Macht der Imperativ "glaube/glaubt" überhaupt Sinn?

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9 Antworten

Ich denke, der Glaube kommt vom Inneren und vom Herzen! Und entweder glaubt man oder man glaubt nicht!

Ich glaube schon! Aber ich glaube jetzt nicht an eine bestimmte Gotttheit und fühle mich auch keiner Kirche verbunden. Ich bin auch von der Kirche ausgetreten um ehrlich zu sein. Ganz einfach, weil ich mich mit dem katholischen Glauben nicht identifizieren konnte.

Aber ich denke trotzdem, daß es irgendetwas geben muß da oben, daß die Hand auf uns legt. Möge man es Gott nennen oder Buddah oder Allah, völlig egal!

Aber es kann doch kein Zufall sein, daß die Natur so eingerichtet ist, daß jedes Lebewesen für sich ein Teil eines Ganzen ist - so winzig klein es auch sein mag.

Es kann doch nicht Zufall sein, daß bei einem Embryo jede Zelle ganau weiß wie sie sich teilen muss damit am Ende ein Arm oder ein Bein, oder ein Organ - und schließlich ein ganzer Mensch mit all seinen wichtigen Funktionen entseht!

DAS ist für mich Gottt! Das Wunder Mensch! Das Wunder der Natur! Manchmal schau ich bei einem besonders stürmischen Tag aus dem Fenster und ich sehe die Bäume die sich im Wind wiegen und ich sehe die Wolken die am Himmel ziehen und dann denke ich : DAS ist Gott! Und ich finde es schön!

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Kommentar von Julita88
17.06.2017, 02:51

Vielen herzlichen Dank für deine Antwort! 

Mir geht es ähnlich. Nur dass ich Agnostiker bin: ich glaube, dass "da oben" etwas sein könnte. Es bleibt halt immer dieses "Fitzelchen" Restzweifel. 

Deshalb habe ich die Frage gestellt, ob man sich irgendwie selbst dazu bringen kann, etwas zweifelsfrei zu glauben. Nur wenn das in meiner Macht steht, macht die Befehlsform "glaube/glaubt" Sinn (Stichwort: Freier Wille).

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Zwingen wäre ganz übel! Glauben ist freiwillig. Glaubt! Ist bestenfalls eine Aufforderung an diejenigen, welche eh schon glauben, aber vielleicht gerade aus ihren Grüblereien nicht rauskommen. Glauben hat seine eigene Logik, Wissen hat seine eigene Logik, und beide Logiken haben ihre Erkenntnis der Wahrheit: Es gibt eine Wahrheit, welche man durch den Verstand erkennt, und eine Wahrheit, welche man durch das Herzen erkennt. Ersteres wäre eher einfach zu erklären, zweites eher unmöglich zu erklären. Glauben ist nicht beweisbar, aber erlebbar. Genauso, wie wissenschaftliche Erkenntnis zum Guten wie zum Schlechten benutzt werden kann, verhält es sich mit Glauben. Liebe dich selber, liebe deinen Nächsten, und ehre Gott, d.h. seine Schöpfung, überzeugt mich immer wieder, und ich zweifle immer mal wieder. Aber dem habe ich nichts entgegen zu setzen. 

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Entweder man glaubt etwas oder zweifelt es an.

Glaube und Zweifel schließen sich nicht aus. Es gibt keinen zweifelsfreien Glauben, weil wer glauben "muss", weiß nicht. Es fehlt einfach die Erfahrung, die jeden Rest von Glauben in Erkenntnis wandelt. Wenn also jemand z.B. sagt "Mein Glaube an Gott ist unerschütterlich", dann ist das ein Widerspruch, den man nicht bemerkt, weil man sich den Glauben so sehr einbildet, dass man es (vermeintlich) für Wissen hält. 

Prüft man aber genauer und tiefgründiger nach, worauf der Glaube baut, dann gerät das Glaubensgebäude ins Wanken. Das ist ist dann meist ein Glaube aus Hörensagen ohne entsprechende, eigene Erfahrung...

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Glaube im biblischen Sinn ist ein Beziehungswort. Es geht um Vertrauen. Wenn du morgens in den Bus steigst, vertraust du dem Busfahrer, dass er dich an dein Ziel bringt. Bei Gott ist das ähnlich: „Ich vertraue darauf, dass Gott mein Leben in Seiner Hand hält“. Gott ist zuverlässiger als jeder Mensch. Ich darf darauf vertrauen, dass er sein Versprechen niemals bricht. Es geht nicht um eine Theorie, sondern um mein ganzes Leben. Sowohl in guten, als auch in schlechten Zeiten gilt es ihn bei seinem Versprechen ganz ernst zu nehmen, praktisch und lebensnah zu erfahren, was es heißt: „Ich glaube an Gott.“

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Meiner Meinung nach glaubt man oder nicht.

Es muss doch eine höhere Macht geben, die die Welt in dieser vollen Pracht erschaffen hat! Wer hat so viel Kreativität. dass jede Schneeflocke eine andere ist und keine gleich einer anderen ist? kein Grashalm ist einem anderen Grashalm gleich. Welche menschliche Hand kann so etwas wunderbares erschaffen?

Zum Glauben zwingen bringt aber nichts. Man muss es von Herzen wollen und gezwungen werden ist nichts schönes. Aber es ist schön, wenn man auf Gott vertraut, zu sehen, wie er die Hand über uns ausstreckt uns beschützt und bewahrt. Wenn man darüber nachdenkt, wird einem je länger je mehr klar, dass es Gott geben muss... Aber wer es nicht glauben WILL! Den kann man auch nicht dazu zwingen. Aber wenn du offen bist, und nicht so abweisend, dann kannst du ja mal versuchen die Bibel zu lesen. Fang ganz langsam an und versuch dich da rein zu versetzen...

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Zu glauben muss ja nicht zwingend im religiösen Sinne sein ...

Wenn ich was erzähle, berichte - und der andere glaubt mir nicht - ist ein Imperativ "glaub es mir (doch)" durchaus sinnvoll.

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Kommentar von Julita88
17.06.2017, 02:18

Im Grunde ist es das Gleiche. Der Imperativ "glaub es mir (doch)" unterstreicht den unbedingten Wunsch des Sprechers, dass sein Gegenüber ihm Glauben schenken soll. Aber liegt es denn überhaupt in meiner Macht, das Gesagte glauben zu können? Durch den Imperativ werden meine Zweifel ja nicht kleiner.

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Man kann sich nicht direkt aussuchen, woran man glaubt. Daher macht es wenig Sinn, Leuten vorzuschreiben, sie sollten woran auch immer glauben.

Indirekt kann man einfluss nehmen. Man kann sich vornehmen, die Beweislage gut zu studieren. Oder man könnte einwilligen, sich einer Gehirnwäsche zu unterziehen. Trotzdem macht das eine Vorschrift an etwas zu glauben wohl kaum sinnvoll.

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Die Bibel definiert Glauben folgendermaßen: "Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft und ein Nichtzweifeln auf das, was man nicht sieht." Hebräer 11,1

"Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!" Johannes 20,29

Entscheidend ist, dass wir ohne Glauben Gott nicht gefallen können: " "Ohne Glauben ist´s unmöglich, Gott zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will, der muss glauben, dass er ist und dass er denen, die ihn suchen, ihren Lohn gibt." Hebräer 11,6

Nur der Glaube allein rettet uns: "Dies habe ich euch geschrieben, damit ihr wisst, dass ihr ewiges Leben habt, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes." 1. Johannes 5,13

Weil Gott uns liebt: "Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben." Johannes 3,16

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Wenn dir etwas passiert, was du nicht erklären kannst, fängst du an zu glauben.

Der Imperativ ist ja nur Grammatik...

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Kommentar von Julita88
17.06.2017, 02:52

Also muss mir erst etwas passieren, was ich nicht erklären kann, damit ich glauben kann?

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