Machen Schreckschusswaffen Sinn?

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2 Antworten

Wenn du etwas zu deinem Schutz möchtest kannst du scharfe Waffen vergessen.
Einen Waffenschein (der berechtigt zum Führen, also schussbereitem dabeihaben) einer Schusswaffe bekommst du nicht.
Eine Waffenbesitzkarte (Besitz von Schusswaffen zuhause und Benutzung im Verein) nützt dir nichts da du die Waffe nicht rumtragen darfst.
Lt §42a WaffG ist das Führen von Hieb&Stoßwaffen ebenfalls verboten.
Legal kannst du Pfefferspray mitführen, da es in D nur als Tierabwehrspray verkauft werden darf (muss unbedingt draufstehen!) fällt es nicht unter das WaffG.
Mit einem kleinen Waffenschein darfst du auch eine Schreckschuß/Gaspistole führen aber die kann nicht mehr als eine Dose Pfefferspray auch kann.

Pfefferspray
Pfefferspray (Strahl/Nebel/Gel/Schaum/Piexon) hat in D keine Zulassung als Abwehrspray gegen Menschen erhalten.
Desshalb darf es ausschließlich als Tierabwehrspray verkauft werden. (Muss draufstehen).
Dosen ohne diese Kennzeichnung (z.B. aus dem Ausland oder von Behörden) sind in D verbotene Waffen!
Pfefferspray als Tierabwehrspray fällt nicht unter das WaffG und unterliegt somit auch nicht den
Beschränkungen von RSG (ReizstoffSprühGeräte) mit CS/CN- Wirkstoff die erst ab 14 sind.
Es gibt KEINE Altersgrenze für Pfefferspray!
In einer Notwehrsituation darf Pfefferspray auch gegen Menschen eingesetzt werden.
Einsatz von Pfefferspray gegen Menschen ist immer eine Körperverletzung,
straffrei ausschließlich bei berechtigter Notwehr (§32StGB)o.ä.
https://www.youtube.com/results?search_query=pfefferspray+strahl

Nützlich ist auch eine helle LED Lampe die sich zum Blenden und Schlagen eignet.

Das Führen von Messern regelt § 42a WaffG (völlig unabhängig vom Alter!) 

Kurzfassung: Verboten ist das Führen (unverschlossen dabeihaben) von Messern die als Waffe gelten (Dolch, Karambit, Springmesser ...)
Außerdem verboten ist das Führen von feststehenden Messern mit Klingen über 12cm Länge und von allen Messern die einhändig verriegeln (Einhandmesser)
https://www.gesetze-im-internet.de/waffg_2002/__42a.html

Abgesehen davon ist ein Messer zur Verteidigung völlig ungeeignet weil du die Wirkung nie sicher vorhersagen/kontrollieren kannst.
Schlecht getroffen und du ärgerst ihn so dass er dich richtig fertig macht oder ein paar Millimeter daneben und
du triffst statt Fleisch/Muskel ein Blutgefäß und der Angreifer verblutet.
Dann macht dich hinterher ein Richter fertig wenn du nicht (mindestens 43) Zeugen hast die dir Notwehr bezeugen.

Oder selbst bei Notwehr: http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.muenchen-nach-604-tagen-gefaengnis-notwehr-messerstecher-kommt-frei.fe3a5b15-1b55-4ca1-a458-c151986d6bba.html

Mein Fazit: Was auch  immer du zur Verteidigung dabei hast nützt nichts wenn du es nicht bereit hast.

Niemals damit drohen oder rumfuchteln, der Einsatz MUSS für den Angreifer überraschend kommen. Dann sofort Abstand herstellen (~verpissen). .. .. .. und natürlich für den Verletzten Hilfe anfordern.

Scharfe Schusswaffen darfst du in Deutschland nur mit einem Waffenschein führen. Und den wirst du nicht bekommen.

Schreckschusswaffen ergeben nur Sinn, wenn du die Wirkung kennst und sie überraschend gegen maximal einen Angreifer aus sehr kurzer Distanz zum Gesicht zum Einsatz bringst.

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