machen Ärzte zu oft Röntenbilder?

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2 Antworten

Ähnlich einer Autowerkstatt, die sich nicht auf fremde Diagnosegeräte verlässt, arbeiten auch Krankenhäuser. Letzt endlich wird jeder Arzt versuchen, alleine schon aus rechtlicher Sicht, eine Verdachtsdiagnose oder Fremddiagnose nochmal für sich zu sichern.

Zudem gibt es große Unterschiede der Geräte... Ein Allgemeinmediziner oder niedergelassener Orthopäde hat sicherlich in den wenigsten Fällen Gerätschaften, die qualitativ mit sochen in einem Krankenhaus mithalten können.

Dazu kommt, dass Patientendaten im KH gespeichert werden. Die Röntgenaufnahmen gehen als digitale Bildquelle direkt ins Computersystem. Ähnlich wie das genaue Betrachten am heimischen PC eines Fotos, werden dort die Bilder angesehen und ausgewertet. Es kann z.B. genau auf die Problemstelle herangezoomt werden etc. Hier gibt es dann auch verschiedene Software. Kann also gut sein, dass vom Hausarzt oder Orthopäden mitgegebene, digitalisierte Aufnahmen im KH nicht lesbar sind.

Die Belastung von Röntgenstrahlen ist mittlerweile absolut minimal. Restrisiken gibt es natürlich immernoch, die aber meiner Meinung nach nur relevant sind, wenn man täglich, mehrmals mit dieser Strahlung ungeschützt in Berührung kommt. Zudem denke ich, dass wir von Aufnahmen von Extremitäten sprechen... Drüsen etc. sind natürlich anfälliger und vertragen deutlich weniger Strahlung.

Wieso Röntgenbilder und Arztbriefe etc. nicht gerne mitgegeben werden ist eine pure Kostenfrage. Im großen Stil wäre es ein erheblicher Mehraufwand, sowohl vom Faktor Zeit als auch Geld. Bestehen kann man aber auch jeden Fall darauf. Immerhin hat man auch das Recht am eigenen Bild, egal ob von Außen oder Innen... Ich persönlich würde jedem Patienten raten, vor allem Arztbriefe als Kopie auch zuhause aufzubewahren.

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Kommentar von Topina
06.10.2011, 10:32

Danke für deine ausführliche Antwort. Dass die Belastung heute minimal ist, erleichtert mich

Grüße topi

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Grundsätzlich muss die Indikation zur Röntgenaufnahme in Hinblick auf Nutzen und Stralenbelastung zurückhaltend gestellt werden, insbesondere bei jungen Menschen. Das Problem ist zum Beispiel bei einem künstlichen Gelenk, dass die operierende Klinik unter anderem Aufnahmen braucht die sich von den ambulant gemachten unterscheiden. Hier braucht mal eine Ganzaufnahme des Beines mit Achsvermessung etc. Bei der Hüftprothese braucht man ein Größenäquivalent mit auf dem Bild... Warum der Orthopäde anschließend alles nochmal röntgt weiß ich aber auch nicht, es sei denn das waren die routinemäßigen Kontrollaufnahmen... Generell gehören die Röntgenbilder dem Patienten, Bilder werden jedoch nur noch seltenst auf Folie ausgedruckt. Man kann aber Fragen ob man eine CD bekommt. Zum Verdienen kann ich dir nur sagen, dass die Klinik an den Röntgenbildern nichts verdient. Der Orthopäde glaub ich schon... Ich glaub deine frage kann man nicht verallgemeinern... es gibt bestimmt welche die die Indikation eher großzügig stellen und andere eher zurückhaltend...

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Kommentar von Topina
06.10.2011, 10:33

Danke für deine ausführliche Antwort Grüße topi

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