Macht die Beziehung mit einem Borderliner Sinn?

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14 Antworten

Hallo Karlinja,

zunächst: Boderline gehört mit zu den Persönlichkeitsstörungen. Das bedeutet, dass sie im Grunde mit zur Persönlichkeit gehören, Dich lange begleiten und es so oder so ein Teil von Dir ist, der nie ganz weg geht.

Du hast völlig Recht: Eine solche Erkrankung beeinflusst die Beziehung und ist auch für Partner immer eine Belastung. Er hat es mit Dir nicht "leicht". Dennoch will ich Dir eines ganz klar sagen: Er hat die Entscheidung getroffen, mit Dir zusammen zu kommen. Und ER HAT DIE ENTSCHEIDUNG, diese Beziehung wieder aufzuheben, wenn Sie ihm nicht gefällt. Das ist nicht Deine. Wenn Du einfach gehst, weil Du glaubst es wäre besser für ihn, hast Du ihm jede Entscheidung genommen. Dann war die Trennung auch nicht für ihn, sondern für Dich. Ich empfehle Dir ein sehr klares Gespräch, in welchem ihr Zwei Euch mal zusammensetzt und über folgendes sprecht... Ziel des Gespräches ist, dass Du in Zukunft nur noch über Dich nachdenken musst, und nicht auch noch aus seiner Perspektive Dich betrachtest. Inhalt: Du sprichst an, dass Du oftmals Dich selbst aus seinen Augen siehst und Dich selbst als Belastung für ihn empfindest. Dein Wunsch an ihn: Er soll zukünftig ehrlich, offen und direkt sagen, wenn ihn etwas stört und was ihn stört. Es ist notwendig, dass er in naher Zukunft dann auch wirklich Dinge anspricht (das können auch kleine sein), damit Du eine Veränderung spürst. Sonst wirst Du stets denken: es belastet ihn, aber er sagt es ja doch nicht.

In einer partnerschaft ist es auch wichtig darüber zu sprechen, wie man gemeinsam mit Problemen klar kommt und umgeht bzw. an diesen arbeitet. Ggf. kann Dir Deine Therapeutin auch helfen, was Ziele für eine Partnerschaft sind. Es scheint zumindest immer ein nagender und mit arbeitender Punkt bei Dir zu sein.

Übrigens, was ich bei solchen Krankheitsbildern am schlimmsten empfinde (ja, auch Psychologen empfinden etwas bei Klienten): Betroffene suchen nach allen möglichen Gründen und Punkten, sich selbst abzuwerten. Es dauert immens lange, sich von diesen Perspektiven zu lösen und eine distanzierte Betrachtung einzunehmen, damit die Klienten irgendwann hinterfragen können, weshalb sie sich ständig selbst abwerten. Deinen Freund zu verlassen, weil es ihm möglicherweise gut tut ist sehr eindeutige Selbstabwertung. Du lässt ihn gar nicht erst zu Wort kommen bzw. sprichst ihm die Entscheidungskompetenz ab, damit er Deine Selbstabwertung nicht gefährdet. Diese Eigendiskriminierung hat auch eine Funktion. Leiden und "gut leiden können" liegen da oftmals sehr nah beieinander.

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Du solltest ihn auf keinen Fall gegen seinen Willen verlassen, um ihm zu schützen. Falls du wirklich zu der Entscheidung kommen solltest, dass du denkst es wäre besser für ihn (was schade wäre, ich persönlich denke dass es gut funktionieren kann), dann rede mit ihm darüber! Und zieh nicht einfach so einen Schlussstrich.

Übrigens glaube ich dass alle Menschen auf dieser Welt auf die eine oder andere Weise einen psychischen Knacks haben. Und nur weil es für deinen Knacks einen Namen gibt, heißt es nicht sofort, dass du keine gute Beziehung führen kannst.

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Das bekommt man in den Griff. Warum läßt du ihn nicht entscheiden was er möchte. Nimm ihn mal mit zu deinem Therapeuten damit er weiß was da auf ihn zukommt. Aber er hat die Entscheidung zu treffen. Und das muß er alleine entscheiden

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Puh, Karlinja...,
das wird schmerzhaft bohren in dir!

Aber, ich kann dich beruhigen - ja, Liebe heilt! Nicht sofort und auch nicht ohne sehr harte Prüfungen, aber Liebe heilt! Zumal beide WISSEN, dass nur Liebe solche Belastungen aushält. Und das verrückte, grade die Liebe schafft es immer wieder, dieses schwarze Loch zu erhellen und mitten in einem dieser blödsinnigen Zoffs zu stutzen um liebhaben zu wollen und... zu können!

Natürlich bleibt diese plöde Bordsteinkante, doch dein Partner kann dich auffangen. Und, das Schreckliche dabei, du weißt das alles und kannst dennoch nichts dagegen tun. Außer... na ja Therapeuten sagen ja, dass feste Bindungen stabilisieren.
Insoweit macht Beziehung nicht nur Sinn, sie ist absolut förderlich! Und anstrengend ist sie wohl auch, jo!

"...Ich will ihm ja nur gut!" Natürlich...!

Da gehen aber Alarmglocken an! Und das solltet ihr euch hoch und heilig versprechen: Entscheidet nichts Wichtiges ohne den anderen, Karlinja, schone ihn nicht, ohne sein Einverständnis... Das muss heilig sein für euch; ich sehe es wie DeleteMeMan!

Fühlt euch beide ganz heilig daran gebunden, dass ihr alles machen könnt, aber immer nur gemeinsam entschieden! Denn, wenn er es nicht mehr will, wird e r sich schon melden. :- )


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Kommentar von Karlinja
15.03.2016, 03:05

Vielen Dank für deine netten Worte und deine Mühe für diesen Eintrag :)

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Kommentar von JudyGarland
09.05.2016, 12:27

Welch ein Unsinn! Liebe heilt gar nix. Man kann bestenfalls aus Liebe aushalten. Und ob man das will oder braucht steht auf einem anderen Blatt

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Natürlich kann man borderline in den Griff bekommen. Mit genug Therapie und Unterstützung ist ein fast normales Leben möglich.
Ich kann dir nur von meiner Geschichte erzählen. Unter anderem leide ich auch an borderline, mein Freund hat etwas gebraucht um mit meinen Stimmungen und Verhaltensweisen zurecht zu kommen. Aber mit genug liebe, Zeit, und Geduld hat ers geschafft. Meiner Meinung nach kommt dass auf deinen Freund an, er muss sich darauf einlassen. Wenn er das tut und mit der Zeit immer besser damit umgehen kann steht eurer Beziehung nichts im Weg. Ich habe mittlerweile eine fast Normale Beziehung. Er tut mir gut. Und ich ihm auch.

Ich denke mit etwas Willen und Geduld kommt ihr auch damit klar. Man kann doch ziemlich viel schaffen wenn man zusammen arbeitet und aneinander glaubt.

Hoffe ich konnte dir etwas helfen. Lg und "gute Besserung".

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Ich habe selbst boderline.
Sowas ist nicht schlimm. Ja eine Beziehung macht sinn. Für mich ist es den ganzen tag mal was anderes zu haben anstatt immer zu weinen und Depressionen zu bekommen.

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Kommentar von Karlinja
15.03.2016, 01:22

Wie bist du damit mit deinen bisherigen Partnern umgegangen ?

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Kommentar von ms0303
15.03.2016, 01:26

wir streiten zwar auch viel.. aber ohne ihn bin ich in der Hölle. Er bringt mich ständig zum lachen und lässt mich boderline vergessen. nur weil du boderline hast soll deine Beziehung nicht darunter leiden! auch wir können eine Beziehung führen.. sprecht euch einfach mal zusammen aus! aber alles weg zu schmeißen macht kein sinn! viel Glück!

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Kommentar von Karlinja
15.03.2016, 01:31

Vielen Dank für deine Worte!

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Kommentar von Seanna
15.03.2016, 02:26

Mit anderen Worten, du nutzt den Partner als Mittel gegen Depressionen und machst deinen Seelenzustand von der Beziehung abhängig. Und Tickst dann umso schneller aus sobald diese in Gefahr ist....

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Klar macht eine Beziehung Sinn. Ich habe selbst Borderline und mein Mann ist mit mit durch die Hölle gegangen. Ständige Klinikaufenthalte, Ausraster und alles was dazu gehört... ABER man wächst auch mit der Beziehung. Er und unser Hund ist das stabilste in meinem Leben neben all dem Chaos ein sicherer Hafen und trotz der Krankheit(en) bin ich mir mittlerweile sicher, dass er mich nicht wegen meinem Borderline verlässt (zumindest zu 98%).
Wir sind jetzt seit fast 7 Jahren zusammen und ich habe auch wegen ihm sehr hart am mir gearbeitet, um die Beziehung nicht zu gefährden.
Er ist der Grund warum es mir nicht mehr so schlecht geht wie am Anfang unserer Beziehung. Mir war klar, dass die Beziehung auf eine harte Probe gestellt werden würde, wenn ich mein Verhalten (extremes SVV inkl. Intensivstation und Not-OP's) nicht ändere.
Heute bin ich mir zwar bewusst, dass ich diese Krankheit habe, ABER ich habe nicht mehr das Gefühl, dass sie mich wie ein Dämon beherrscht. Klar habe ich immer noch Rückfälle, aber die sind längst nicht mehr so heftig wie früher, wahrscheinlich auch deswegen, weil ich zum Selbstschutz früher in die Klinik gehe, um die Katastrophe abzuwenden.

LG

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Psychiatrische Diagnosen sind in erster Linie etwas von Fachleuten für Fachleute, um Krankheitsbilder möglichst genau in Schubladen unterteilen und nach diesen behandeln und therapieren zu können. Außerdem brauchen Krankenkassen Diagnoseschlüssel, weil die schließlich diese Behandlungen und Therapien bezahlen.

In vielen Foren welche ich mir schon durchgelesen habe steht, das
ehemalige Borderline Partner jedem davon abraten so eine Beziehung
einzugehen, da es wirklich eine Zerreißprobe ist.

Ja, das hat manchmal Stammtischniveau. Auch auf dieser Seite gab und gibt es leider immer mal wieder sowas, sowie die Gegenseite -  Borderlinebetroffene in glücklichen Beziehungen.

Jeder ist für sich selbst verantwortlich und zu einer Beziehung gehören immer zwei und wer seinen Partner oder Ex-Partner auf eine Diagnose reduziert, braucht sich nicht zu wundern, dass die Beziehung nicht funktioniert hat. Leider stigmatisieren sich Betroffene aber oft auch selbst unnötigerweise mit diesem "Umhängeschild".

Habe selbst schon mit dem Gedanken gespielt ihn zu verlassen um ihn zu schützen.

Ich finde, dass das ein unsinniger Grund wäre.

Denn borderline bekommt man wenn überhaupt doch kaum in den Griff oder ?

Es kommt immer auf den Einzelfall und den Schweregrad an. Am vielversprechensten soll die DBT https://de.wikipedia.org/wiki/Dialektisch-Behaviorale\_Therapie sein, aber manchmal tun es auch konventionelle Theapien. Abgesehen davon bekommen viele Betroffene ihr Leben meist zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr ganz gut in den Griff.

Ich will ihn einfach nur schützen.

Das ist nicht deine Aufgabe. Du musst dich selbst schützen.

Er ist so ein toller Mensch und hat es nicht verdient vor die Hunde zu gehen..

Und was ist mit dir?

...

Liebesbeziehungen sind ein Geben-und-Nehmen, ein gegenseitiges voneinander beziehen aber mit verdienen hat das nichts zu tun. Keiner dient dem anderen.


Du solltest versuchen Erkrankung/Störung und Beziehung voneinander zu trennen, denn die Erkrankung ist dein eigenes Problem für das du lernen musst, die Verantwortung zu übernehmen und das möglichst ohne deinen Partner mit einzubeziehen.

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Vielleicht packst du dir ein Herz und lässt dich auf freiwilliger Basis in eine Klinik einweisen? Vielleicht können sie dich mit Therapie heilen und alles wäre wieder gut. Viel Glück

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Auch wenn er labil war/ist und Probleme hat, er ist in erster Linie für sich ganz allein verantwortlich und muss selbst entscheiden, ob er die Beziehung mit dir weiterführen will oder nicht. Die Entscheidung kannst und solltest du ihm nicht abnehmen. Er kann sich im Internet über deine Erkrankung informieren. Dort gibt es auch Tipps für Angehörige von Erkrankten.

Es ist schön das du dir Sorgen und Gedanken um ihn machst. Doch ich finde es wäre besser, wenn du dich auf dich selbst konzentrierst. Von den Meinungen in den Foren würde ich mich an deiner Stelle nicht beeinflussen lassen, denn bei jedem Erkrankten sind die Heilungschancen anders. Wie gut deine Heilungschancen sind kann nur deine Psychologin und entsprechende Ärzte und Therapeuten beurteilen. Sie kennen sich mit der Erkrankung aus und sind dafür ausgebildet diese auch zu behandeln.

Für dich habe ich hier folgende Seiten:

http://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/psychiatrie-psychosomatik-psychotherapie/stoerungen-erkrankungen/borderline-stoerung/was-ist-eine-borderline-persoenlichkeitsstoerung-bps/

und

http://www.borderline-plattform.de/

und

http://www.psychiatrie.de/krankheitsbilder/borderline/

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Ich habe auch psychische Probleme und kann dazu nur sagen, dass Liebe heilend auf die Psyche wirken kann. Leg dir ruhig ein paar Worte zurecht (wenn du dich gerade recht gut fühlst)- schreib diese am besten auf.  Wenn du dir sicher bist was du sagen möchtest und weißt dass es gut überlegt war, kann dies deine Beziehung durchaus wieder in Ordnung bringen.

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Ich bezweifle, daß ein Borderliner jemanden verläßt, um ihn zu schützen. Das widerspricht der Störung. Könnte es nicht sein, daß sich Dein Denken um Dich dreht und Du lediglich " stören willst ", um Aufmerksamkeit zu bekommen? 

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Kommentar von Karlinja
03.04.2016, 13:22

Menschen wie dir gehört mal der Kopf gewaschen. Nicht jeder der nicht genau in das Störungsraster passt will Aufmerksamkeit. Würde ja von Psychologen und Ärzten festgestellt. Wenn man keine Ahnung hat...

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Ja, ich habe Erfahrungen damit. Sowohl persönlich als auch aus zweiter Hand als auch theoretisches Wissen aus der Literatur. Ich möchte dies jedoch nicht öffentlich schreiben.

Bei Interesse kannst du mich gerne per PN anschreiben.

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Kommentar von Karlinja
15.03.2016, 03:06

Wenn ich jetz noch wüsste wie das geht :o

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Kommentar von Seanna
15.03.2016, 03:49

Auf den Namen Klicken und im Profil Freundschaft anbieten. Dann kann man PNs schreiben.

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Sehr schwierig zu beurteilen, wenn du es nicht in den Griff bekommst dann schadest du ihm mehr als das du ihm hilfst. Du könntest ja eine Beziehungspause einlegen bis du dich selbst im Griff hast.(Also mit dem Borderline.Die Depression und Angstzustände sind wieder etwas anderes.)

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Kommentar von Karlinja
15.03.2016, 01:04

Die Depression und die angsterkrankung habe ich schon sehr lange und auch schon gut im Griff. Das hat ihn nie "gestört" allerdings kommt er selbst immer schlechter mit den ausrastern klar

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