"Mach's besser" - Darf / Sollte man jemanden wirklich nur kritisieren, wenn man selbst besser ist?

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15 Antworten

Herr Reich-Ranicki hat mal was ziemlich Bestechendes gesagt, als man ihn fragte, ob er sich überhaupt erlauben dürfe, immer wieder irgendwelche Autoren zu kritisieren, wo er doch (bis dato) noch nie selbst ein Buch geschrieben hat.

Sinngemäß war das:

"Man muss selbst keine Eier legen können, um beurteilen zu können, ob ein Ei faul ist."

So is´das wohl (manchmal jedenfalls...).

Schmankerl 19.01.2012, 02:32

RR ist/war an eitelkeit kaum zu überbieten. seine medien-ministranten ebensowenig.

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mia68 19.01.2012, 16:03
@Schmankerl

...kann man sagen und denken über ihn, was man will (und manches auch nicht von ungefähr) - aber wo der Mann recht hat, hat er recht.

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ob dieses "mach's besser" nun kritik ist, weiss ich nicht, da ich den zusammenhang nicht kenne....

und - egal ob der sprecher besser oder schlechter ist- oftmals macht der ton die musik bzw. ist die wortwahl entscheidend....

und eine umformulierung klingt manches mal viel besser und motivierender und gesteht einem zu, mal einen schlechten tag zu haben:

"nicht schlecht, aber ich weiß, du kannst es eigentlich besser..."

Wenn Du zumindest eine bessere bzw. hilfreiche Idee hast, kannst Du es auch sonst machen. Kannst Du es nicht besser und hast auch keine Ahnung solltest Du Dich auf die Fälle beschränken, bei denen vorher jemand geprahlt hat.

Kommt ganz drauf an, wenn der Chef dich arbeiten sieht, und du was falsch machst, darf er dich kritisieren damit du es nächstes Mal richtig machst. Aber wenn mal jemand mit Freunden abhängt und z.B. mal aus Spaß einfach singen anfängt, und er nicht so begabt ist, dann finde ich sollte man denn Spaß lassen und nicht kritisieren, denn somit verdirbt man sich den Spaß und gefährdet die Freundschaft ein wenig.

Kritisieren ist schon vom Ansatz her schlecht und so klingt es auch. Es drängt den anderen in die Isolation, bzw. an die Wand, da die meisten nicht mit Kritik umgehen können. Die Frage ist doch, ob du demjenigen helfen willst oder nicht, dann erübrigt sich doch diese Kritik. Kritisier nicht, sondern versuch ihm zu helfen. Setzt an die Stelle von Kritik Verständnis. Ich hab vor kurzem ein sehr interessantes Buch gelesen, es heißt "Veränderung" von James-MacDonald. Kannst du überall online bestellen und in dem ganzen Buch gehts über Kritik, murren, lästern, schlicht über alles, was uns selbst und andere in keinster Weise weiterbringt, sondern uns sogar in die geistliche Wüste bringt. Der Schreiber beschreibt Situationen und den Ausweg aus derselben, sodass es jeder verstehen kann. SEEEHR interessant !!! Viel Spaß beim Lesen!!!

Gut ist konstruktive Kritik, wenn man kritisiert hat man mitgedacht! Dieses ist erstmal positiv! Wenn es um Beispiele geht sollte man auch über Fehlschläge offen berichten und dieses als Begründung für ein anderes Handeln anführen. ..m.l.G

Nein, finde ich nicht. Wenn jemand z.B. absolut nicht Singen kann, und ich demjenigen dann sage, dass er es nicht kann, dann ist das eben so. Solange ich selber keinen Anspruch drauf erhebe, besser singen zu können, kann ich doch wohl kritisieren.

Kritik und Kritik sind zwei unterschiedliche Sachen.

Kritiken wie - "Das ist doch sch....."- das ist keine Kritik, das ist unqualifizierte Verunglimpfung in RTL-Manier. Dazu ist nichts notwendig als eine große Klappe und einer gewissen Selbstdarstellungsneurose, nicht selten auf Kosten Anderer.

Richtige Kritik basiert auf rein faktischer Basis, emotionslos, unter gleichzeitiger genauer Darlegung exakt definierter Gründe, fachlich jeweils fundiert und begründet.

Und diese Form der Kritik kann man nur von sich geben, wenn man Ahnung von der jeweiligen Materie hat.

Und da man hierbei Gründe ins Feld führt, welche dem Kritisierten zum Handlungszeitpunkt so wohl nicht bekannt gewesen sein könnten oder dieser nicht bedacht hat, sollte man idealer Weise in der jeweiligen Materie besser sein als der, wessen Handlung kritisiert wird.

Es reicht selbstverständlich auch aus, dass man einigermaßen ebenbürtig ist, denn kritisiert werden Fehler, jedem können welche unterlaufen, egal wie gut er (oder sie) ist.

Unter "besser" versteht man zudem nicht besser als Mensch, wer das hier hinein impliziert, sollte sich mal weniger mit Trivialunterhalung für die breite Masse als mit philosophischen Aspekten beschäftigen, besser bedeutet hierbei besser in der jeweiligen Materie bewandert.

Kommt darauf an, was man unter Kritik versteht. Nur weil ich selbst kein guter Arzt bin kann ich einen Kurpfuscher schon negativ kritisieren. Ich kann Kritik aber auch so auffassen, dass ich einfach nur beschreibe was ist. Ich kann Kritik auch als etwas positives auslegen.

Kritik ist per se, weder gut noch schlecht. kritik ist erstmal nur eine subjekltive Bewertung einer handlung eines Anderen. Das kann sowohl lobend, als auch beanstandend oder beides gemeint sein. gute kritik ist immer in der ICH-Form und beschreibt IMMER nur die eigene Wahrnehmung der Handlung und ist nicht absolut formuliert.

Nicht "das hast DU schei ße/ super gemacht", sondern, "ICH fande das schei ße/ super". Damit wird klar, das kritik subjektiv ist und wird viel eher angenommen!

Wenn ihr vom gleichen Ausbildungsstand seid, musst du schon beweisen, dass du weißt, wovon du redest und was du da verlangst. - so weit zu Fachfragen.

Im Alltag musst du aber nicht jedermann alles beweisen, denn du kannst nicht auf jedem Gebiet toll sein. Besonders, wenn du für Pfusch bezahlen sollst, darfst du auf Qualität pochen. Stell dir vor, du kriegst im Restaurant versalzene Suppe vorgesetzt und musst nun erst einmal selbst an den Herd und beweisen, dass es auch anders geht ...

Also: Was offensichtlich ist und was du mit deinen Sinnen einschätzen kannst, darfst du kritisieren. Du darfst auch kritisieren und gleich einräumen, dass du es auch nicht besser kannst, aber der und der ... und die Norm ...

Mach's besser sagt man doch nur, wenn man die berechtigte Kritik nicht ertragen kann. Völliger Unsinn, dass man immer alles besser können muss. Man darf sich ja wohl beim Fußball noch aufregen, wenn jemand nen sicheren Ball nicht reinmacht. Ist schließlich sein Job. :P

Das ist feige und dumm wenn man jemanden fertig macht wenn man besser ist als der andere...ist keine menschlichkeit in meinen augen...

gansh 19.01.2012, 12:38

menschlich eben

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der wahrhaft "bessere" gibt maximal klugen rat ohne zu kritisieren...

HerrDeWorde 19.01.2012, 01:06

Wie soll er das denn tarnen? "Weißt du, wie du es besser machen kannst ..."

Das ist ja gaaar keine Kritik. Oder wie?

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MungoJerry 19.01.2012, 01:10
@HerrDeWorde

Mir geht es ja nicht mal um eine spezifische Situation; ich bin einfach drauf gekommen weil ich mir ein paar Kommentare unter einem YouTube-Video angeschaut habe (u. a. "Die singt schlecht" / "Mach's besser").

Das Problem an der Antwort von Schmankerl sehe ich darin, dass eine Art Kritik ja auch automatisch in einer Verbesserung steckt. "Mach es lieber so", "Probier mal dies" - darin ist die Kritik ja schon enthalten. Ich rede hier aber nicht von Tarnung, sondern generell davon, ob man wirklich nur dann jemanden kritisieren sollte, wenn man es selbst besser machen kann.

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nein

dann könnte z.B. fast niemand fussballspieler kritisieren...

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