seiner Folgen als auch um seiner selbst willen anzustrebendes Gut (Politeia 358 a). Streben heißt etwas erreichen wollen und bedeutet grundsätzlich, etwas Vorteilhaftes und Wertvolles anzustreben. So gesehen ist das Gute der Inbegriff des Vorteilhaften. Der Besitz des Guten mache die Glücklichen glücklich. Glück isei etwas, worin ein Streben, Begehen, Wünschen als einem schlechthin Erstrebenswerten zu einem Ende kommt, Glück bilde ein abschließendes Ziel(Symposion 204 – 205). Inhaltlich kann das Glück daher nur durch etwas bestimmt werden, das unter allen Umständen gut ist und kein bloßes Mittel darstellt.

Platon neigt an manchen Stellen etwas dazu, das Sinnliche geringschätzig zu betrachten, der Mensch ist aber kein reines Geistwesen. Im Grunde kann er ihm aber ein Eigenrecht zubilligen, wenn die Leitung durch die Vernunft nicht beseitigt wird.

Nicht alles im Leben steht in menschlicher Verfügungsgewalt. Insofern gibt es Grenzen auch bei tugendhafte/vortrefflichen Menschen. Aber in dem, was durch eigenen Beitrag als Grundlage geschaffen werden kann, stehen sie gut da. Die Entfaltung von Fähigkeiten und angelegten Möglichkeiten, ist etwas, das Freude bereitet und zu einem guten, erfüllten Leben beiträgt. Platon vertritt in Bezug auf das Erfüllungsglück eines gelingenden Lebens einen im Kern überzeugenden Standpunkt.

Zu Auffassungen über Glück und Tugend stehen aufschlußreiche Erläuterungen z. B. bei:

Christoph Horn, Antike Lebenskunst : Glück und Moral von Sokrates bis zu den Neuplatonikern. München : Beck, 1998 (Beck`sche Reihe: bsr ;1271), S. 61 - 147

Materielles ist nicht das höchste Ziel, sondern kann nur als Mittel zu etwas nützlich sein. Ein völlig von Tugend/Vortrefflichkeit abweichendes Leben ist dabei ein Verfehlen wesentlicher Ziele. Alkohol- und Drogenexzesse (Sex ist an keine Verfehlung, eine Frage könnte her sein, wie gut er in dauerhafte persönliche Beziehungen und liebevolles Miteinander integriert werden kann) sich sind Anzeichen von fehlender Harmonie und Zufriedenheit und mangelnder Erfüllung. Menschen lassen sich treiben und sind nur noch wenig Lenker ihres Lebens bzw. sie sind mit unzureichender Orientierung, mit sich selbst nicht im Reinen und wenig zielgerichtet auf der Suche nach Glück, ohne es wirklich erreicht und etwas Gutes gefunden zu haben. Sie neigen dann wohl dazu, die innere Leere und Unrast zu übertünchen und zu betäuben.

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Glück ist relativ. Carlos Irwin Estévez oder Charlie Sheen hatte das "Glück" berühmter Eltern, einer Begabung zum Schauspieler, womit er viel Ged verdienen konnte. Wie lange das bei seinem Lebensstil hält, ist die Frage. Lies Dir bei Wiki sein Leben durch und bei all der Gewalt, die er offensichtlich um sich verbreitet, muss ein "glücklicher Mensch" so gewaltsam sein? Man kann höchstens sagen, auch ein durch und durch kaputter Mensch hat seine abgefahrenen "Glücksgefühle". Das hat mit Platons Vorstellungen von Glück gar nichts zu tun. Das hat auch mit Epikurs Vorstellungen von Glück - und der war bereits "körperfreundlicher" - auch nichts zu tun. Das hat noch nicht mal was mit dem Hedonismus des Sokrates-Schülers Aristippos etwas zu tun, für den Glück zwar auch in leiblichen Genüssen bestand, doch immer so, dass er als Persönlichkeit oben drüber stand und nicht hilflos untergepflügt war. Charlie Sheen scheint einfach nur kaputt zu sein und man kann ihm nur wünschen, dass sein Geld zu einer "Wende" reicht. Vielleicht kann er sich am Ende noch eine gut geformte Gummipuppe leisten, denn mehr scheint er in Frauen sowieso nicht zu sehen. Zumindest scheint er mir keine Person, an der ich persönlich eine Orientierung in Punkto "Glück" aufhängen würde.

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man sollte vielleicht einige dinge mal vorsichtig ausprobieren, muß sich selbst aber dabei beobachten und rechtzeitig die handbremse ziehen. kleine laster können manchmal auch glücklich machen.liebe grüßeguddi

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Je ärmer du bist, desto glücklicher bist du, da dir weniger Besitz gehört, um den du dich kümmern musst. Ich würde eigtl sagen, keiner führt ein richtig glückliches Leben, da der Mensch immer versucht, mehr zu erreichen

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du weißt vllt wie es sich anfühlt nach einer durchzechten nacht. drogen=glücksgefühle auf vorschuß-., grenzenlose enthemmung, fehl-funktion deß nervensystems. der katzenjammer bleibt nicht aus. mit geld kann man sehr viel macht ausüben bis es einem auf die füße fällt. viele falsche freunde. erstrebenswert? mfg,

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Jedes Zuviel ist schlecht, das gilt für zuviel Laster genauso, wie für zuviel Tugend.

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Wenn ich einer Tugend fröne, die sich Tugend nennt, weil sie einer als Tugend bestimmt hat und ich mich mit dieser Tugend wohl fühle, weil sie mir nun mal entspricht, dann fühle ich mich auch glücklich damit.

Wenn ich mir eine Tugend (oder ohgott ein paar mehr...) überstülpe, weil mir mein Verstand sagt, dass mir diese Tugend gut zu Gesicht stünde, kann ich mich selbst dabei beobachten, wie ich daran zu Grunde gehe...

Somit hat Platon nicht recht und doch, denn was ich zu meiner Tugend erhebe, steht mir schließlich frei ;-)))

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Ich glaube, ein " untugendhaftes " Leben ist ein Leben von einem Menschen, der immer auf der Suche ist und der keinen Frieden in sich selbst findet. Unter diesem Aspekt stimme ich der Aussage zu. Wie immer ist es wohl eine Frage des Maßes...

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Glücklich macht, was den eigenen Werten entspricht, keine Schuld oder ein schales Gefühl hinterläßt - irgendeinen Sinn ergibt, auch wenn es nur der ist, ein paar Stunden glücklich zu sein ohne irgendjemandem (auch nicht sich selbst) zu schaden.

Tugend so verstanden stimme ich dem zu.

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Ob jemand Tugendhaft ist entscheiden die anderen und nicht derjenige selbst. Ansonsten müßten wir Herrn Sheen selber fragen. Von aussen betrachtet halte ich das allrdings nicht für einen glücklichen Zustand.

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Ich denke, dazu sollte man den Begriff Tugend genau definieren!

In Maßen sind Alkohol, Sex oder Geld sicherlich keine Laster...

Es kommt im Leben weniger drauf an, was man tut, sondern warum und ob im gesunden Maße!

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Wenn man unter Alkohol/Drogeneinfluss steht, dann macht das vielleicht alles andere toll, aber das Leben wir dadurch auch nicht toller und glücklicher wird man dadurch auch nur für eine Zeit...

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Totale Tugend aus religiöser Überzeugung macht tatsächlich glücklich.

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Glaub jegliches exzessives verhalten macht nicht glücklich, egal in welche Richtung ;)

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ernsthaft un jlücklich wiedaspricht sich ;P jlück hat ooch wat mit liebe, spaß, froide un zufriedenheit zu tuhn un nix mit ernst

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Kommentar von pas19zh
19.06.2011, 19:37

wie wahr.. ^^

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